Die FIS macht Stress

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Head: Stärkstes Team, aber Streit mit der FIS

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Der Sportartikel-Hersteller Head hat am Donnerstag vor dem alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden sein Team präsentiert und dabei die insgesamt wohl stärkste Mannschaft im Alpinzirkus (28 Siege im Vorjahr) vorgestellt.

Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal führen die Truppe an, in der die Rücktritte von Didier Cuche und Anja Pärson durch die Zugänge von Beat Feuz und Julia Mancuso kompensiert wurden.

Allerdings sorgte auch gleich ein Krach mit dem Internationalen Skiverband (FIS) für Aufregung.

Ski-Modell verboten

Die FIS hatte zehn Tage vorher ein Ski-Modell verboten, mit dem Head innovativ auf die immer noch umstrittene Regeländerung (längere Ski mit neuem Radius sind im Riesentorlauf vorgeschrieben) reagiert hatte.

Das inkriminierte Modell wird bereits deutlich vor dem hinteren Ende extrem schmal und soll laut dem österreichischen Rennleiter Rainer Salzgeber die Sportgeräte deutlich "fahrbarer" machen.

Der eigenen Waffen beraubt

Die große Sorge der Athleten ist bekanntlich, dass die neuen Ski schwerer zu fahren sind und durch Ermüdung doch wieder viele Unfälle und Verletzungen passieren.

Head sieht sich durch die FIS-Entscheidung einer seiner Waffen beraubt. Firmenchef Johan Eliasch war so empört darüber, dass er diese in Sölden als "unakzeptabel" bezeichnete.

Laut Eliasch wird man diese auch bekämpfen und hofft, die neuen Ski zu einem späteren Zeitpunkt doch noch zum Einsatz bringen zu können.

Vonn im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt des Star-Auftrittes, an dem Asse von Ted Ligety, Svindal, Kjetil Jansrud, sowie die gerade erst von einer Grippe genesene Deutsche Maria Höfl-Riesch ("Ich habe Trainings-Rückstand"), Elisabeth Görgl, Anna Fenninger, Vonn, Mancuso bis zum frisch verheirateten US-Star Bode Miller teilnahmen, stand natürlich Vonn.

Spätestens seit ihr Ansinnen, in Lake Louise an der Herren-Abfahrt teilnehmen zu wollen, bekanntgeworden ist, dreht sich fast alles nur noch um dieses Thema.

Kein Fall Vonn

Wiewohl dies immer noch kein "offizieller Fall" für die FIS ist, weil Vonn privat bei FIS-Renndirektor Günter Hujara angefragt hat, aber kein offizielles Ansuchen des US-Skiverbandes (USSA) vorliegt. Bis zum Council-Meeting am 3./4. November müsste dieses vorliegen.

Zudem ist fraglich, ob USSA seine Top-Läuferin ausgerechnet am Wochenende der Damenrennen in Aspen frei gibt. Verbands-Pressemann Doug Haney durfte in Sölden lediglich ausrichten, dass man Vonns Vorhaben bestmöglich unterstützen werde.

Salzgeber nicht überzeugt

Vonn selbst hat sich in dieses Thema mittlerweile ziemlich verbissen. Sie werde als Kompromissangebot notfalls auf die Damentrainings verzichten, um sich keinen Vorteil zu verschaffen. Umgekehrt ist sie aber auch der Meinung, dass ihr trotz fehlender Herren-Punkte eine Startnummer nach den Top-30 zustünde.

"Wir werden ihr natürlich einen Servicemann mitgeben, wenn sie fahren kann", sagte Rennleiter Salzgeber. "Aber prinzipiell bin ich der Meinung, Herren-Weltcup ist Herren-Weltcup und Damen-Weltcup ist Damen-Weltcup."

Stärkste Lineup ever

Eliasch stellte jedenfalls erfreut fest, dass seine Alpin-Truppe stark ist wie noch nie. "So ein Lineup hatten wir noch nie", betonte der gebürtige Schwede, laut dem Vonn noch locker zehn Jahre weitermachen könnte.

Von den vielen Zielen inklusive WM-Medaillen in Schladming ragt bei Head eines heraus. Der Gewinn des Herren-Gesamtweltcups, auf den Svindal im Vorjahr durch eine Erkrankung nach dem Jahreswechsel keine Chance mehr hatte.

Diesmal ist der stets gut gelaunte und mit Mancuso liierte "Elch" aus Norwegen aber fest entschlossen, zurückzuschlagen. "Der Weltcup ist für jeden das Ziel, also auch für mich. Ich bin gut drauf, wichtig wird auch die Konstanz", beteuerte Svindal.

Miller scherzt

Miller kann in Sölden wegen seiner Knieprobleme nicht starten, hat dafür seine Ehefrau erstmals seit 15 Jahren zurück auf Ski gebracht.

Als Skilehrer habe er sich dabei aber nicht betätigt. "Das wäre der beste Weg, eine junge Ehe gleich wieder kaputt zu machen", scherzte Miller.

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