Mehr als 1.000 Tage ohne Sieg

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ÖSV-Herren mit Durststrecke im Super-G

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Österreichs Ski-Herren sind im Super-G-Weltcup schon mehr als 1.000 Tage sieglos.

Die Chancen, dass diese Serie am Samstag in Beaver Creek nach dann exakt 1.009 Tagen endet, sind aber gut. Schließlich haben Matthias Mayer, Otmar Striedinger, Max Franz und Hannes Reichelt am Sonntag in Lake Louise massiv aufgezeigt.

Nur der Norweger Kjetil Jansrud war wie auch davor in der Abfahrt nicht zu biegen.

Letzter Sieg im März 2012

Am 2. März 2012 hatte Klaus Kröll in Kvitfjell den bisher letzten rot-weiß-roten Erfolg in der einstigen Paradedisziplin von Hermann Maier gefeiert. Der Steirer stand diesmal in Kanada gar nicht am Start, dafür überzeugten seine Teamkollegen. Mayer fehlten lediglich 29/100 Sekunden auf Jansrud, Reichelt auch nur 42. Das genannte ÖSV-Quartett ließ jedenfalls erahnen, dass ihm 14 Super-G ohne Sieg en suite genug sind.

Besonders Mayers Leistung war beachtlich, nachdem er in Folge einer Seitenbandverletzung im Knie in den Wochen vor dem Speed-Auftakt kaum Trainingstage hatte. Die Erfahrungen von der Fahrt zu Abfahrtsplatz 15 hatten dem Olympiasieger dann schon gereicht. "Das Abstimmen auf den Schnee habe ich gebraucht", sagte Mayer dazu. "Heute habe ich alles gezeigt, was ich zur Zeit drauf habe. Ich bin wirklich auf Angriff gefahren."

Lob für Jansrud

Seinen Start in die Saison bezeichnete der Kärntner mit einem gewissen Untertreiben als solide, mit der Jagd auf Jansrud hat Mayer schon eine neue Herausforderung. "Der wird in den nächsten Wochen sicher schwer zu biegen sein", meinte der 24-Jährige. "Kjetil fährt einen unglaublichen Schwung, ähnlich wie der Aksel (Anm.: Svindal) in den letzten Jahren. Er hat ein unglaubliches Selbstbewusstsein, was das Skifahren angeht."

Franz registrierte im Banff-Nationalpark nach Platz 18 in der Abfahrt die Steigerung auf Rang fünf im Super-G mit Zufriedenheit, den Dreikampf mit seinen engeren Landsleuten Mayer und Stridinger hat er aber verloren. "Ich bin schlechtester Kärntner", meinte er dazu. "Im Endeffekt ist es aber ein Super-Ergebnis. Nur 6/100 fehlen mir auf den Zweiten." Reichelt bekrittelte, dass er im oberen Streckenteil zu viele Fehler begangen habe.

Vorfreude auf Beaver-Creek-Rennen

"Wenn du dann um 11/100 das Stockerl verpasst, ist es ein bisschen bitter", resümierte der Salzburger, fasste aus seinem Kanada-Abschneiden mit den Rängen neun und sechs aber Mut. "Aus Lake Louise bin ich noch nie so erfolgreich heimgefahren", wusste der 34-Jährige. Nur einmal habe er da mit Abfahrtsplatz drei "einen Ausrutscher" gehabt. Speziell für die nun anstehenden Beaver-Creek-Rennen stimme ihn das zuversichtlich.

Reichelt: "Das ist eine total andere Charakteristik - sehr kurvenreich, und das liebe ich." Mayer sieht das ähnlich: "Beaver Creek ist einfach eine coole Abfahrt, da geht es richtig zur Sache." Franz freute sich auf einen "geilen Hang", auf dem es für ihn aber noch nicht nach Wunsch gelaufen sei. "Aber das werden wir heuer ändern." Striedinger wiederum hatte 2013 im WM-Ort als Super-G-Zweiter seinen ersten Podestplatz errungen.

Gesamtweltcup kein Thema für Mayer

Platz zwei in Abfahrt und Super-G könnte für die Konkurrenz von Jansrud aber auch in Beaver Creek das Maximum werden, sofern der Norsker seine bestechende Form auch dieses Wochenende ausspielt. In Lake Louise hatte der 29-Jährige bis dato Rang neun als Topleistung, in Beaver Creek fühlte er sich hingegen immer wohler. Angesichts seiner Führung in der Gesamtwertung lag die Frage nach der Großen Kugel auf der Hand.

"Der Gesamt-Weltcup ist für mich eigentlich kein Thema. Das ist kein richtiges Ziel", winkte der 29-Jährige jedoch gleich ab. "Mit Marcel Hirscher ist das im Gesamtklassement immer schwierig." Ganz kann Jansrud den Gedanken daran aber doch nicht wegschieben. "Wenn ich meine gute Form in Abfahrt und Super-G konservieren kann, vielleicht geht sich dann am Saisonende etwas aus. Nur eben Ziel ist es keines von mir."

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