Fischbacher: "Es lohnt sich, für etwas zu kämpfen"

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Andrea Fischbacher wirkt ausgeglichen.

Sie lacht viel, hat mit ihren Teamkolleginnen Spaß und macht den Eindruck, als sei sie wieder ganz die Alte.

Nachdem die Olympiasiegerin von Vancouver 2010 einige Dürrejahre erlebte, hofft sie, nun wieder die schönen Seiten des Spitzensports zu Gesicht zu bekommen.

Die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Nachdem sie zu Jahresbeginn eine bittere Enttäuschung erlebte und vom Österreichischen Skiverband nicht für die Spiele in Sotschi aufgeboten wurde, schlug die Salzburgerin zu Saisonende zurück und belehrte ihre Kritiker eines Besseren.

In Crans Montana raste „Fischi“ am 2. März zum Sieg in der Abfahrt – es war der dritte Weltcup-Erfolg ihrer Karriere. Und vielleicht der bedeutendste.

"Habe an mir gezweifelt"

„Für mich persönlich war der Sieg natürlich sehr wichtig“, erklärt die 28-Jährige gegenüber LAOLA1. Für Fischbacher, die mit ihren Teamkolleginnen in der Therme Laa an der Thaya weilt und dort die Vorzüge der VAMED Vitality World genießt, zugleich aber auch für die neue Saison schuftet, ging damit eine mehr als fünfjährige Durststrecke zu Ende.

„Ich habe an mir gezweifelt, ob ich es überhaupt noch kann. Dass ich dann in Crans Montana nicht nur aufs Stockerl fahre, sondern gewinne, kam auch für mich überraschend. Es hat mir aber bestätigt, dass es sich lohnt, für etwas zu kämpfen.“

Ans Aufgeben gedacht

Die Speed-Spezialistin weiß, dass man immer an sich glauben muss und nie aufgeben darf. Dabei fiel ihr das alles andere als leicht. „Ich habe schon ans Aufgeben gedacht, allerdings aus rein gesundheitlichen Gründen und nicht, weil die Erfolge ausblieben“, erläutert sie.

Das Hauptproblem waren die ständigen Schmerzen, mit denen sich Fischbacher herumquälen musste. „Ansonsten wusste ich immer, dass das Skifahren das Richtige für mich ist und mir Spaß bereitet. Es war immer mein Ziel und mein Lebensmittelpunkt.“

Die WM im Hinterkopf

Dafür schindet sie sich monatelang im Sommer, dafür hat sie beim ersten Kondikurs im Mai auf Zypern jede Menge Ausdauertraining absolviert. Sie mache das gerne, erzählt sie, die Abwechslung dürfe allerdings nicht zu kurz kommen.

Immer im Hinterkopf ist dabei die Ski-Weltmeisterschaft 2015 in Vail/Beaver Creek. Die Strecke gefällt der Salzburgerin, darauf arbeitet sie hin. „Man denkt natürlich im Sommer daran, weil dadurch die Schinderei viel leichter fällt. So weiß man immer, wofür man sich das antut.“

Ob sie bei den zahlreichen Materialtests nach der letzten Saison auch schon den Glücksski für den kommenden Winter gefunden hat? „Da haben wir schon mehrere“, lacht sie zufrieden und ausgeglichen.


Christoph Nister

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