"Kann passieren, darf passieren"

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Einfädler stoppt Hirscher: "Fahrt und Zeit waren genial"

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Ein Einfädler am Sonntag im Slalom von Wengen hat die Erfolgsserie von Marcel Hirscher gestoppt.

"Ich bin ordentlich stinkig. Aber wenn ich den Vorsprung sehe, dann kann ich wieder lachen. Die Fahrt und die Zeit waren genial."

"Das war mitunter das Beste, was ich heuer geboten habe", meinte der Salzburger, der um fast acht Zehntel schneller als der Halbzeit-Führende Teamkollege Mario Matt war.

"Nicht gewusst, was es war"

"Ein Einfädler im Slalom, das kann passieren, das darf passieren. Das ist nichts Außergewöhnliches", sagte der 22-jährige ÖSV-Jungstar, der zuletzt in Zagreb und Adelboden drei Rennen in Serie gewonnen hatte und auch Wengen als Führender im Gesamt-Weltcup verließ.

Als Hirscher im Ziel war, freute er sich über seine Darbietung. Obwohl er gleich wusste, dass Ungemach drohen könnte.

"Wenn man mit dem Fuß oder mit dem Skischuh hängenbleibt, dann fühlt es sich ziemlich identisch mit einem Einfädler an."

"Ich habe etwas gespürt, habe aber nicht genau gewusst, was es war. Deshalb bin ich weitergefahren. Hätte ich gewusst, dass ich eingefädelt habe, wäre ich sofort stehen geblieben."

"Habe mich extrem wohl gefühlt"

Die TV-Bilder, die auch im Zielraum in Wengen auf der Riesenleinwand zu sehen sind, brachten sehr bald Gewissheit, dass Hirscher wirklich eingefädelt hat.

Nicht gerade sportlich haben sich die zahlreichen kroatischen Fans von Hirschers großem Slalom-Rivalen Ivica Kostelic verhalten, sie jubelten beim Anblick der Zeitlupenbilder lautstark.

Hirscher schwankte zwischen Freude über die schnelle Fahrt und Ärger über das Ausscheiden.

"Ich weiß nicht genau, ob ich mich mehr freuen oder ärgern soll. Ich habe mich extrem wohl gefühlt, wir haben beim Material eine Kleinigkeit probiert (Kanten-Tuning, Anm.) und dieser Mut hat sich voll ausgezahlt. Ich habe gemerkt, dass es super funktioniert."

Schnell weg und heim

Deshalb lautete Hirschers Antwort auf die Frage, was er aus Wengen für die nächsten Rennen mitnehmen will: "Alles, bis auf ein Tor."

Daher galt es nun, den Einfädler mental so schnell wie möglich abzuhaken. Hirschers Plan lautete.

"So schnell wie möglich heim und weg von da. Dann trainieren, trainieren, trainieren, damit so ein Schas beim nächsten Mal nicht mehr passiert."

Berufsrisiko eines Slalomläufers

Atomic-Renndirektor Rudi Huber meinte zum Ausfall seines neuen Aushängeschilds.

"Das ist das Berufsrisiko eines Slalomläufers. 60 Tore, 60 Fallen, das ist das Motto im Slalom", erklärte Huber.

"Natürlich ist der Ausfall sehr schade, weil es so gut gelaufen ist und es auch im Gesamt-Weltcup sehr gut aussieht. Aber man muss jetzt wieder einfach Rennen für Rennen schauen."

Vorfreude auf Kitz und Schladming

Wie Hirscher ist aber auch für Huber das Wichtigste: "Marcel hat den Grundspeed, er ist extrem schnell. Das ist sehr wichtig für seinen Kopf."

Deshalb ist bei Hirscher die Vorfreude auf Kitzbühel schon wieder riesengroß gewesen.

"Wenn der Speed stimmt, dann ergibt sich die Chance in den nächsten Rennen von selbst. Ich freue mich extrem auf Kitzbühel und Schladming."

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