ÖSV-"Speedies" wollen Hirscher helfen

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Im hohen Norden steigt von Freitag bis Sonntag der drittletzte Akt im Kampf um die große Kristallkugel.

Im Gegensatz zu den Damen ist der Titelkampf noch enorm spannend. Die Olympia-Piste im norwegischen Kvitfell ist Schauplatz von zwei Super-G am Freitag (Ersatz für Garmisch) und Sonntag sowie einer Abfahrt am Samstag (alle 11.00 Uhr).

Geburtstags-Geschenke für Hirscher?

Österreichs Speed-Fraktion will dabei "doppelt punkten". Einmal für sich selbst und einmal, um dem abwesenden und am Freitag seinen 23. Geburtstag feiernden Marcel Hirscher im Kampf um den Gesamtweltcup zu helfen.

Der Salzburg liegt zwei Wochen vor dem Finale in Schladming 92 Punkte vor Titelverteidiger Ivica Kostelic (CRO) und 95 vor dem Schweizer Beat Feuz in Front, lässt aber wie der nach seiner Knieoperation noch rekonvaleszente Kostelic die drei Speed-Rennen in Norwegen aus.

Kvitfjell wird somit zur großen Chance auf eine finale Aufholjagd für Feuz und dessen viertplatzierten Landsmann Didier Cuche.

Feuz hat Knie-Probleme im Griff

Feuz kam am Donnerstag auf entschärfter Strecke im erneut vom norwegischen Lokamatador Kjetil Jansrud dominierten Training sturzfrei als 15. ins Ziel und hat mittlerweile auch seine Knieprobleme im Griff.

"In der Früh hatte ich noch Schmerzen und es war nicht klar, ob es mit dem Knie hinhaut. Es ist aber nichts kaputt, sondern nur eine Prellung. Deshalb bin ich jetzt zuversichtlich für das Wochenende", atmete Feuz auf.

Kein Druck

Dem 25-Jährigen ist klar, dass Kvitfjell für ihn vorentscheidend ist.

"Ich kenne Marcel seit der Jugendzeit und will ihm seinen Geburtstag nicht vermasseln. Aber trotzdem will ich natürlich so viele Punkte wie möglich aufholen."

Druck verspüre er keinen. "Für keinen von uns beiden war am Saisonstart der Gesamtweltcup das Ziel. Mittlerweile haben wir aber so viele Punkte, dass wir um die Kugel kämpfen. Deshalb sind wir beide locker."

Bierwette - Feuz kontert

Der Schweizer weiß, dass Hirscher jedem vor ihm ins Ziel kommenden Österreicher ein Bier versprochen hat.

"Dafür spendiere ich jedem, der kommende Woche in Kranjska Gora vor Marcel ist, ein Bier. Nicht nur den Schweizern", konterte Feuz lachend.

Kröll kämpft um Abfahrtskugel

Um die Abfahrts-Kugel gibt es in Norwegen hingegen einen direkten Dreikampf zwischen den nur 27 Punkte getrennten Cuche, Klaus Kröll und Feuz.

Kröll war im zweiten Training hinter Jansrud und Cuche als Dritter unmittelbar vor dem starken Kärntner Max Franz ("Eine saugeile Abfahrt") wieder bester Österreicher.

"Ich muss nachlegen"

"Warum der Rückstand so groß ist, weiß ich nicht genau. Ich muss nachlegen, wenn ich dabei sein will", erkannte der Steirer.

Und gestand: "Nach Michael Walchhofer die Abfahrtskugel wieder nach Österreich zu holen, ist eines meiner großen Ziele. Zwei Rennen noch, es ist alles offen."

Auch Kröll will Hirscher helfen. "Ich kann nur versprechen, dass wir alles geben, um ihm einen netten Geburtstag zu machen. Ich hoffe, er muss recht viele Runden zahlen."

"Jansrud wohnt ums Eck"

Steigern muss sich auch Hannes Reichelt. "Jansrud wohnt ums Eck. Wäre in Radstadt ein Super-G würde ich auch jeden Meter kennen", war seine Erklärung für die Doppel-Bestzeit des Samstag-Favoriten.

Auch für Hirscher zu punkten wäre schön. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit er Punkte rausschinden kann."

Raich glaubt an Hirscher

Benjamin Raich weiß nicht nur, wie sich ein aktueller Geburtstag (Der Tiroler ist seit 28. Februar 34 Jahre alt) anfühlt, sondern auch was es bedeutet, die große Kugel zu holen.

Der Tiroler ist sich aber sicher: "Der Marcel wird sich das alleine richten. Er dominiert, und er wird das weiterhin machen. Ich bin überzeugt, dass er sich die große Kugel holt."

Glaube an neuerlichen Sieg

Raich selbst hält eine Woche nach seinem Comeback-Sieg im Super-G von Crans Montana einen weiteren Triumph durchaus für möglich.

"Würde ich mir das nicht zutrauen, wäre ich fehl am Platz." Allerdings: "Mein Sieg bringt sicher Selbstvertrauen, aber es geht immer wieder von Null los."

Mario Scheiber konnte wegen seiner Magen-Darm-Probleme erneut nicht trainieren und kann daher nicht an der Abfahrt teilnehmen. Ob der Osttiroler am Sonntag im zweiten Super-G startet, ist offen.

ÖSV-Aufgebot für Kvitfjell:

Super-G: Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Romed Baumann, Klaus Kröll, Max Franz, Joachim Puchner, Georg Streitberger, Matthias Mayer, Bernhard Graf, Florian Scheiber, Frederic Berthold

Abfahrt: Kröll, Baumann, Franz, Puchner, Streitberger, Reichelt, Manuel Kramer, Mayer, Johannes Kröll, F. Scheiber

Ergebnis 2. Training:

Läufer

Zeit

1.

Kjetil Jansrud (NOR)

1:44,85 Min.

2.

Didier Cuche (SUI)

+0,48 Sek.

3.

Klaus Kröll (AUT)

1,06

4.

Max Franz (AUT)

1,16

.

Erik Guay (CAN)

1,16

6.

Aksel Lund Svindal (NOR)

1,29

.

Guillermo Fayed (FRA)

1,29

8.

Dominik Paris (ITA)

1,33

9.

David Poisson (FRA)

1,35

10.

Hannes Reichelt (AUT)

1,48

14.

Joachim Puchner (AUT)

1,91

15.

Beat Feuz (SUI)

2,02

19.

Georg Streitberger (AUT)

2,13

23.

Johannes Kröll (AUT)

2,40

33.

Romed Baumann (AUT)

2,82

35.

Florian Scheiber (AUT)

2,91

42.

Matthias Mayer (AUT)

3,17

43.

Frederic Berthold (AUT)

3,20

56.

Benjamin Raich (AUT)

4,48

65.

Manuel Kramer (AUT)

5,50

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