Rekord-Jagd der Tina Maze: Was ist noch möglich?

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Die Rekord-Jagd von Tina Maze geht unaufhaltsam weiter!

Die Slowenin feierte im Super-G von St. Anton den 17. Weltcup-Erfolg ihrer Karriere.

Es war dies allerdings der erste in eben dieser Disziplin, womit sie nun in allen fünf Disziplinen gewonnen hat.

Exklusiver Siegerinnen-Kreis

Damit schrieb Maze ein weiteres Kapitel Ski-Geschichte, ist sie doch die erst sechste Läuferin, der das gelang.

Vor ihr schafften nur Petra Kronberger, Pernilla Wiberg, Anja Pärson, Janica Kostelic und Lindsey Vonn dieses Kunststück.

„Mir fehlen die Worte! Es ist einfach unglaublich, dass ich jetzt auch diesem exklusiven Kreis angehöre.“

"Wollte die Chance nützen"

Zwei Mal war die 29-Jährige bereits knapp dran: vergangene Saison in Bad Kleinkirchheim und in diesem Winter in St. Moritz, wo sie sich nur Lindsey Vonn geschlagen geben musste.

„Wenn ein paar Mal nicht viel fehlt, macht man sich natürlich Gedanken. Ich habe gewusst, dass ich in dieser Saison eine Chance habe, da ich in dieser Saison sehr gut Ski fahre. Und diese Chance wollte ich nützen.“

Mit dem Premieren-Sieg im Super-G hat Maze, die sich eigentlich nichts aus Zahlenspielen ("Statistiken sind mir egal!") macht, ein erstes großes Saisonziel erreicht.

„Ich wollte diesen Sieg unbedingt und heute hat alles gepasst. Anna ist stark gefahren, aber ich hatte das Glück auf meiner Seite“, so Maze, die im packenden Duell mit Fenninger vier Hundertstel Vorsprung ins Ziel rettete.

"Atom-Zicke" ganz entspannt

Mit dem sechsten Saisonsieg baute sie auch ihre Führung im Gesamt-Weltcup weiter aus, hält jetzt bei 1.289 Zählern.

Ihr Vorsprung auf die Deutsche Maria Höfl-Riesch beträgt nach 20 von 36 Rennen bereits 545 Punkte.

Gratulationen zur großen Kristallkugel nimmt Maze, die einst vom Schweizer „Blick“ den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Atom-Zicke“ verpasst bekam, noch nicht entgegen.

„Die Saison ist noch lang, da kann noch viel passieren. Aber ich habe bis hierher schon sehr viel richtig gemacht“, weiß sie, dass sie sich nur selbst schlagen oder durch eine Verletzung um den größten Erfolg ihrer Karriere bringen kann.

Abfahrt RTL Slalom Super-G Kombi Total
Petra Kronberger (AUT) 6 3 3 2 2 16
Pernilla Wiberg (SWE) 2 2 14 3 3 24
Janica Kostelic (CRO) 1 2 20 1 6 30
Anja Pärson (SWE) 6 11 18 4 3 42
Lindsey Vonn (USA) 28 2 2 20 4 57
Tina Maze (SLO) 1 12 1 1 2 17

Wieviele Punkte schafft Maze?

Und sollte es Maze gelingen, ihre rasante Fahrt von einem Stockerl zum nächsten fortzusetzen, ist auch der ewige Punkte-Rekord von Hermann Maier in Gefahr.

Der „Herminator“ kam in der Saison 1999/2000 auf unglaubliche 2.000 Weltcup-Punkte. In St. Anton spricht Maze erstmals davon, dass sie die 2.000 Punkte knacken möchte.

„Ich fahre super stark! Wenn ich so weitermache, ist es ein realistisches Ziel.“

LAOLA1 rechnet nach: Aktuell hält die Slowenin bei einem Punkte-Schnitt von 64,4 pro Rennen. Sollte es ihr gelingen, diesen Schnitt aufrecht zu erhalten, würde sie die Saison mit unglaublichen 2.320 Punkten beenden.

Umstellung ist kein Problem

Bereits am Dienstag geht die Rekord-Jagd beim Nacht-Slalom in Flachau weiter.

Die Umstellung von den langen Speed-Latten auf die kurzen Slalom-Carver ist für Maze keine große mehr.

„Ich mache das jetzt seit fünf Jahren. Anfangs war es nicht einfach, aber mittlerweile habe ich damit keine Probleme.“

Ein lockeres Training am Montag reicht, um sich umzustellen.

"Die besten Leute im Team"

Die Basis für einen Rekord-Winter hat Maze bereits im Sommer gelegt. Gemeinsam mit ihrem Team, das aus drei Italienern, darunter auch ihr Trainer und Freund Andrea Massi, und einer slowenischen Physiotherapeutin besteht.

„Es ist ein kleines Team, aber ich habe die besten Leute zur Verfügung, wir ziehen alle an einem Strang.“

Dass ihr im Training der Vergleich mit starken Konkurrentinnen, wie ihn die Österreicherinnen oder das US-Team tagtäglich hat, stört Maze nicht.

„Mich pusht es, wenn ich im Rennen gegen den Rest der Welt fahre!“

Wunsch nach schwereren Strecken

Am liebsten an jedem Wochenende auf so anspruchsvollen Pisten wie in St. Anton.

„Ich hätte gerne mehr Rennen von der Sorte, nicht immer diese leichten Strecken. Hier kriegt man die Antwort auf die Frage, wer gut ist und wer nicht.“

Die Antwort auf die Frage, wer die Beste in diesem Winter ist, hat sie wohl längst gegeben.

 

Stephan Schwabl

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