Unruhig, aber "garmisch-like"

Aufmacherbild
 

Reichelt überzeugt auch im Abschluss-Training

Aufmacherbild
 

Hannes Reichelt ist auch am Freitag im Abschlusstraining für die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen als Vierter bester Österreicher gewesen.

Im ersten Training hatte er Bestzeit erzielt. Schnellster bei der Generalprobe war der regierende kanadische Weltmeister Eric Guay.

Die Kandahar-Strecke zeigte sich nach der heftigen Kritik vom Vortag in besserem Zustand.

Reichelt überzeugt

Reichelt hat noch Reserven, er schwang nach Top-Zwischenzeiten bereits vor dem Ziel ab.

"Einige Passagen habe ich nicht sauber erwischt, da muss ich mich noch verbessern", bekannte der 31-jährige Salzburger, der nach Platz zwei auf dem Lauberhorn, aber nur Platz 21 in Kitzbühel besonders motiviert ist.

"Das hat mich ordentlich angezipft, ich fahre hier mit der Wut im Bauch."

Piste in besserem Zustand

Die 3.300 m lange Piste war am Freitag bei wärmeren Temperaturen ruppig und unruhig.

"Sie war aber viel besser als am Donnerstag. Da war die Gefahr, dass sie bricht, und das wäre extrem gefährlich. Jetzt ist sie halt Garmisch-like", sagte Reichelt.

In die Favoritenrolle auf den ersten rot-weiß-roten Speedsieg in dieser Saison wollte er sich aber nicht drängen lassen: "Da gibt es genügend weitere Fahrer."

 

Zum Beispiel Erik Guay, der im Vorjahr in Garmisch - allerdings auf einer anderen Strecke - Abfahrts-WM-Gold geholt hat.

Der Kanadier verwies am Freitag in 1:57,08 Minuten den Franzosen Adrien Theaux um 0,07 Sekunden und Didier Cuche um weitere 0,37 Sekunden auf die Plätze.

Reichelt lag zusammen mit Andrej Sporn als Vierter 0,43 hinten. Auf den Rängen 11 bis 13 landeten Mario Scheiber (+ 0,97), Max Franz (1,01) und Klaus Kröll (1,07).

Scheiber hat Reserven

Scheiber sieht auch als zweitbester Österreicher im Training für das aber noch Reserven.

Der Osttiroler, der sich exakt vor einem Jahr in Chamonix (FRA) bei einem schweren Sturz einen Schlüssel- und Nasenbeinbruch zugezogen hatte, "verfuhr" sich bei der Eishang-Einfahrt und schwang auch weit vor der Ziellinie ab.

"Ich habe noch Reserven. Ich darf die Fehler nicht machen und muss einige Passagen noch konsequenter fahren", meinte Scheiber. Er traut sich nach dem Horrorstorz im Vorjahr den Sieg noch nicht zu.

"Ich bin noch nicht ganz der Alte. Wir machen uns auch keinen Druck, wegen des fehlenden Speed-Sieges, der kommt nur von außen."

Kröll unzufrieden

Eine schlecht Fahrt attestierte sich Klaus Kröll: "Ich habe schon die erste Kurve nicht erwischt, und dann bin ich einfach schlecht gefahren, ich habe noch viele Reserven", meinte der Steirer.

Auch sei die Sicht sehr schlecht und die Piste zwar kompakter, aber extrem ruppig gewesen. "Das ist halt immer so in Garmisch", sagte Kröll.

Grugger schaut Kollegen zu

Im Zielraum wartete Hans Grugger auf seine Kollegen und hatte dabei ein Funkeln in den Augen.

Erstmals seit seinem schweren Sturz am 20. Jänner des Vorjahres in Kitzbühel tauchte der Gasteiner wieder bei einem Weltcup-Rennen auf. Grugger hatte sich in Kitzbühel ein Schädelhirntrauma zugezogen.

Erst nach fünf Tagen im künstlichem Tiefschlaf und 57 Tage später wurde er aus der Spezialklinik in Hochzirl (Tirol) entlassen.

"Das Kribbeln ist wieder da"

"Das Kribbeln ist wieder da, das Mitfiebern mit den Kollegen im Zielraum ist toll", freute sich Grugger, der auf einen Auftritt in Kitzbühel bewusst verzichtete ("zu stressig").

Fragen, wann er selbst wieder Rennen fahren wird, ließ Grugger offen, während er von seinen Kollegen freudig begrüßt wurde. "Die Freude über diesen Empfang ist riesig. Gerade die älteren Herren, mit denen ich lange gefahren bin, freuen sich sehr, mich zu sehen."

Freude bei den Kollegen

"Es freut mich total, es ist cool, dass Hans wieder zurück ist", sagte Reichelt und Scheiber ergänzte: "Für mich war es überraschend, es ist aber so schön, dass er wieder dasteht."

Für Klaus Krölll ist es gut, dass Grugger dabei ist: "Ich denke es wird ihm gefallen."

Auf die Frage, wer für ihn am Samstag der Abfahrtsfavorit ist, antwortete Grugger kurz und bündig. "Klaus." Grugger wird vor Ort die Daumen drücken.

Läufer Zeit
1. Eric Guay (CAN) 1:57,08
2. Adrien Theaux (FRA) +0,07 Sek.
3. Didier Cuche (SUI) +0,37
4. Hannes Reichelt (AUT) +0,43
. Andrej Sporn (SLO) +0,43
6. Kjetil Jansrud (NOR) +0,46
7. Christof Innerhofer (ITA) +0,59
8. Guillermo Fayed (FRA) +0,82
9. Bode Miller (USA) +0,89
10. Johan Clarey (FRA) +0,93
11. Mario Scheiber (AUT) +0,97
12. Max Franz (AUT) +1,01
13. Klaus Kröll (AUT) +1,07
20. Joachim Puchner (AUT) +1,72
24. Georg Streitberger (AUT) +1,91
26. Romed Baumann (AUT) +2,12
44. Beat Feuz (SUI) +3,49
DNS Matthias Mayer (AUT)
DNS Bernhard Graf (AUT)
Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen