Cuche: Immer älter, immer besser

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Je älter, desto besser.

An jedem Saisonende hatte man Didier Cuche zuletzt schon in die Skipension geschrieben, doch der Schweizer ist mit 37 Jahren immer noch da und das offenbar besser als je zuvor.

Obwohl beide Trainings in die Hose gegangen waren, bremste der Eidgenosse in der Abfahrt von Lake Louise alle aus und feierte seinen 18. Weltcupsieg.

Damit wird der "Ski-Saurier" sogar wieder ein Thema für die große Kristallkugel.

"Ich konnte es kaum glauben"

Zumindest im Abfahrtsweltcup, den er sich im Vorjahr im letzten Rennen vom mittlerweile zurückgetretenen Michael Walchhofer schnappte, gilt Cuche wieder als Favorit.

Mit einem fünften Erfolg würde er mit Rekordhalter Franz Klammer gleich ziehen. "Es ist noch ein großer Schritt bis dahin, es gibt noch elf Rennen", verwies Cuche in Kanada sofort darauf, dass die Saison doch gerade erst begonnen habe.

Mit seinem zehnten Abfahrtssieg habe er nie und nimmer gerechnet, sagte der Eidgenosse. "Ich konnte es kaum glauben. Das ist ein Superstart in die Saison, und es ist schön, wenn das harte und nicht immer sehr schöne Sommertraining dann aufgeht."

Zumindest mit Worten musste sich Cuche nun schon mit der großen Weltcupkugel beschäftigen. Seine Antwort: "Bei mir muss es in drei Disziplinen um die Kugel gehen, dann kann ich an die große Kugel denken. Wenn ich die mache, dann gibt es nichts zu überlegen. Dann sage ich 'tschüss'."

"Fühlt sich an wie ein Sieg"

Für Österreich hielt Hannes Reichelt hinter Cuche und Beat Feuz als bester Nicht-Schweizer die rot-weiß-rote Fahne hoch, nachdem er mit Startnummer 45 fast noch zum Sieg gerast wäre.

"Der Schweizer Käse muss heuer noch einen Haufen Löcher kriegen", formulierte Reichelt seine Kampfansage und tankte als Vizeweltmeister viel Selbstvertrauen für den Super-G. "Selbstvertrauen macht das halbe Rennen aus. Und den Fluch dieser Strecke habe ich mit der Abfahrt abgelegt."

Berthold ist zufrieden

Auch Baumann sah im von Ante Kostelic gesetzten Super-G die rasche Gelegenheit zur Revanche.  "Das ist die nächste Chance, wo wir es ihnen wieder zeigen können."

Das sah auch Österreichs Cheftrainer Mathias Berthold ähnlich. "Das Abfahrts-Ergebnis war sehr ordentlich. Aber natürlich stört es, dass uns zwei Schweizer vorne abgehängt haben".

Er habe schon gedacht, "dass einer unserer Jungs mit höherer Nummer noch vorne reinfahren wird. An ein Podium habe ich aber nicht gedacht, deshalb sind wir für das Erste zufrieden."

Cuche gratulierte er. "Aber er interessiert mich nicht. Wir ziehen unser Ding durch. Der Super-G ist unsere beste Disziplin", forderte Berthold eine rasche Reaktion seiner Speedfahrer.

"Platz drei fühlt sich an wie ein Sieg, acht Hundertstel hin oder her", sagte der Salzburger. "Ich hätte nicht gedacht, dass das gelingt. Das gibt Selbstvertrauen."

Das Ergebnis mit ausschließlich Schweizern, Franzosen (jeweils 2), einem US-Amerikaner (Miller) aber gleich fünf Österreichern in den Top Ten, sprach ebenso Bände wie die Tatsache von vier Salomon-Fahrern auf den Rängen zwei bis fünf. Die "Teamwertung" ging jedenfalls eindeutig an Österreich.

"Cuche ist ist eine alte Rennsau"

Romed Baumann bewies als Vierter, dass ihm sein Wechsel in die Abfahrtsgruppe gut bekommen ist. Klaus Kröll bezeichnete Platz fünf als "eigentlich guten Auftakt." Joachim Puchner (8.) und Georg Streitberger (10.) sorgten dafür, dass Österreich gleich die Hälfte der Fahrer in den Top Ten stellte.

Dass ganz vorne zwei Schweizer lagen, tat deshalb doppelt weh. "Cuche ist ist eine alte Rennsau. Wir werden aber schon schauen, dass wir das umdrehen", versprach Kröll den Eidgenossen einen großen Kampf.

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