ÖSV-Team hat gute Erinnerungen an Madonna

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Mit dem Herren-Slalom in Madonna di Campiglio kehrt am Dienstag ein echter Klassiker in den alpinen Ski-Weltcup der Herren zurück.

Erstmals seit 2005 geht es auf der Piste "Canalone Miramonti" wieder um Weltcup-Punkte. Die Österreicher wollen unter Flutlicht (17.45 und 20.45 Uhr) im letzten Rennen vor Weihnachten mit einem Sieg für ein wenig Ruhe sorgen.

Schließlich fällt die bisherige Bilanz des WM-Winters sehr bescheiden aus: in bisher zwölf Saisonbewerben gab es erst einen ersten Platz zu feiern.

Hirscher die Konstanz in Person

Für den hat im Riesentorlauf in Val d'Isere Marcel Hirscher gesorgt. Der Gesamt-Weltcup-Sieger aus Salzburg ist auch in der laufenden Saison ein Wunder an Konstanz, in den sechs bisherigen Technikrennen stand er ebenso oft auf dem Podest.

"Ich freue mich sehr über meine Sicherheit und meine Ergebnisse. Aber es kann natürlich jederzeit passieren, dass ich wieder einmal rauskugle", meinte Hirscher, der erstmals in Madonna am Start steht und Freundin Laura als Daumendrückerin mit dabei hat.

"Lasse mich überraschen"

"Jeder schwärmt in höchsten Tönen von Madonna, ich lasse mich überraschen." Hirscher, der den Franzosen Alexis Pinturault als Topfavoriten für Dienstag bezeichnete, deckt mit seinem Erfolgsrun das sonst bisher magere Abschneiden seiner Kollegen zu.

Denn mit Ausnahme des 23-Jährigen hat es bisher noch kein anderer Österreicher in Slalom und Riesentorlauf aufs Stockerl geschafft. An arrivierten Podest-Anwärtern mangelt es im ÖSV-Team aber nicht.

Mario Matt gewann vor 12 Jahren in Madonna

Herbst will mehr Nacht-Events

"Das ist ein Rennen, da geht jedem Slalomfahrer das Herz auf. Eine klassische Slalomstrecke mit vielen Übergängen, dazu das Flutlicht und die Stadion-Stimmung. Das macht was her", schwärmte Herbst.

Der Slalom-Weltcup-Gewinner 2010 plädiert dafür, deutlich mehr Flutlichbewerbe ins Programm zu nehmen. "Es gehören mehr Flutlichrennen her. Abgesehen von der Atmosphäre sind auch die Sichtbedingungen für alle gleich und damit fair."

Als 2005 zuletzt in Madonna gefahren wurde, war Manuel Feller gerade einmal 13 Jahre alt. Mittlerweile kämpft sich der junge Tiroler Richtung Slalom-Weltspitze.

Fellner will mehr

Seine jüngste Talentprobe lieferte Feller am 12. Dezember in Obereggen ab, dort gewann er einen exzellent besetzten Europacup-Slalom. "Obereggen war sehr wichtig für mich. Da habe ich zwei fehlerfreie Läufe runtergebracht und wichtige Punkte gesammelt."

In Madonna wird Feller eine Startnummer rund um 50 überstreifen müssen. Das sollte sich aber bald ändern. "Im Training kann ich mit den Stars mithalten", berichtete Feller.

ÖSV-Aufgebot Slalom Madonna: Benjamin Raich, Marcel Hirscher, Mario Matt, Manfred Pranger, Reinfried Herbst, Wolfgang Hörl, Rainer Schönfelder und Manuel Feller.

Gute Erinnerungen an Madonna

Zahlreiche Athleten sind schon so lange dabei, dass sie auch an Madonna gute Erinnerungen haben. Mario Matt sorgte 2000 für den bisher letzten Sieg, der Tiroler führte vor Heinz Schilchegger und dem ebenfalls noch aktiven Rainer Schönfelder einen Dreifachtriumph an. Manfred Pranger wurde 2003 Dritter, Benjamin Raich 2005 Zweiter.

"Das ist lange her, eine Ewigkeit", sagte Matt angesichts seines Madonna-Erfolges vor mittlerweile zwölf Jahren.

Wie fast alle seiner Kollegen freut sich der der 33-jährige Tiroler, dass Madonna wieder im Kalender ist. "Dieses Rennen ist viel besser als Alta Badia. Das ist ein Klassiker, der jedes Jahr gefahren werden sollte."

Siegläufer wollen zurückschlagen

In Italien will Matt auf jeden Fall sein bisher bestes Saisonergebnis (Achter in Val d'Isere) toppen. "Im Training funktioniert es sehr gut. Wenn alles zusammenpasst, kann ich sehr schnell sein."

Das gilt auch für Pranger. Nach Platz sechs in Val d'Isere lechzt der Tiroler langsam aber sicher wieder nach einem Podestergebnis.

"Jetzt warte ich schon fast zwei Jahre auf ein Stockerl, jetzt wird's schön langsam wieder Zeit", sagte der 34-Jährige, der im März 2010 Zweiter in Garmisch-Partenkirchen war.

"Gesamtpaket passt nicht zusammen"

Ein Erfolgserlebnis wie dieses sucht auch Raich. "Im Moment passt das Gesamtpaket nicht zusammen", beschrieb der Doppel-Olympiasieger seine Lage. Das Problem sieht Raich vor allem in den zweiten Durchgängen, in denen er zuletzt meist zurückfiel: "Da muss ich mehr mit den Spuren mitfahren, das schaffe ich derzeit nicht."

Reinfried Herbst hat 2005 in Madonna sein erstes Top-Ten-Ergebnis im Weltcup geschafft. Auch der ebenfalls 34-jährige Salzburger outete sich als Fan dieses Slaloms.

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