FIS bangt um Olympia-Tests

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Olympia-Tests in Jeongseon wackeln

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Nach Verzögerungen liegt der Bau der Wettkampfstätten für die Olympischen Winterspiele 2018 in PyeongChang nach Ansicht des IOC nun gut im Zeitplan.

Beim Internationalen Skiverband (FIS), der eine Woche vor dem IOC die Olympia-Anlagen inspiziert hat, ist man besorgter. Die Südkoreaner sind im neuen Alpinski-Center Jeongseon derart im Verzug, dass sogar die alpinen Weltcup-Testrennen wackeln.

Fundamente fehlen

Am 6. und 7. Februar 2016 sollen die Herren mit Abfahrt und Super-G die Piste testen, auf der 2018 Medaillen in Abfahrt- und Super-G sowie Super-Kombination für Damen und Herren vergeben werden.

Allerdings sind u.a. die Mittelstations-Fundamente für die noch zu errichtende Doppelmayr-Gondelbahn von den lokalen Organisatoren noch nicht gebaut. Auch die Kunstschnee-Anlage ist nur rudimentär vorhanden.

Man hat den Südkoreanern daher mit 31. Oktober eine Deadline für die Errichtung der Beton-Fundamente gesetzt.

"Dann tschüss, dann wird abgesagt"

"Wenn es bis dahin nicht funktioniert, dann tschüss, dann wird abgesagt. Dann gibt es keine Weltcup-Testbewerbe, denn zu Fuß können wir nicht auf den Berg", erklärte FIS-Renndirektor Markus Waldner gegenüber der APA.

Die alpinen Ski-Technikbewerbe Slalom und Riesentorlauf sowie der Team-Event gehen 2018 im bewährten Yongpyong über die Bühne, wo auch schon FIS-Weltcups stattgefunden haben.

Das neue Speed-Center Jeongseon für die Tempo-Rennen ist davon eine Autostunde entfernt.

Kein Plan B für Korea

Es würde bei einer Absage auch keinen Plan-B mit Technikrennen in Südkorea geben, betonte Waldner. Stattdessen würden die als Olympia-Testrennen geplanten Weltcuprennen dann eben in Europa stattfinden müssen.

Noch sei zwar nichts verloren: "Aber wirklich realistisch ist es ehrlich gesagt nicht", betonte Waldner nach der Inspektion, bei der auch Pistenbauer Bernhard Russi sowie Waldners Vorgänger Günter Hujara als Konsulent zugegen waren.

Flutlicht-Plan für Speedrennen verworfen

Aufgegeben wurde auch die Idee, die Olympia-Speedrennen erstmals in der Geschichte unter Flutlicht auszutragen.

Entstanden war dies einerseits wegen der Zeitverschiebung von acht Stunden sowie der Tatsache, dass man aus Ersparnis- (60 Mio. Dollar) und Umweltschutzgründen überhaupt nur eine Abfahrtspiste für Damen und Herren gebaut hat.

Die Herren-Speedbewerbe finden in der ersten Olympia-Woche statt, jene der Damen in der zweiten. Um keine Risiken einzugehen, sollte eine Flutlichtanlage installiert werden. Diese wird aber nun ebenfalls aus Kostengründen so lichtschwach ausfallen, dass man von der Idee wieder abgekommen ist.

Gleiche Piste für Damen und Herren

Dass erstmals Damen und Herren auf identischer Piste um Olympia-Abfahrts-Medaillen fahren, sollte laut Waldner kein allzu großes Problem darstellen.

"Es ist eine schöne und sehr breite Piste mit drei bis vier guten Sprüngen. Man kann mit der Kurssetzung, höheren Sprüngen und anderen Maßnahmen reagieren", erklärte der Südtiroler, gab aber auch zu: "Wirkliche extreme Überwindungs-Passagen wie eine Mausefalle oder einen Freefall gibt es natürlich nicht."

Die Damen fahren etwas unterhalb des Herren-Starts los, nur kurz vor dem Ziel trennen sich die beiden Kurse kurzzeitig.

"Müssen ihnen einfach vertrauen"

Bis Ende Oktober müssen nun die Beton-Fundamente fertig sein, nur dann kann die Gondel bis 31. Dezember auch erreichtet und betriebsbereit sein.

"Wir müssen ihnen jetzt einfach vertrauen", hat aber auch Waldner die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Bei der kommenden Kalenderkonferenz in Zürich werden die Südkorea-Rennen noch bestätigt bleiben, spätestens am 30. November müsste aber ein neuer Plan für den Weltcup-Winter mit Ersatzrennen geschmiedet werden.

Wetter sorgte für Verzögerungen

Als Gründe für die mehrwöchigen Verzögerungen seien das Wetter und heftige Monsunregen im Sommer angegeben worden, so Waldner. Dazu gekommen sind offenbar aber auch Initiativen von Umweltschützern.

Auch Gunilla Lindberg, Vorsitzende der zuständigen IOC-Koordinierungs-Kommission, mahnte die südkoreanischen Gastgeber, nicht nachzulassen.

"Die Sportstätten machen rasch Fortschritte", sagte die Schwedin am Donnerstag bei einem Besuch des im Nordosten des Landes liegenden Wintersportgebiets. Die Organisatoren sollten jedoch konzentriert weiterarbeiten, hieß es diplomatisch.

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