Ein Hoppala auf der Kandahar

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Reichelt im Abfahrtstraining voran

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Verwunderung und Kopfschütteln hat am Donnerstag nicht nur im österreichischen Speed-Team nach dem ersten von zwei Trainingsläufen für die am Samstag geplante Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen geherrscht.

Die Kandahar-Strecke am Fuße der Zugspitze präsentierte sich den Läufern bei strahlendem Sonnenschein recht ruppig und schlecht präpariert.

Ungewollte Beschneiung

"Da sind Fehler passiert", stellte Hannes Reichelt fest, der nach einem ausgelassenen Tor Bestzeit erzielte.

In der Nacht vor dem Rennen liefen auf der rennfertigen Piste in einer Kurve die Schneekanonen und erzeugten bis zu einem Meter Schnee, der schließlich von den Pistenarbeitern wieder hinausgeschafft werden musste.

So begann das Training auch mit einer Stunde Verspätung. Gefahren wird heuer wieder auf der "alten", klassischen Kandahar, und nicht auf jener Strecke, auf der im Vorjahr die WM-Medaillen vergeben worden waren.

Kröll Dritter

Reichelt stellte mit 1:58,66 Minuten Bestzeit auf, 0,65 Sekunden vor dem Italiener Peter Fill und 0,92 vor seinem Teamkollegen Klaus Kröll.

Mario Scheiber war Elfter (1,76), Joachim Puchner 15. (2,62), Romed Baumann 26. (3,12), Georg Streitberger 27. (3,25) und Max Franz 39. (3,65). Allerdings ließ auch Scheiber so wie Reichelt ein Tor aus.

Steigerungsbedarf vorhanden

Reichelt war mit guten Erinnerungen nach Bayern gereist, gewann doch der 31-jährige Salzburger im Vorjahr bei der WM in Garmisch-Partenkirchen die Silbermedaille im Super-G.

"Auch wenn wieder auf der alten Strecke gefahren wird, es ist schon recht gut gegangen. Jetzt muss ich nur noch alle Tore richtig passieren", meinte Reichelt und weiß auch, dass er sich für die Abfahrt am Samstag und den Super-G am Sonntag noch steigern muss.

Es stimmt vorne und hinten nicht

Ins Zeug legen müssen sich aber auch noch die Helfer der Veranstalter. Denn auch Klaus Kröll kritisierte die 3.300 Meter lange Strecke.

"Die Grundpräparierung ist schon nicht gut, ich denke, sie hätten es besser machen können. Es war schwierig zu fahren", sagte der Steirer. Dass nochmals die Schneekanonen liefen, fand Kröll absolut nicht lustig: "Das sind kuriose Sachen, die man hier erlebt."

Trotzdem freut sich Kröll auf die Abfahrt auf der klassischen Kandahar. "Diese Strecke ist viel schöner als die WM-Piste. Ich fahre lieber hier. Die Hölle ist ein wunderschöner Abschnitt."

Baumann weit zurück

Auch die übrigen Österreicher stimmten in die Kritik ein. Scheiber sprach von einer unruhigen Piste, die sehr knollig war.

"Es war schon fahrbar, allerdings hatte ich mit Startnummer eins heute eindeutig einen Vorteil."

Auch Romed Baumann ärgerte sich ("Optimal war das nicht, was sie gemacht haben"), steckte aber seinen großen Zeitrückstand von über drei Sekunden locker weg: "Die Zeit ist heute nicht so wichtig. Ich habe die alte Piste ja noch nicht gekannt."

Manpower gefragt

Kitzbühel-Sieger Didier Cuche schwang mit 2,63 Sekunden Rückstand im Ziel ab. "Es hat keinen Sinn, zu viel zu riskieren, morgen will ich es besser machen", meinte der Schweizer Routinier.

Extrem weiche Stellen wechselten mit harten Passagen ab, dazu gab es viele Löcher auf der ganzen Strecke. Und zur Verschärfung noch das Theater um die Beschneiung.

"Schade, da mussten viele Leute arbeiten, die an anderen Stellen abgegangen sind. Vom Tröglhang bis zum Ziel muss man noch viel arbeiten."

Schlechte Sicht?

Fand das erste Training noch bei strahlendem Sonnenschein statt, so soll sich das Wetter in Garmisch-Partenkirchen wieder ändern.

Am Freitag und in der Nacht auf Samstag könnte es leicht schneien und bei der Abfahrt bewölkt sein. Erst beim Super-G am Sonntag soll es wieder etwas Sonne geben.

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