Hirscher lässt sich alles offen

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Hirschers Pläne reichen bis "Duschen und Heimfahren"

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Auch nach dem Slalom am Sonntag und mit einem dicken Polster von 149 Zählern auf Gesamtweltcup-Kontrahent Aksel Lund Svindal aus Norwegen hat Marcel Hirscher noch keine Entscheidung darüber gefällt, ob er beim Finale in Lenzerheide in den Speed-Bewerben antreten wird.

"Ich weiß es echt nicht. Ich habe keine Idee, was ich morgen mache. Ich weiß, dass ich jetzt duschen gehe und dann heimfahre. Mehr habe ich noch nicht nachgedacht", meinte der Salzburger Skirennläufer nach dem zweiten Platz in Kranjska Gora.

Das Lenzerheide-Programm sieht am Dienstag ein Abfahrtstraining für die Herren vor sowie Mittwoch die Abfahrt und Donnerstag den Super-G.

Kugel als "große Auszeichnung"

Svindal steht unter Zugzwang, müsste wohl beide Bewerbe auf den langen Latten gewinnen, um sich wieder ins Spiel um das große Kristall zu bringen.

"Sicher ist jetzt nur, dass ich im Riesentorlauf und im Slalom antreten werde", sagte Hirscher, der sich am Sonntag vorzeitig die Disziplinwertung im Torlauf sicherte.

"Es ist meine erste Slalomkugel, es ist eine große Auszeichnung. Das heißt für mich, dass ich der beste Slalomläufer in der Saison 2012/2013 war." Auf dem Podkoren katapultierte er sich als Halbzeitachter noch auf das Podest.

"Ich bin beide Läufe gut gefahren, im ersten hatte ich einen großen Fehler, da dachte ich, es ist vorbei. Im zweiten bin ich gut und sauber gefahren. Es ist fantastisch, wieder auf dem Podium zu sein", sagte der Salzburger, der in 18 Weltcuprennen in diesem Winter 16 Mal auf dem Stockerl stand.

"Normalerweise greift das Salz"

Dass das Rennen in Kranjska Gora abgesagt werden könnte, diese Angst hatte er nicht. "Normalerweise greift das Salz, wenn es so schüttet, sensationell."

Im ersten Durchgang seien die vordersten Startnummern bevorteilt und es für die hinteren nicht einfach gewesen, aber gewonnen hat der Kroate Ivica Kostelic mit Nummer sechs.

"Ich glaube, es war schon okay", sagte Hirscher. Kostelic reiste nach seinem Sieg direkt ins Medizinischen Zentrum von Bad Ragaz (Schweiz), um sein Knie untersuchen zu lassen.

Es soll entschieden werden, ob nach Saisonende eine Operation notwendig sein wird, in Lenzerheide will er aber antreten.

Plan ging nur teilweise auf

Im Hirscher-Lager wird in der heißen Phase des Weltcups auch ein wenig gepokert. Am Samstag steckte ÖSV-Trainer Michael Pircher einen ersten Riesentorlauf-Durchgang, der Svindal gröbere Schwierigkeiten hätte bereiten sollen.

Der Plan ging nicht auf, der Norweger war Halbzeitfünfter. Mit Platz zwei in der Endwertung schaufelte Hirscher gegenüber dem sechstplatzierten Svindal aber vierzig Punkte mehr auf sein Konto.

Im Slalom waren "Big Points" das Ziel Hirschers, nach einem schweren Fehler lag er nach dem ersten Lauf allerdings nur an der achten Position.

Außerdem fuhr Hirscher mit einer Motocross-Brille, die mit einer speziellen Beschichtung einen Vorteil hätte bringen sollen. Was nicht ganz aufging, aber auch nichts Schlimmes verursachte - und mit Platz zwei war das Plansoll von hundert Zählern in den zwei Technikrennen mehr als erfüllt.

Ratschläge vom Kumpel

"Es war ein Versuch. Der Moment hätte besser nicht sein können, weil so schütten kann es nur selten. Im zweiten Durchgang hat es bei meinem Start nur noch genieselt, da war kein Bedarf mehr", sagte Hirscher zum Brillen-Test.

"Wir müssen daran arbeiten. Es war nicht zu riskant. Es hätte besser sein können, aber es war immer noch besser als mit einer normaler Brille."

Mehr verraten wollte er über das Produkt nicht. "Secret." Ratschläge bekommt er von seinem Freund Matthias Walkner, der MX3-Weltmeister ist.

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