"Muss mich nicht mehr verbeißen"

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Gesamtweltcup "nicht oberstes Gebot"

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Die Sommer-Vorbereitung beschreibt sie als ein wenig "holprig", ansonsten läuft im Leben der Maria Höfl-Riesch vieles rund.

Die Titelverteidigerin im Gesamtweltcup hat ihre Ziele für die Saison, die ohne Großereignisse und Medaillen auskommen muss, formuliert.

Vor allem eines will sie: "Das Hauptziel für mich ist, dass ich die richtige Mischung finde zwischen Ehrgeiz, aber auch Gelassenheit und über den Dingen stehen, wenn es mal nicht so läuft", sagte die Deutsche im Rahmen des Medientages im Kärntner Mölltal.

Kleine Wehwehchen

Nicht nur im Trainingsgewand in Aktion auf dem Gletscher, sondern auch im legeren Freizeit-Look fiel die schlanke Figur von Höfl-Riesch auf.

Dank Ernährungsumstellung inklusive Einsparung von Fett und Zucker hat sie im Frühjahr das während des vergangenen Winters verlorene Gewicht nicht zugelegt und fühlt sich damit "ganz gut".

Das Konditionstraining verlief laut ihren Aussagen gut, beim Skitraining in Übersee spielten die Bedingungen jedoch nicht immer mit, in Neuseeland kam die Sprunggelenkverletzung hinzu ("Ich spüre es noch ein bisschen, aber es schmerzt nicht"), sowie zuletzt eine Erkältung.

Schneetage fehlen

"Das ist nicht schlimm, aber ich bin noch nicht so richtig auf der Höhe. Und es ist halt leider in zweieinhalb Wochen das erste Rennen. Ein paar gute Schneetage fehlen noch. Am besten fühle ich mich im Riesentorlauf, das ist für Sölden positiv", erklärte Höfl-Riesch.

Es ist auch die einzige Disziplin, in der die 26-Jährige noch kein Weltcuprennen gewonnen hat.

"Da würde ich zu einem sehr erlesenen Kreis von Skifahrerinnen gehören. Das wäre eine große Ehre, ein toller Erfolg. Für die Saison ist es auf jeden Fall ein Ziel. Ich weiß, dass ich das kann. Es muss halt alles zusammenpassen. Ich war ja schon zweimal Zweite."

"Nicht das oberste Gebot"

Mit dem Triumph im Gesamtweltcup 2010/2011 hat Höfl-Riesch sich selbst eine Last von der Schulter genommen, diesen Druck macht sie sich heuer nicht.

"Sicher wäre es schön, den Weltcup wieder zu gewinnen. Aber das ist nicht das oberste Gebot. Tief im Inneren war schon der Gesamtweltcup immer in mir drinnen. Jetzt hat es geklappt, jetzt muss ich mich nicht mehr so in dieses Thema verbeißen."

In allen Disziplinen will sie versuchen, auch kommende Saison wieder vorne mit dabei sein. "Dann muss man sehen, für was es reicht am Ende. Manchmal geht es ja eng her."

Kein Groll gegen Vonn

Vergangenen März in Lenzerheide zum Beispiel, als Maria Höfl-Riesch den Gesamtweltcup mit drei Punkten Vorsprung auf ihre sportliche Dauerrivalin und Titelverteidigerin Lindsey Vonn (USA) für sich entschied.

Die langjährige Freundschaft der beiden wurde im Saisonfinish deutlich sichtbar hart belastet. Der Hochzeit von Maria Riesch mit Marcus Höfl blieb Vonn fern.

Viel sagt die Deutsche nicht zum Thema. "Ich habe es für mich analysiert und mir meine Gedanken dazu gemacht. Ich glaube einfach, da sind zwei unterschiedliche Mentalitäten zusammen gekommen. Ich hege keinen Groll mehr und lasse alles andere auf mich zukommen."

Sölden nicht entscheidend

Vor Sölden hofft Höfl-Riesch noch auf gute Trainingstage, vom Mölltaler Gletscher ging es nach Hintertux.

"Es wäre schön, in Sölden einen guten Start zu erwischen. Ein Top-Fünf-Ergebnis wäre super. Aber egal wie es in Sölden läuft, es ist nicht entscheidend", sagte Höfl-Riesch zum Saisonauftakt, dem erst drei Wochen später der Slalom in Levi (Finnland) folgt.

Und auch wenn es im kommenden Winter nicht um Medaillen geht, ist die Herausforderung enorm. "Eine Saison zum Relaxen wird es definitiv nicht, das Programm ist sehr dicht. Aber ohne Großereignis ist es schon ein bisschen entspannter. Es ist angenehm, wenn man nicht schon Monate davor ans Großereignis denken muss."

Karriere- und Familienplanung

2013 folgen die Weltmeisterschaften in Schladming, 2014 die Olympischen Spiele in Sotschi. Zumindest soweit geht die Karriereplanung von Höfl-Riesch.

"Familienplanung ist sicher ein Thema, aber nicht in unmittelbarer Zukunft. Ich plane schon grundsätzlich, bei Olympia 2014 zu starten, vielleicht sogar auch noch länger, aber vielleicht auch nicht. Ich höre auf meinen Körper. Momentan habe ich Spaß, ich bin gesund, das Leben danach ist lange genug."

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