Grugger schließt Renneinsatz 2011/12 aus

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Hans Grugger ist nach seinem schweren Sturz in Kitzbühel seit Ende Mai zurück in der Speed-Gruppe des ÖSV, die Entwicklung des im Jänner zehn Tage im Koma gelegenen Skirennläufers verläuft weiterhin äußerst positiv.

Der 29-jährige will im September auf die Pisten zurückkehren, an einen Renneinsatz im kommenden Winter sei aber nicht zu denken.

"Es ist schön, zu sehen, wie gut es ihm geht", sagte ÖSV-Gruppentrainer Andreas Evers am Donnerstag bei einem Pressetermin in der Alpentherme Bad Hofgastein.

Training motiviert

Grugger spürt natürlich noch Nachwirkungen des Schädel-Hirn-Traumas, doch das Training mit den Kollegen Klaus Kröll, Mario Scheiber und Co. motiviert ihn sehr.

"Da sehe ich, wo ich wieder hinkommen will und hinkommen muss. Das macht viel Spaß", erklärte der Salzburger in seinem Heimatort.

Freundin nicht glücklich

Der Wunsch einer Rückkehr zum Rennsport war schon früh wieder dagewesen. "Ich habe das 15 Jahre gemacht und will es nochmals probieren." Seine Freundin Ingrid Rumpfhuber sei über die Entscheidung jedoch nicht so glücklich gewesen.

"Aber ich habe jetzt die Erlaubnis von daheim", meinte Grugger lächelnd. Grundsätzlich sei er sensibler geworden nach dem Sturz, erzählte Grugger, schätze etwa die schöne Umwelt in der Heimat noch mehr als früher.

"Weil es doch knapp war, dass ich jetzt überhaupt wieder hier sitzen kann."

Probleme mit dem rechten Bein

Sein Ziel ist es vorerst, körperlich voll an die frühere Stärke anzuschließen. Derzeit hat Grugger noch Probleme mit dem rechten Bein und manchmal mit der Konzentration.

"Das Gefühl im Fuß ist noch nicht komplett da, die Nervenbahnen müssen wieder aktiviert werden, laut den Ärzten ist es eine Frage der Zeit, bis das wiederkommt", sagte der Gewinner von vier Weltcup-Rennen.

Rennfahren kein Thema

Doch für Gruppentrainer Andreas Evers und Rennsport-Chef Mathias Berthold ist es vorerst einmal nur wichtig, Grugger im Kreise der Kollegen zu sehen.

"Wir reden überhaupt noch nicht vom Rennfahren, ein konkretes Ziel gibt es nicht, jetzt muss er erst hundertprozentig fit werden", sagte Evers.

Mit den behandelnden Ärzten in Hochzirl sei eine Rückkehr auf die Pisten im September abgesprochen. Falls weiterhin alles bestens klappe, sei ein Renneinsatz im übernächsten Winter möglich.

Arzt ist zufrieden

Grugger war nach dem schweren Sturz in Innsbruck behandelt worden, am Donnerstag sprach auch der Salzburger Unfallchirurg Manfred Mittermair, der Grugger gut kennt, von einem optimalen Verlauf.

"Da ist es nicht unmöglich, wieder Rennen zu fahren", betonte der Mediziner.

"Man muss realistisch sein"

Berthold, berichtete, dass Grugger koordinativ schon wieder sehr gut beisammen sei. Das habe man bei einem Benefiz-Fußballspiel und einem -Lauf am Wochenende in Vorarlberg gesehen.

"Ein Comeback ist das Ziel, aber man muss realistisch sein. Wir machen da keinen Druck", erklärte der Vorarlberger.

Leaderrolle für Scheiber?

Die Abfahrts- und Super-G-Gruppe von Evers ist nach den Verletzungen des vergangenen Winters wieder vollzählig, Mario Scheiber und Georg Streitberger haben den Rückstand aufgeholt.

"Mario hat seine Knieprobleme im Griff, er ist schmerzfrei und körperlich in einer sensationellen Verfassung", berichtete Berthold.

Nach dem Rücktritt von Michael Walchhofer ist die Leaderrolle in der Gruppe neu zu vergeben. Scheiber und Kröll seien dafür prädestiniert, sagte Berthold.

Fast alle Läufer haben bereits auf heimischen Gletschern trainiert, Mitte August fahren sie (ohne Grugger) zum Schneetraining nach Portillo (Chile).

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