Beim ÖSV fliegen die Fäuste

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Viertägiges Boxtraining zur Vorbereitung

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Einen Trainingskurs der anderen Art bestreiten derzeit die österreichischen alpinen Ski-Herren in Wörgl. Die Speedfahrer und Techniker absolvieren einen viertägigen intensiven Box-Trainingskurs.

Die Athleten und Trainer sind von dieser Art der Vorbereitung begeistert. Für die TV-Kameras ist Stephan Görgl am Dienstag sogar gegen Nicole Wesner, die regierende österreichische Meisterin im Leichtgewicht, in den Ring gestiegen.

Die Idee zum Box-Training kam von Herren-Cheftrainer Mathias Berthold, der jedoch erst am Dienstagabend zu seinen Schützlingen stieß. Im Vorjahr absolvierten die ÖSV-Herren ein Eishockeytrainingslager in St. Pölten.

Pranger, Herbst und Co. im Sparring

"Es ist uns wichtig, einmal im Jahr alle Fahrer gemeinsam beim Training zu haben. Sowohl die Speedspezialisten, als auch die Techniker. Das fördert die Gruppendynamik und den Teamgeist", erläuterte Andreas Puelacher, Trainer der Kombinationsgruppe.

Und so schlugen Philipp Schörghofer, Klaus Kröll oder die Slalomspezialisten Manfred Pranger und Reinfried Herbst nebeneinander auf die Punching-Bälle, lernten viel über die Beinarbeit beim Boxen oder machten Sparring unter der fachkundigen Aufsicht vom neuen österreichischen Box-Nationaltrainer Adolf Angerick und Rainer Salzburger, dem Vizepräsidenten des Box-Verbandes.

Angerick erläuterte die komplexen Zusammenhänge, die sowohl beim Boxen, wie auch beim Skifahren ihre Gültigkeit haben: "Es geht um die Koordination zwischen den Beinen und den Armen, um Rhythmusgefühl und Gleichgewicht".

Aber auch die psychologische Komponente soll man berücksichtigen: Den Mut zum Risiko wählen, die Nerven behalten und der Angst ins Auge sehen. "Das gilt für Boxer, aber auch für Skifahrer", sagte Angerick.

"Da kommt man ordentlich ins Schwitzen"

"Wichtig für uns ist die Koordination beim Boxen, das Gefühl dafür zu bekommen", betonte Puelacher. So wird seit Montag und noch bis Donnerstag in den Trainingsräumlichkeiten des Boxclubs Unterland in Wörgl täglich zwei Stunden gearbeitet. Dass es nicht nur Spaß ist, sondern harte Arbeit, bekannte Kröll: "Da kommt man ordentlich ins Schwitzen."

Slalomspezialist Pranger gestand auch, dass er nach dem ersten Training doch ein leichtes Ziehen in den Schultern verspürt habe.

"Ich bin zwar kein großer Raufer und könnte niemanden ins Gesicht schlagen, aber das hier macht unheimlich Spaß. Auch wenn die Koordination zwischen Armen und Beinen schon sehr schwierig ist."

Pranger steigt gegen Staatsmeister in den Ring

Pranger musste schließlich gegen Staatsmeister Musaev Khamsat in den Ring steigen. Zuvor kämpfte Görgl gegen die regierende österreichische Meisterin Wesner.

Görgl zog gegen die Wiener Akademikerin den kürzeren, obwohl Wesner nicht voll boxte. "Er ist zwar größer und hat mehr Masse, aber die Technik fehlt ihm natürlich noch", erläuterte Wesner.

Am Dienstag wurde in Wörgl auch die Kooperation zwischen Under Armour, einer amerikanischen Sportbekleidungsfirma, und dem österreichischen Skiverband bekanntgegeben. Under Armour wird den kompletten ÖSV mit Trainingsutensilien ausrüsten.

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