"Wir trainieren nicht mehr als andere"

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Wie vor einem Jahr lässt Ivica Kostelic auch 2012 im Jänner die Muskeln spielen.

Aus seinem Lieblingsort Wengen hat der Kroate neben 66.000 Franken Preisgeld (54.545 Euro) auch 200 Punkte mitgenommen, im Gesamt-Weltcup beträgt der Rückstand auf Leader Marcel Hirscher nur noch 30 Zähler.

Volles Programm für Kostelic

Damit befindet sich der 32-Jährige im Rennen um die Große Kristallkugel wieder voll auf Kurs. Dafür spricht neben seiner Form auch die Tatsache, dass Kostelic das volle Rennprogramm absolviert.

Alleine in der kommenden Weltcup-Station Kitzbühel bestreitet Kostelic vier Bewerbe (Super-G, Abfahrt, Slalom, Kombination), Hirscher, der ohnehin Weltcup-Rechnereien stets ablehnte, nur einen (Slalom).

On tour mit Vater Ante und Schwester Janica

Die Vielseitigkeit, Beständigkeit und Ausdauer von Kostelic ist im Weltcup, durch den er mit Vater Ante und Schwester Janica tourt, aktuell weiterhin einzigartig.

"Manche behaupten wir sind Verrückte"

Über das Geheimnis seiner Fitness meinte Kostelic: "Manche Medien behaupten, die Familie Kostelic besteht aus Verrückten. Das stört mich sehr. Wir sind keine Fanatiker.

Wir trainieren nicht mehr als andere. Aber wenn wir trainieren, dann ordentlich." In mancher Hinsicht setzt Kostelic aber im Schnee-Training sicher andere Akzente als die Konkurrenz.

Längere renntage simulieren

So trainiert Kostelic meistens mehrere verschiedene Disziplinen an einem Tag und sehr oft auch noch am späteren Nachmittag, um längere Renntage zu simulieren.

Luft nach oben

Ganz so gut in Form wie im Jänner 2011, in dem er unglaubliche 999 Punkte gesammelt hat, fühlt sich Kostelic jedoch nicht.

"Im Slalom läuft es gut, mir fehlen aber die Speed-Punkte. Ich würde sehr gerne auch in der Abfahrt wieder mehr punkten. Dann hätte ich mehrere Asse im Ärmel. Leider kämpfe ich aber mit Abstimmungsproblemen."

Da kommt für ihn Kitzbühel gerade recht, auf der Streif fühlt sich Kostelic nämlich meistens sehr wohl.

Den Super-G in Kitzbühel hat Kostelic 2011 sogar gewonnen, in der Abfahrt war er in den jüngsten zwei Auflagen Siebenter und Elfter.

Kitzbühel technisch anspruchsvoll

"Kitzbühel bevorzugt technisch gute Skifahrer. Das ist eine Abfahrt, auf der das Material eine nicht ganz so große Rolle spielt. Ich freue mich schon und bin optimistisch", meinte Kostelic vor dem ersten Abfahrts-Training am Dienstag.

Schwester als mentale Stütze

Schwester Janica, die u.a. dreimal den Gesamt-Weltcup gewonnen hat, ist eine der wichtigsten Bezugspersonen für Ivica, von ihr hat er auch im mentalen Bereich sehr viel gelernt.

"Das Wichtigste im Rennen ist, alles andere rundherum zu vergessen. Und du musst deine Emotionen kontrollieren, sonst kontrollieren sie dich."

Slalom Duell geht weiter

Während Kostelic in Wengen groß abräumte, musste Hirscher seinen zweiten Saison-Ausfall hinnehmen. "Marcel hat einen Fehler gemacht, das passiert im Slalom sehr schnell. Aber ich bin mir sicher, dass unser Slalom-Duell weitergehen wird", sagte Kostelic.

In den bisher sechs Saison-Slaloms hat es drei Kostelic- und drei Hirscher-Siege gegeben, im Spezial-Weltcup führt jedoch der Routinier aufgrund der beiden Ausfälle des Österreichers mit einem recht komfortablen Vorsprung von 125 Punkten.

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