City Event stößt auf Kritik

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City Event stößt auf Kritik

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Herrschte nach der Weltcup-Premiere des City Events in München noch allgemeine Euphorie, mischen sich nach dem Rennen in Moskau doch einige Misstöne in die Reaktionen.

2011 wurde dem Format noch eine große Zukunft im Weltcup prophezeit, von Rennen in London oder gar New York war damals die Rede.

In Moskau wurde vor allem über die sportliche Wertigkeit des Parallelbewerbs diskutiert.

Kritiker Schröcksnadel

Die große Frage, die sich stellte: Soll es für ein Rennen mit Laufzeiten von weniger als zehn Sekunden Weltcuppunkte – und die noch in vollem Umfang – geben. Für Peter Schröcksnadel ist klar die Antwort klar: Nein.

"Punkte vergeben soll man bei den großen Events", meint der ÖSV-Präsident im ORF-Interview.

Auch Beat Feuz macht sich Gedanken über das neue Rennformat. "Der Modus ist sicher nicht ideal, so wie es jetzt ist", spricht der Schweizer die Tatsache an, dass es sich um eine Art Einladungsrennen handelt.

Sind doch nur die Top 15 der Weltrangliste startberechtigt. "Aber es ist ziemlich neu und ich denke, es hat Zukunft."

Verbesserungs-Potential sahen die Aktiven auch bei den Torflaggen. Felix Neureuther ortete die Gefahr von Kopf-Verletzungen, sollten Athleten bei den RTL-Toren hängen bleiben.

Verwirrung rund um Marlies Schild

Dass noch nicht alles ausgereift ist, zeigte sich beim Achtelfinal-Duell zwischen Marlies Schild und Tessa Worley. Nach zwei Läufen lagen die beiden Damen zeitgleich. Wer ist nun weiter, fragten sich nicht nur die beiden Damen im Zielraum.

Das Reglement wurde bemüht und da war festgelegt, dass im Falle eines "toten Rennens" die Siegerin des ersten Laufs – in diesem Fall Marlies Schild – aufsteigt.

Die Verwirrung war komplett, als im Viertelfinale zwar Marlies Schild am Start stand, im Insert aber beharrlich Tessa Worley als Gegnerin von Maria Höfl-Riesch geführt wurde.

Das ging so weit, dass die beiden Damen vor ihrem zweiten Lauf aus den Startboxen geholt wurden. Nach einigen Diskussionen fuhr dann doch Marlies Schild – und musste sich um 4 Hundertstel geschlagen geben.

Trotz der Panne hatte Schild bei ihrer City-Premiere Spaß. "Es ist ganz etwas anderes, können wir ruhig öfter machen. Aber es ersetzt nicht die normalen Bewerbe", so die Salzburgerin.

Show-Effekt steht außer Frage

So war auch der allgemeine Tenor nach der Veranstaltung. Am Show-Charakter bestand kein Zweifel.

Selbst Kritiker Schröcksnadel gestand ein:  "Es ist eine tolle Promotion für den Skisport.“ Der Tiroler denkt auch laut über ein Rennen in Österreich nach – genauer gesagt in Wien. "Es wäre sicherlich sehr lustig – vielleicht ja im Stadion.“

30:30-Remis ist positiv

Allerdings ohne dafür Weltcuppunkte zu vergeben. In diesem Punkt sah Schröcksnadel auch etwas Positives am frühen Aus von Marcel Hirscher: "Vielleicht sage ich etwas, was nicht gut ankommen wird. Aber es war gut, dass Marcel und Beat heute gleichviele Punkte gemacht haben.“

So würde sich am Ende wirklich der Bessere und nicht der Glücklichere durchsetzen.

Lob schickte der ÖSV-Präsident noch nach Kroatien. Ivica Kostelic hatte darauf verzichtet, eine Reglement-Lücke zu nützen. Dem Kroaten hätte ein Start in Moskau 15 Weltcuppunkte garantiert.

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