Hirscher trifft "Ferdl"

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Hirscher trifft Rentier: "Groß ist er geworden"

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"Wenn ich ehrlich bin", musste Marcel Hirscher eingestehen, "weiß ich nicht, ob das der Ferdl ist".

So sehr hat sich das Rentier, dass der Salzburger Skirennläufer vor einem Jahr mit dem Sieg im Slalom von Levi geschenkt bekommen hat, verändert.

"Groß ist er geworden", meinte Hirscher bei einem Besuch am Freitag. Und hatte trotz 18 Grad minus sichtlich Spaß beim Füttern mit Islandmoos.

"Fasziniert vom Ferdl"

Hirscher, der sich nach einem "guten Training" für das sonntägige Rennen mit großem Mediengefolge zum Rentier-Zuhause im Lappland aufmachte, freute sich über das Wiedersehen.

"Letztes Jahr hat mir der Ferdl echt leidgetan, da war er die ganzen Kameras im Ziel nicht gewöhnt. Jetzt kennt er das schon", sagte Hirscher, der extra Hirschfutter aus Österreich mitgebracht hatte.

"Ich bin fasziniert vom Ferdl. So einen brauche ich daheim", schwärmte Hirscher.

 

Grundstein für Rentier-Zucht?

Gut möglich, dass der nach Marcels Vater Ferdinand benannte Vierbeiner am Sonntag einen Kameraden bekommt.

"Sicher wäre das fein, aber jeder will hier ein Rentier gewinnen." Dem Olympia-Silbermedaillengewinner wird von seinen Teamkollegen Mario Matt und Co. bescheinigt, extrem schnell zu sein.

"Das höre ich jedes Jahr vor dem ersten Slalom. Das ist eine sehr gute Taktik, die meine Kollegen da anwenden. Aber ich brauche auch nicht lügen, ich fühle mich gut, ich fühle mich wohl. Es geht mir gut", meinte Hirscher, der aber auch erwähnte, dass "meine Teamkollegen richtig gut in Form" sind.

"Die Qualität war tipptopp"

Nach Sölden lag der Fokus auf dem Slalomtraining, es waren nicht so viele Tage, aber er ist bereit.

"Die Qualität war tipptopp, das passt. Die Qualität ist das Ausschlaggebende. Es soll nicht überheblich klingen, aber Skifahren kann von uns eh jeder. Man braucht die Tage, dass man sich einfährt, dass man das Feeling wieder bekommt. An die körperliche Belastung muss man sich klar gewöhnen, aber das habe ich mit dem vielen Riesentorlauftraining eh schon gemacht. Und dass der Fuß wieder aushält, dass er viel im Skischuh drinnen steckt und die Schienbeine nicht schreien 'aua, aua, aua'."

 

"Lieber on the top als Adabei"

Angesprochen auf das Interview mit dem Magazin "Red Bulletin", in dem Hirscher sagte, dass er sich momentan nicht vorstellen könne, dass er bis 2018 noch fahre, meinte Hirscher: "Nein, ich kann es mir auch momentan nicht vorstellen. Ich weiß es nicht, wir können uns teilweise viele Sachen nicht vorstellen, aktuell und konkret."

Aber es sei keine Dauerlösung, das Ganze mit dem extremen und immensen Umfang und Aufwand zu betreiben.

"Aber für mich war immer klar, wenn ich die Möglichkeit jemals habe, erfolgreich zu sein, dann hole ich alles, was irgendwie möglich ist raus. Lieber on the top als Adabei. Das meine ich jetzt nicht abwertend, sondern das ist einfach, wie man die Gewichtung legt."

Das ganze Team ziehe am selben Strang und reiße wild an, dann seien solche gewaltigen Saisonen wie die vergangenen drei möglich. Er glaube aber nicht, dass man das über zehn Jahre halten könne.

"Entweder von der Leistung ein bisschen zurück, oder jetzt noch ein paar Jahre gescheit und dann dafür aufhören." Aber es seien ja doch noch ein paar Jahre, nur nicht nervös werden, meinte er lachend.

Als MoBro in Levi

Nicht nur wegen der Kälte lässt sich Hirscher derzeit einen Schnurrbart stehen, er will auf die Movember-Aktion für Männergesundheit hinweisen.

"Ich kann mittlerweile schon auch die Aufmerksamkeit generieren, dass es auch was bringt. Das ist eine super Gelegenheit, aufmerksam zu machen."

Er wisse aber, dass ihm sein - dauernd Bart tragender - Papa Ferdinand auslachen werde. "Der denkt sich sicher, 'netter Versuch, Kollege'".

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