Görgl macht Schluss: "Viele schöne und bittere Stunden!"

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Knapp zwölf Jahre nach seinem Debüt im alpinen Ski-Weltcup hat Stephan Görgl am Donnerstag seine Rennläuferkarriere beendet.

"Ich habe viele schöne und bittere Stunden erlebt. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich Platz für die Jugend schaffen will", erklärte der 34-jährige Steirer im Rahmen der Weltcup-Rennen in Gröden.

Die größten Erfolge Görgls waren seine beiden Weltcup-Siege 2004 im Super G in Beaver Creek sowie 2005 im Riesentorlauf in Lenzerheide.

Karriere ohne Medaille

"Erinnerungen an diese beiden Siege hängen großformatig in meiner Wohnung. Sie erinnern mich an die schönen Zeiten", meinte Görgl.

Bei Großereignissen blieb er im Gegensatz zu seiner jüngeren Schwester Elisabeth Görgl (Doppelweltmeistern) und seiner Mutter Waltraud Hecher-Görgl (zweimal Olympia-Bronze) ohne Medaille.

Besonders stolz ist Görgl, dass er es nach einer schweren Knieverletzung im Dezember 2006 noch einmal zurück in die Weltspitze geschafft hat.

Zuletzt 2009 am Stockerl

Damals hatte er sich beim Super-G-Training in Zauchensee bei einem Sturz einen Patellarsehnen-, vorderen Kreuzband- und Innenband-Riss sowie einen Meniskusschaden (Meniskusausriss) zugezogen.

"Damals hat fast niemand daran geglaubt, dass ich noch einmal zurückkomme. Aber ich habe es geschafft."

Zum fünften und letzten Mal bei einem Weltcup-Rennen auf dem Stockerl stand Görgl dann am 21. Februar 2009 als Zweiter beim Riesentorlauf in Sestriere.

"Wichtigste Bindung meines Lebens"

Den Entschluss zum Abgang fasste Görgl am Mittwoch.

"Normal würde man am 12.12.2012 Bindungen fürs Leben eingehen. Bei mir war es so, dass an diesem Tag die bisher wichtigste Bindung meines Lebens zu Ende gegangen ist", berichtete Görgl, der sich vor allem bei seiner Familie und dem gesamten ÖSV-Team für die Unterstützung bedankte.

"Ich hege keinen Groll, ich gehe ausschließlich mit positiven Erinnerungen."

Zum Weitermachen überredet

ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold informierte Görgl am Mittwoch telefonisch von seiner Entscheidung.

"Mir tut es sehr leid, weil der Steff ein guter Typ ist. Ich hab zuerst versucht, ihn zum Weitermachen zu überreden. Aber dann hab ich gemerkt, dass sein Entschluss feststeht", sagte Berthold.

"Bei mir hat eine Verlagerung vom egoistischen Rennfahrer zu einem freudvollen Freiskifahrer stattgefunden", berichtete Görgl, dass ab sofort beim Tourenskifahren und Freeriden der Genuss am Skifahren im Vordergrund stehen wird.

Freeriden, Fitness und Ernährung

Seine berufliche Zukunft wird Görgl wohl zumindest teilweise bei seinem Ausrüster Fischer verbringen.

"Ich habe einige extrem interessante Ideen, und die will die Firma Fischer mit mir umsetzen."

Zudem möchte der Wahl-Innsbrucker sein als Spitzensportler gewonnenes Know-how punkto Ernährung und Fitness an die Jugend weitergeben.

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