In Argentinien kehrt Hirscher zurück auf Schnee

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Nach fast fünf Monaten ohne Ski legt Marcel Hirscher in Feuerland wieder los.

Während Österreichs Abfahrer bereits in Chile weilen, verzichtet der Weltcup-Gesamtsieger diesen Sommer auf einen speziellen Speed-Block und fliegt stattdessen Freitag direkt zum Training nach Argentinien.

In Ushuaia will der Salzburger die Basis für weitere Weltcupsiege und Medaillen bei der WM 2015 in Colorado legen.

Weniger Auftritte, mehr Training

Hirscher hat nach Olympia-Silber und dem dritten Gesamtsieg in Folge nach der vergangenen Saison noch so eifrig getestet, dass er seit einem Tiefschnee-Urlaub in Kanada die Ski nur noch von weitem gesehen hat.

Der 25-jährige gönnte sich bis auf einige PR-Auftritte abseits der Öffentlichkeit einen ruhigen Sommer und das nicht nur, weil die vergangenen Jahre für den Technik-Spezialisten extrem anstrengend waren.

"So konnte ich meine Trainingsblöcke in Ruhe durchziehen", erklärte Hirscher.

 

Unorthodoxes Sommer-Training

Trainiert hat der Salzburger wie immer auch unorthodox, neben Motocross, Slacklinen und ein wenig Yoga kam auch Speedway mit ins Programm des Motorsport-Freaks.

Bei einigen Trainings-Einheiten mit dabei war auch Hirschers "Spezl" aus Jugendtagen, Max Franz. Der Kärntner Abfahrer wird wie Hirscher von Gernot Schweizer konditionell betreut.

"Konkurrenten werden immer mehr"

Hirscher weiß, welch hohe Erwartungen man nach drei Weltcup-Gesamtsiegen an ihn hat.

"Prinzipiell bin ich gesund und es geht mir gut. Von dem her spricht also nichts dagegen", kann sich der Österreicher einen neuerlichen Kugelgewinn schon vorstellen.

"Aber die Konkurrenten um den Becher werden immer mehr. Bleibt die Frage, ob es dadurch schwerer oder leichter wird."

"Das ist kostbare Jahre"

Prinzipiell ist sich der 25-jährige aber bewusst, dass er gerade ein großes Privileg durchlebt.

Selbst wenn mittlerweile dritte Plätze von der erfolgsverwöhnten Öffentlichkeit fast schon kritisch beurteilt werden würden (Hirscher: "Das ist krass") und der Sieger in 23 Weltcupbewerben aufgrund des Gesamt-Drucks selbst bei Erfolgen bisweilen die "abartig geilen" Momente vermisst, will er den Skisport weiter genießen.

"Das sind kostbare Jahre, das muss man immer im Auge behalten."

Deshalb hat es an seiner Karriere-Planung auch nichts verändert, dass er in Sotschi nicht Olympiasieger geworden ist. "Ich habe ja eineinhalb bis zwei Karrieren schon sehr gut hinter mich gebracht, kann also nach dem Motto weiterfahren, was kommt, das kommt."

Vorfreude auf WM

Mit Sicherheit kommt das Training am Südzipfel Argentiniens (Hirscher: "Das ist ganz speziell, da ist hinter dir nur noch Eis und Wasser") und die WM in Vail/Beaver Creek samt Titelverteidigung im Slalom.

Nicht nur für Hirscher wird der Kampf auf dem aggressiven Kunstschnee auf 3.000 m Seehöhe eine zähe Sache. "Der Ted Ligety ist in Europa Weltmeister geworden, es muss auch umgekehrt gehen."

Die Freude auf die Vail-WM ist bei Hirscher bereits da. "Ein richtig toller Ski-Ort."

Ice Bucket Challenge

Trotz aller Zurückhaltung hat sich Hirscher einer Sache nicht entziehen können.

Die Ice Bucket Challenge begrüßt der Salzburger aber ("Dadurch habe ich viel über diese Krankheit erfahren") und gespendet hat er natürlich auch. Nominiert hat er selbst Anna Fenninger, Andreas Gabalier und Hermann Maier. Zumindest Fenninger hatte bis Donnerstag die Herausforderung bereits eingelöst.

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