Harte Chef-Worte im WM-Kampf

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Harte Chef-Worte im Kampf um die WM-Tickets

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"Das Team stellt sich selbst auf!"

Das betont ÖSV-Cheftrainer Mathias Berthold immer wieder, wenn er zum Kampf um die WM-Tickets befragt wird.

In Adelboden bot sich für die Riesentorläufer die letzte Chance, den Chef vor der WM zu überzeugen.

"Wie Ski-Urlaub"

Einigen gelang dies - etwa Philipp Schörghofer und Benjamin Raich. Anderen nicht.

"Ein paar sind heute im ersten Lauf auf alle Fälle ins Abseits gefahren. Das hatte nichts mit Skirennsport zu tun, sondern mehr mit Ski-Urlaub. Das ärgert mich sehr", hielt Berthold nach dem Riesentorlauf mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg.

Deutliche Worte, die wohl der Enttäuschung über die Leistungen einiger Läufer geschuldet sind. Wen er genau meinte, wollte Berthold nicht sagen, verwies auf die Ergebnisliste des ersten Durchgangs.

Da blieben Romed Baumann, aber vor allem Christoph Nösig und Marcel Mathis hinter den Erwartungen zurück. Die beiden Letzteren verpassten knapp, aber doch das Finale. Und haben damit im Kampf um die WM-Tickets nun schlechtere Karten.

 Nur Hirscher auf dem Podest

Die Aufstellung für den WM-Riesentorlauf wird jedenfalls nicht einfach. Mit Marcel Hirscher schaffte es in dieser Saison nur ein Läufer aufs "Riesen"-Podest.

Von den übrigen Anwärtern auf einen WM-Startplatz konnte sich keiner entscheidend absetzen, die Ergebnisse liegen knapp beisammen.

Welcher Ansatz?

  • Nimmt man den Weltcupstand als Kriterium, dann wären Raich, Nösig und Mathis dabei. Reichelt und Schörghofer müssten zuschauen.
  • Geht man nach dem Top-Ergebnis, stünden Reichelt, Schörghofer und Raich im Aufgebot.

Weitere Faktoren

Bei der Ermittelung des WM-Teams werden aber sicherlich noch andere Faktoren berücksichtigt.

Auch wenn Mathias Berthold immer wieder betonte, das frühere Erfolge nicht zählen, werden diese wohl etwas reinspielen. Gilt es doch abzuwägen, wer das Potential für einen Podestplatz hat. Denn letztlich zählen bei der WM nur die Medaillen.

Das Quinett:

Benjamin Raich: Der Tiroler hat nach Adelboden zwei achte Ränge zu Buche stehen. In Val d'Isere zeigte er im ersten Lauf sein Potential, fiel im Finale aber weit zurück. Mit 14 Weltcupsiegen, WM- und Olympia-Gold hat Raich in der Vergangenheit mehrmals bewiesen, dass er ganz vorne mitmischen kann. Für den Tiroler spricht zudem, dass er als Kombi-Fixstarter bereits im WM-Aufgebot steht.

Philipp Schörghofer: Der Salzburger startete als Nummer zwei im heimischen Team in die Saison. Allerdings wollte es von Beginn an nicht laufen. In Sölden war er als "Schneepflug" chancenlos, danach machte er sich mit Fehlern das Leben immer wieder schwer. Mit Rang sieben in Adelboden dürfte der WM-Dritte von Garmisch-Partenkirchen auf den letzten Abdruck den Sprung auf den WM-Zug schaffen. Ein Plus für Schörghofer ist auch, dass er ein möglicher Kombi-Starter ist.

Hannes Reichelt: Mit Rang sechs in Sölden startete der Salzburger sehr gut in die Saison. Die Tendenz zeigte danach aber klar nach unten, mit dem Ausfall in Adelboden als Tiefpunkt. Das Plus für Reichelt: Er ist als Abfahrtssieger von Bormio bereits WM-Fixstarter.

Marcel Mathis: Mit 21 Jahren der Jüngste im Kampf um die WM-Startplätze. 2011/12 war er der Shooting-Star, schaffte es im Saison-Finish zwei Mal aufs Siegerpodest. Einmal davon beim Finale in Schladming. Der Hang liegt ihm, allerdings fuhr er das Ergebnis noch mit den alten Skiern ein. In dieser Saison kam er nur am Steilhang von Val d'Isere in die Top Ten.

Christoph Nösig: Im Sommer flog der Tiroler aus dem Kader, bereitete sich auf eigene Kosten auf diese Saison vor. Und überraschte mit zwei Top-Ten-Plätzen. Geht es nach den Weltcup-Plätzen, wäre Nösig als Nummer 3 im Team dabei. In Sachen Top-Plätze hat er mit Rang neun aus dem Quintett aber das schlechteste Ergebnis. Nachdem dies gleichzeitig sein bestes Weltcup-Ergebnis ist und er als einziger aus diesem Quintett noch keinen Podestplatz vorweisen kann, hat er die schlechtesten Karten.

Philipp Bachtik

Sölden B.Creek Val d\'Isere A.Badia Adelboden
Fixstarter
Marcel Hirscher 3. 2. 1. 2. 16.
Gute Karten
Benjamin Raich 8. 30. 25. 13. 8.
Philipp Schörghofer 52. 19. 17. Out 7.
Hannes Reichelt 6. 12. 23. 25. Out
Außenseiter
Marcel Mathis 12. 17. 8. 16. 33.
Christoph Nösig 23. 10. 9. 12. 31.
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