Steirer Schweizer Sieg-Garant

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Brunner ist Schweizer Sieg-Garant

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Eigentlich müsste man ihn zur Wahl des erfolgreichsten Trainer des Jahres vorschlagen.

Sepp Brunner, Österreicher, genauer gesagt Steirer, ist einer der erfolgreichsten Coaches im alpinen Ski-Weltcup. Nur eben für die Schweiz.

Der Weltmeister-Macher von Sonja Nef hat am Samstag in Beaver Creek ein einzigartiges Jubiläum gefeiert.

Sechs Athleten, sechs Sieger

Mit dem Super-G-Sieg von Sandro Viletta hat nun jeder der sechs Athleten, die durch Brunners Hände gegangen sind, zumindest ein Weltcuprennen gewonnen.

Viletta ist der sechste nach Marc Berthod, Marc Gini, Daniel Albrecht, Carlo Janka und Beat Feuz in dieser Erfolgstruppe, die fast durchwegs aus ehemaligen Junioren-Weltmeistern besteht, aber auch die Phase der Stagnation im Europacup hatte.

Gini und Berthod sind mittlerweile in der Slalomgruppe, haben aber unter Brunners Führung ihre ersten Siege gefeiert.

Sorge statt Feier

Typisch für den am Montag 53 Jahre alt werdenden Brunner: Statt zu feiern, rückte er seine Sorge um den Gesundheitszustand von Janka in den Vordergrund.

Der Olympiasieger, Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger laboriert nach geglückter Herz-Operation an - langsam abnehmenden - Rückenproblemen.

Brunner hat als Chef der sogenannten WC2 mit Zeit und Muße eine kleine, aber feine Truppe aufgebaut, die dazu auserkoren ist, einen Weltcup-Gesamtsieger zu stellen.

"Immer gemeinsam als Gruppe trainieren"

Das Erfolgsgeheimnis? "Werden wir nicht verraten", scherzte Feuz, der sich mit Viletta den (Salomon-) Servicemann teilt, nach Platz drei in Beaver Creek.

Brunner gab sich diesbezüglich redseliger. "Das Wichtigste ist, dass wir immer gemeinsam als Gruppe trainieren." Und zwar alle Disziplinen, das aber mit Hauptaugenmerk auf Qualität bei möglichst guten Bedingungen und nicht allzu großen Umfängen.

Als er einst zum Training nach Kanada geschickt wurde und nichts funktionierte, traf Brunner auf einen desillusionierten, übergewichtigen Rennläufer Feuz. "Dann hat mir Sepp erklärt, dass es so nicht geht."

"Einer der nettesten Schweizer"

Der Erfolg stellte sich alsbald ein. Vergangenen März gewann er in Kvitfjell seine erste Weltcupabfahrt, in den vier Speedrennen der aktuellen Saison war er dreimal auf dem Podium.

Viletta wiederum ist wie Albrecht Schüler des Tiroler Skigymnasiums Stams. Ein Klassenkollege war Florian Scheiber, einige Klassen drüber waren Mario Scheiber oder Skispringer wie der aktuelle Seriensieger Andi Kofler.

Praktisch alle vergönnten Viletta den Überraschungscoup in Colorado. "Er ist einer der nettesten Schweizer, die ich kenne", meinte etwa Hannes Reichelt. Viletta freute das natürlich. "Es schön, wenn auch die anderen sehen, dass es lange dauern kann, bis es funktioniert. Und sich dann mit dir freuen."

"Wie viele Läufe gefahren werden, bestimmt der Athlet", erklärte der Oberwölzer, der möglichst viel Zeit zu Hause verbringt. "Den Schweizer Verband habe ich vielleicht zweimal gesehen."

Desillusioniert und übergewichtig

Während Janka und der in Kitzbühel seinerzeit so schwer verunglückte Albrecht derzeit um den Anschluss kämpfen, haben Viletta und Feuz die Rolle der Siegläufer übernommen. Mit interessanter Begleitmusik.

Feuz, wie Hermann Maier gelernter Maurer, ist seit vier Jahren mit der ehemaligen ÖSV-Fahrerin Kathrin Triendl liiert. Verletzungen kosteten ihn zwei Saisonen und sorgten für mentale Hänger.

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