Hirscher hält den Ball vor Super G flach

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Marcel Hirscher hat bescheidene Erwartungen für sein Weltcup-Comeback im Super-G.

"Platz 25 bis 30 wäre schon gewaltig", meinte der 22-jährige Technikspezialist aus Salzburg am Donnerstagnachmittag nach der Hangbefahrung in Crans-Montana.

Reichelt traut Hirscher Top 15 zu

Sein ÖSV-Teamkollege und engerer Landsmann Hannes Reichelt ist dagegen überzeugt, dass der Weltcup-Spitzenreiter in der Schweiz in die Top 15 fahren kann.

"Wenn ich ihm im Super-G etwas zutraue, dann auf diesem Hang, der einem Riesentorläufer entgegenkommt. Und Marcel ist ja einer der besten Riesentorläufer", betonte der 31-jährige Routinier.

Vorbereitung auf Riesentorlauf

Die Entscheidung für einen Start am Freitag ist laut Hirscher vor allem im Hinblick auf den Riesentorlauf am Sonntag gefallen.

"Das ist eigentlich eine coole Piste hier. Schon das Einfahren hat Spaß gemacht, und ich möchte diese Chance nutzen. Und auch für den Riesentorlauf kann es kein Nachteil sein", erklärte der Spitzenreiter der Gesamt- und Riesentorlauf-Wertung, der seine Entscheidung nach einem Gespräch mit ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold getroffen hatte.

"Wichtigstes Rennen am Sonntag"

"Primär war es für uns wichtig, dass es ihm einen gewissen Vorteil für den Riesentorlauf bringen kann", stellte Berthold klar.

"Diese Strecke ist sehr wellig und hat viele Übergänge. Da ist es sicher ein Vorteil, wenn man vorher schon einmal drüberfährt. Aber das wichtigste Rennen ist für ihn sicherlich der Riesentorlauf am Sonntag."

Weiterer Start offen

Ob Hirscher auch am Samstag im Super-G am Start stehen werde, hänge vom Freitag-Rennen ab.

"Wenn ich sehe, dass es keinen Sinn machen würde, also ich gut gefahren und trotzdem nur 50. geworden bin, dann fahre ich am Samstag nicht", sagte der ÖSV-Star. Dass er zuletzt im Super-G-Training gute Ergebnisse erreicht hat, wollte der Annaberger nicht überbewertet wissen.

"Denn das waren alles Strecken, die ich sehr gut gekannt habe und auf der Riesentorlauf-Seite waren. Auf richtigen Super-G-Strecken wie hier fehlt mir dagegen die Erfahrung."

Flacher Hang als Nachteil

Ein Nachteil sei für ihn als Leichtgewicht neben der schlechten Startnummer jenseits der Top 30, dass der Hang in Crans-Montana eher flach ist.

"Da fehlt mir das Gewicht", meinte der nur 77 kg schwere Hirscher, der selbst bei einem guten Abschneiden in der Schweiz die beiden Super-G-Rennen in der kommenden Woche in Kvitfjell "sicher auslassen" wird.

Dichtes Super-G-Programm

Nicht nur für Hirscher, sondern auch für die Super-G-Spezialisten geht die Saison in der zweitschnellsten Alpin-Disziplin jetzt erst so richtig los.

Durch den Ausfall des Rennens in Kitzbühel hat es seit Gröden am 16. Dezember 2011 keinen Super-G im Herren-Weltcup mehr gegeben.

Nun stehen aber gleich fünf Rennen in den kommenden drei Wochen auf dem Programm.

"Nicht zufriedenstellend"

Für den ÖSV lief die bisherige Saison in dieser Disziplin laut Berthold "überhaupt nicht zufriedenstellend", da es bisher noch kein Österreicher aufs Podest geschafft hat.

"Gut, dass wir noch fünf Super-Gs haben, um das Blatt noch zu wenden", betonte Reichelt, der weiß, dass ihm die kommenden Strecken entgegenkommen.

"Der Hang hier in Crans-Montana ist sehr selektiv, da geht es schon zur Sache. Und in Kvitfjell bin ich ja schon aufs Stockerl gefahren. Wichtig wird sein, dass man bei der Besichtigung das richtige Gefühl dafür findet, was sich von der Linie her ausgeht."

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