"Es gibt keine Grenzen"

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"Ich habe von diesem Moment geträumt"

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Julia Mancuso lässt es nicht nur auf den Skipisten krachen.

Die US-Amerikanerin hatte im schneefreien Sommer ihren Spaß und ließ via „Facebook“ die ganze Welt daran teilhaben.

Eine Aktion stach dabei besonders hervor: Die Olympiasiegerin von 2006 surfte eine Riesenwelle nahe Fidschi. Doch nicht irgendeine. „Cloudbreak“ ist unter Surfern eine der berühmtesten und berüchtigtsten Wellen, die zu den zehn gefährlichsten der Welt zählt.

Die Monsterwelle geritten

Nicht viele schaffen es, eine derartige Monsterwelle zu bezwingen. Mancuso tat es. Noch dazu war die Welle an jenem Tag war hoch wie nie.

Die besten Big-Wave-Rider der Welt hatten den Swell verpasst, weil sie an anderen Stellen auf Wellen warteten. So war nur eine kleine Crew vor Ort.

Die US-Amerikanerin nutzte die Gunst der Stunde. Aufgrund der Größe der Welle war Paddeln nicht möglich, die Ex-Freundin von Aksel Lund Svindal musste von einem Jetski in die Welle gezogen werden.

Wie monströs die Welle war, zeigt folgender Fakt: Kelly Slater, seines Zeichens 11-facher Weltmeister, war kürzlich auf Fidschi. Er ist bei deutlich kleineren Wellen aufs Riff geknallt und hat sich am Fuß verletzt. So schwer, dass er womöglich seinen Traum vom 12. Weltmeister-Titel begraben muss.

„Es gibt keine Grenzen“

„Ich habe von diesem Moment geträumt, eine riesige Welle zu surfen. Ich hatte Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Noch dazu hatte ich die richtigen Leute, die mir dabei geholfen haben“, blickt sie gegenüber LAOLA1 auf ihre wohl verrückteste Freizeitbeschäftigung zurück.

Nachdem sie „Cloudbreak“ bezwungen hatte, wurde ihr eines klar. „Im Leben geht es nicht darum, die Grenzen zu erforschen. Es geht darum, zu verstehen, dass es keine Grenzen gibt.“

Generell sei sie nicht der Typ dafür, sich Tag für Tag im Kraftraum hinter geschlossenen Türen zu schinden. „Die Natur ist meine Kraftkammer“, verrät sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Julia Manucso auf der Monsterwelle "Cloudbreak" bei Fidschi

Die WM-Spezialistin

In Sotschi veredelte sie eine verkorkste Saison mit Bronze in der Super-Kombination. Sieht man sich ihre Bilanz bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen an, kommt man ins Staunen.

Seit 2005 holt sie mit Ausnahme der WM 2009 bei jedem Großereignis zumindest eine Medaille.

„Ich will auch immer vor der WM aufs Podest kommen. Ich will ganz einfach Spaß haben - manchmal funktioniert es, manchmal nicht“, will sie nichts davon wissen, sich bei Großveranstaltungen nochmal extra motivieren zu können.

In den vergangenen neun Jahren hamsterte sie so jedoch neun Medaillen.

„Ich will wieder zuschlagen“

So wird Mancuso auch bei ihrer Heim-WM 2015 in Beaver Creek zu den Titelanwärterinnen zählen – unabhängig von ihren zuvor gezeigten Leistungen.

Alles kann besser werden

Nach dem Motto „keine Grenzen“ bestritt sie auch den Auftakt-Riesentorlauf in Sölden. Mit Startnummer 47 kämpfte sie sich die ruppige Piste herunter und landete auf dem starken 17. Platz.

„Das war super und ich fühle mich stark. Die letzte Saison war nicht gut, also kann es eigentlich nur besser werden“, bilanziert die 30-Jährige.

In der Tat war die letzte Saison nicht ihre beste. Bei ihren ersten 14 Antreten verpasste sie die Top 10, erst im neuen Jahr konnte sie sich steigern und erreichte in Cortina zwei siebente Ränge.

Doch wer Manuso kennt, weiß, dass sie in den wichtigen Momenten immer für Großes bereit ist. So auch bei den Olympischen Spielen 2014.

Vor dem Großereignis will sie aber ihre täglichen Hausaufgaben machen. „Der Weltcup ist mein vorrangiges Ziel. Natürlich ist die WM auch ein großes Thema, aber zuerst musst du im Weltcup gut fahren.“

Dass die WM im eigenen Land für sie etwas ganz Besonderes ist, kann sie aber nicht abstreiten. „Es ist so aufregend sagen zu können, dass ein solch grosser Anlass hier zuhause stattfinden wird, den Freunden zu sagen, dass sie die Möglichkeit haben uns live zu sehen, wie wir uns aus dem Starthaus katapultieren."

„Es wird eine grossartige Chance für die amerikanischen Kinder sein zu sehen, was für ein grossartiger Sport Skirennfahren ist. Wenn die WM kommt, will ich wieder zuschlagen.“

Das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn die Vergangenheit hat bewiesen: Julia Manucso lässt es auch auf den Skipisten krachen.

 

Matthias Nemetz

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