Kröll: "Keine Frage der Ehre!"

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Spannung garantiert: Dreikampf um die Abfahrts-Kugel

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Gleich die erste Entscheidung beim Weltcup-Finale in Schladming hat es in sich!

In der Herren-Abfahrt gibt es einen Dreikampf um Kristall.

Klaus Kröll bekommt es mit den Schweizern Didier Cuche und Beat Feuz zu tun und möchte mit dem Heimvorteil im Rücken die Kugel zurück nach Österreich holen.

LAOLA1 hat die drei Kandidaten nach dem Training getrennt voneinander befragt.

Hier gibt es das letzte Update vor dem rasanten Showdown auf der Planai.

DER GEJAGTE: KLAUS KRÖLL

In der Saison 2008/2009 war Klaus Kröll schon einmal Zweiter im Abfahrts-Weltcup, damals hinter seinem Landsmann Michael Walchhofer.

Der war auch der letzte Österreicher, der die kleine Kugel für große Leistungen in der schnellsten Disziplin gewinnen konnte. In den letzten beiden Jahren war Didier Cuche nicht zu schlagen.

Diesmal sind die Vorzeichen andere: Kröll reiste als Führender und mit 48 beziehungsweise 51 Punkten Vorsprung auf Cuche und dessen Landsmann Beat Feuz zum Weltcup-Finale auf der Planai, wo er schon als Kind die ersten Schwünge gezogen hat.

Hotel statt Heimschläfer

Denn seine Heimat Öblarn liegt nur rund 25 Kilometer entfernt. „Es gibt nichts Geileres, als mit dem Roten Trikot zum Heimrennen zu kommen und zu wissen, dass viele Unterstützer da sein werden“, freut sich der 31-Jährige auf eine „Fan-Karawane“ aus seiner Gemeinde.

Ein Heimschläfer war trotz der Nähe kein Thema. „Während der Saison ist das Hotel Alltag, außerdem ist das eine neue Strecke, was eine ausführliche Videoanalyse verlangt“, wollte sich der „Bulle aus Öblarn“ den Stress nicht antun.

Nicht stressen lässt sich Kröll von der Ausgangssituation: „Ich bin lieber 50 Punkte vorne als 50 Punkte zurück, das ist ein Vorteil. Aber es ist kein Riesenvorsprung, auf dem ich mich ausruhen kann.“

"Keine Frage der Ehre"

Mit seiner überlegenen Bestzeit hat Cuche ein Ausrufezeichen gesetzt – der Steirer weiß, dass die Verhältnisse dem Schweizer in die Karten spielen.

„Aber darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf. Ich fahre auf Sieg, alles andere wäre Blödsinn“, will Kröll nichts davon wissen, dass ein dritter Platz für die Kugel reicht, sollte „Speedier“ gewinnen.

Und auch nicht davon, dass es auch eine „Frage der Ehre“ ist, im Kristall-Duell mit der Schweiz auf 1:0 zu stellen und Didier Cuche keinen kugelrunden Abschied zu bereiten.

„Es täte mir schon taugen, gegen Cuche die Kugel zu gewinnen, weil nächste Saison habe ich nicht mehr die Möglichkeit.“

DER JÄGER: DIDIER CUCHE

Als Didier Cuche nach seiner Trainingsfahrt im Ziel den rechten Ski durch die Luft wirbelte und noch einmal auf die Anzeigetafel blickte, ließ er einen kleinen Schrei los.

Unter dem engen Rennanzug spannte die muskulöse Brust, die Muskulatur vibrierte. Der Metzger hat noch einmal die Messer gewetzt.

Und die will Didier Cuche in der letzten Abfahrt seiner Karriere noch einmal zwischen die Zähne klemmen.

„Es ist ein gutes Gefühl, wenn man im Ziel abschwingt und weiß, dass man mit der Strecke gut zurecht kommt“, grinst der Schweizer im Gespräch mit LAOLA1.

Schon alle Situationen erlebt

Und schickt eine Kampfansage in Richtung Klaus Kröll nach: „Ich hoffe, dass er jetzt noch mehr Druck hat!“

Er selbst, versucht der 37-Jährige glaubhaft zu machen, verspürt keinen Druck. „Ich will es natürlich gut machen und die Kugel gewinnen, aber ich bin in der glücklichen Situation, dass ich schon sechs Kugeln daheim habe, vier davon in der Abfahrt.“

Natürlich wäre er auch lieber der Gejagte und nicht Jäger, aber eigentlich ist es ihm egal.

„Ich habe in meiner Karriere schon alle Situationen erlebt. Angreifen musst du so oder so, aber ich hoffe, dass es mir aufgeht und dem Klaus nicht.“

"Muss auf mich schauen"

Dass er mit einem Sieg seinem Landsmann Beat Feuz wichtige Punkte im Kampf um den Gesamt-Weltcup wegnehmen würde, lässt Cuche kalt.

„Skifahren ist Einzelsport, ich muss auf mich schauen.“

Aber auch ohne 100 Punkte aus der Abfahrt glaubt der Kitzbühel-Rekordsieger, dass der Emmentaler beim Finale keinen Käse macht und sich die große Kristallkugel sichert.

„Beat ist bereit, nicht nur vom Skifahren sondern auch im Kopf. Das hat er den ganzen Winter über gezeigt.“

DER AUSSENSEITER: BEAT FEUZ

Was der Führende im Gesamt-Weltcup über seine Chancen und Risiken, den Kampf um den große Kristallkugel und eine mögliche „Einbürgerung“ in Österreich sagt, erfährst du hier! >>>

Stephan Schwabl

So gewinnt Klaus Kröll den Abfahrts-Weltcup:

Gegen Cuche:

  • Wenn er auf den Rängen 1, 2 oder 3 landet, schafft es der Steirer aus eigener Kraft.
  • Wenn Cuche Zweiter wird, benötigt Kröll zumindest Rang 7.
  • Wenn Cuche Dritter oder Vierter wird, muss Kröll punkten - also in den Top 15 landen.
  • Wenn Cuche Rang 5 oder einen schlechteren belegt.

Gegen Feuz:

  • Wenn er auf Rang 1, 2, 3 oder 4 landet.
  • Wenn Feuz Zweiter wird, benötigt Kröll Rang 9
  • Wenn Feuz Dritter wird, dann muss Kröll punkten.
  • Wenn Feuz nicht über Rang 4 hinauskommt.

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