Kirchgasser: "Ich möchte Marlies nervös machen!"

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Ihr ganzes Glücksgefühl und ihre unbändige Freude wollte Michaela Kirchgasser in einen einzigen Satz packen.

Die Worte sollten für sich stehen, das neue Gefühl beschreiben, das sich die Salzburgerin einen Tag vor ihrem 27. Geburtstag selbst beschert hatte.

Also sprach Kirchgasser nach ihrem Slalom-Triumph beim Weltcup-Finale in Schladming: „Perfekter geht es nicht, dieser Sieg ist einfach der Hammer!“

Keine Angst vor Zuzulova

Als sie die scharfen Kanten ihrer Race-Carver im Ziel noch einmal in den weichen Frühlingsschnee setzte, um ein letztes Mal im Slalom abzuschwingen, wusste sie schon, dass es für die Bestzeit gereicht hatte.

„Ich habe schon in der Mitte des Laufs den Stadionsprecher gehört, der gebrüllt hat: Kirchi, gib Gas, das geht sich aus!“

Und es ging sich aus, Marlies Schild hatte Kirchgasser locker hinter sich gelassen, die Zitterpartie gegen die Halbzeitführende Veronika Zuzulova war eigentlich keine.

Seit Samstag hält die Slowakin gemeinsam mit Mario Scheiber den Rekord für die meisten Stockerlplätze ohne Sieg, nämlich 13 an der Zahl.

"Konnte es nicht glauben"

Während Zuzulova ihren Ärger über den verpassten Sieg wieder einmal runterschlucken musste, ließ Kirchgasser ihrer Freude im Zielraum freien Lauf.

„Ich musste Springen, Hüpfen, die Hände raufreißen, konnte es erst gar nicht glauben“, erzählt sie nach ihrem dritten Weltcup-Sieg, dem zweiten in diesem Winter, im Gespräch mit LAOLA1.

„Ich wollte schon immer in Österreich aufs Stockerl, dass es gleich ein Sieg ist, ist natürlich unglaublich.“

Kampfansage an Schild

Mit ihrem Sieg zog sie im Slalom-Weltcup noch an Tina Maze vorbei und beendete die Saison also auf Rang zwei, 308 Punkte hinter Teamkollegin Marlies Schild.

Der "Slalom-Queen" sagt sie für nächsten Winter den Kampf an.

„Ich habe in dieser Saison die Konstanz im Slalom wiedergefunden. Den Weg möchte ich forcieren und die Marlies ein bisserl nervös machen“, so Kirchgasser, „weil ein Trepperl haben wir ja noch.“

Arthroskopie am lädierten Knie

Mit dem frisch getankten Selbstvertrauen möchte sie sich am Sonntag – ab 10:00 Uhr im LIVE-Ticker bei LAOLA1 – im Riesentorlauf ein weiteres Geburtstagsgeschenk machen.

„Da zählt noch einmal nur Vollgas!“ Danach muss sie allerdings Tempo rausnehmen, am Montag oder Dienstag steht ihr eine Arthroskopie bei Dr. Christian Hoser bevor.

Noch ist unklar, wie lädiert das Knie der Technikerin wirklich ist, und ob der Knorpel auch beschädigt ist.

„Ich muss einmal schauen, was die nächsten Wochen bringen, aber das Ski testen werde ich definitiv auslassen.“

Stephan Schwabl

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