ÖSV-Damen wollen zurück aufs RTL-Podest

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Der Riesentorlauf ist mit lediglich einem dritten Platz neben dem Super-G in der vergangenen Saison die schwächste Disziplin der österreichischen Skidamen gewesen.

Das ÖSV-Team will in dem am Samstag in Sölden beginnenden Weltcup-Winter das Stockerl zurückerobern.

"Letztendlich sind es immer die Podestplätze, die zählen. Und da sind wir natürlich dahinter, dass wir das wieder erreichen", sagte Technik-Trainer Günter Obkircher wenige Tage vor dem ersten internationalen Vergleich.

Verletzungsteufel wütete

Auf Verletzungen wollte sich Obkircher im Gespräch mit der APA nicht ausreden, aber um die mageren Zeiten zu erklären, sei ein Rückblick erlaubt.

Mit Kathrin Zettel laborierte die zuletzt beste Riesentorläuferin längere Zeit an Hüft- und Knieproblemen, sie sparte mit Renneinsätzen, weil sie mit den Kräften haushalten musste.

Die aufstrebende Eva-Maria Brem wurde im April 2010 mit einem Schien- und Wadenbeinbruch (freies Skifahren im Alpbachtal) zurückgeworfen.

Nicole Hosp (Kreuzbandriss Sölden Oktober 2009) kehrte vor einem Jahr in den Weltcup zurück, fand aber noch nicht zu alter Stärke zurück.

Marlies Schild (schwerwiegenden Beinverletzungen Oktober 2008 Training in Sölden) konzentrierte sich in der ersten Zeit nach dem Comeback voll auf den Slalom, hat nun aber auch den Spaß am Riesentorlauf wiedergefunden - auch wenn sie Sölden aufgrund der leidvollen Geschichte noch auslässt.

"Dann kann man nicht um den Sieg mitfahren"

"Primär geht es darum, dass die Damen alle wieder fit sind. Wenn man nicht fit ist, kann man nicht um den Sieg mitfahren", meinte Obkircher, der seinen Athletinnen vor dem Auftaktrennen aber den Druck nimmt.

"Sölden ist eine eigene Geschichte, es ist das erste Rennen und es ist schwierig, da alles auf einen Punkt zu bringen. Es wird sich zeigen, wie sie die Trainingsläufe umsetzen können."

Das Ziel sei natürlich, vorne mitzumischen. Elisabeth Görgl, Andrea Fischbacher, aber auch Zettel haben, so hört man, im Training aufgezeigt.

Lange Durststrecken

Den letzten rot-weiß-roten Sieg in Sölden errang 2008 Zettel, sie sorgte am 16. Jänner 2010 in Maribor auch für den bisher letzten österreichischen Erfolg im Weltcup.

Im der Vorsaison errang sie als Dritte in Zwiesel am 6. Februar den einzigen Podestplatz im WM-Winter in dieser Disziplin. Die Siege in den sechs Rennen 2010/2011 gingen zu gleichen Teilen an die Deutsche Viktoria Rebensburg und die Französin Tessa Worley.

Fix-Platz für Europacup-Siegerin

Die Österreicherinnen trainierten auch am Dienstag und Mittwoch noch einmal auf dem Rettenbachferner, um die richtige Rennabstimmung zu finden.

Neben Fischbacher, Görgl, Zettel, Hosp und Brem stehen auch Jessica Depauli, Anna Fenninger, Michaela Kirchgasser, Stefanie Köhle und Bernadette Schild im zehnköpfigen Team für Sölden.

Depauli hat sich als Europacup-Gesamtsiegerin ein Startrecht in allen Disziplinen im Weltcup gesichert, die jüngere Schild-Schwester setzte sich in den Sichtungsläufen durch und erkämpfte sich den einzigen vakanten Startplatz.

Für Junge schwierig

Die vergangene Woche in Sölden gefahrenen Zeitläufe der jüngeren Läuferinnen fielen gegenüber  den Trainingsleistungen der arrivierteren etwas zu deutlich ab, wie Cheftrainer Herbert Mandl bemerkt hatte.

Dazu meinte Obkircher. "Für junge und nicht so routinierte Läuferinnen um diese Jahreszeit auf einem so schwierigen Hang eine gute Leistung zu zeigen, ist nicht so einfach. Wir hatten auch nicht so oft die Möglichkeit, auf so einem steilen Hang zu trainieren, der auch dementsprechend gut präpariert ist."

Schild verschärft Konkurrenzkampf

Ziel sei es natürlich, die Nachwuchsläuferinnen über den Europacup an den Weltcup heranzuführen.

Allerdings, erklärte Obkircher, wenn Marlies Schild im Riesentorlauf wieder antrete (und das hat sie bereits in Aspen Ende November vor), dann werde es ohnehin schwierig für die Jungen, einen Startplatz zu bekommen.

Das Kontingent beträgt inklusive Depauli zehn Plätze.

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