Hirscher testet in Vail entspannt für die WM

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68 Tage vor der Weltmeisterschaft 2015 in Vail und Beaver Creek hat Marcel Hirscher erstmals in diesem Jahr in Colorado trainiert.

Knapp zwei Monate vor dem Saison-Höhepunkt erlebte der dreifache Weltcup-Gesamtsieger knapp nach seiner Ankunft in den USA auch ein persönliches Highlight.

Feiern mit der Legende?

Am Donnerstag traf er in Vail mit Österreichs Ski-Legende Pepi Gramshammer zusammen.

Im kommenden Februar könnten Hirscher und der 82-jährige Vail-Mitbegründer aus Tirol noch öfter aufeinanderstoßen, dient doch der Gasthof Gramshammers in Vail erneut als Österreich-Haus, wo wie schon 1989 und 1999 die erhofften rot-weiß-roten Erfolge gefeiert werden.

Hirscher ist einer der wenigen Österreicher, die heute schon wissen, dass sie in zwei Monaten wieder in Colorado sein werden. "Auch das", so der 25-Jährige, "macht mich sehr relaxed."

Auftakterfolge sorgen für Entspannung

Mit dem RTL-Sieg in Sölden und Platz zwei im Levi-Slalom ist Hirscher ein nahezu perfekter Saisonauftakt gelungen. Dadurch hat sich Österreichs aktuell bester Skifahrer so entspannt, dass er auch das erste und noch vom massiven Jetlag beeinflusste Training in Colorado locker wegsteckte.

"Den Tag konnte man als Training nicht zählen. Und obwohl jeder Trainingstag wichtig ist, stresst mich das derzeit nicht", erklärte Hirscher.

Abfahrts-Training geplant

Dabei hat der Weltcup-Titelverteidiger in den kommenden Tagen in den Rocky Mountains ein Riesen-Programm abzuspulen.

Denn vor dem Riesentorlauf am 7. Dezember will er in Beaver Creek auch den Super-G bestreiten und davor auch an einem Abfahrtstraining auf der berühmt-berüchtigten "Birds of Prey" teilnehmen.

WM-Test im Slalom

Dazu kommt, dass sich Hirscher auch schon auf die WM vorbereitet und deshalb auch Slalom trainiert, obwohl auf der Nordamerika-Tour kein Weltcuprennen in der Disziplin, in der er Weltmeister ist, ansteht.

"Die Kunst derzeit ist, alles zu trainieren. Ich werde daher auch zwei, drei Tage Slalom trainieren, um ein Gefühl dafür zu kriegen, ob das Setup auch auf diesem Schnee in Nordamerika funktioniert. Der Slalom ist hier ja ziemliches Neuland", erklärte der Österreicher.

Materialkoffer wird leichter

Zum Glück muss Hirscher trotz seines Riesen-Programmes nicht mehr "Tonnen" an Material nach Nordamerika mitschleppen.

"Im Gegenteil, es wird immer weniger, weil wir vor allem punkto Skischuhe schon ziemlich ausselektiert haben", fühlt sich Hirscher materialmäßig auf der sicheren Seite.

"Ich bin mittlerweile vom Setup her extrem gut aufgestellt", betonte der Material-Perfektionist.

Rezept gegen Jetlag: "Niemals nachgeben"

Auch ein anderes WM-Szenario "übt" Hirscher schon jetzt. Die acht Stunden Zeitverschiebung bekämpft er damit, dass er sich keine Schwächen gibt.

"Es gilt, das Ganze beinhart durchzuziehen und niemals nachzugeben. Einen Nachmittagsschlaf gibt's nicht, vielmehr gilt es, gleich in der aktuellen Zeit zu leben."

Sportlerwahl kein Thema

Komplett abgehakt hat Hirscher die Sportlerwahl. "Das hat mich heuer echt nicht berührt", überraschte der Salzburger mit einer glasklaren Aussage. Warum?

"Weil wir uns nicht verstecken müssen, wenn ein David Alaba Sportler des Jahres in Österreich wird. Deswegen bin ich trotzdem dreifacher Weltcupsieger. Es war eine Wahl, und es ist so entschieden worden, da darf man nicht gekränkt sein", sagte der hinter dem Bayern-Fußballer zweitplatzierte Ski-Star.

Ein Alaba-Fan

Zudem ist Hirscher privat ohnehin ein großer Alaba-Fan. "Es ist immer super, wenn wir uns über den Weg laufen und labern. Er ist ein superlässiger Typ. Er ist nicht nur bei den Interviews witzig, sondern auch im Eins zu Eins. Es ist schon etwas Besonderes, mit jemandem zu reden, der ähnlich ist oder Situationen kennt, die man auch selbst gut kennt."

Dabei hat Hirscher durchaus auch Fußball-Talent. Bewiesen hat er das auch mit seinem Torwand-Rekord im deutschen TV mit drei Treffern. Damit ließ der Salzburger damals auch den Schweinsteiger-Kumpel und "Fußballgott" (Hirscher) Felix Neureuther hinter sich.

Mit Alaba die Rollen zu tauschen stellt sich Hirscher so vor: "Für mich müsste man die Tore größer und den Platz kleiner machen. Für David wäre wahrscheinlich der obere, flache Teil des Levi-Slaloms sehr ansprechend."

 

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