ÖSV änderte Sitzungsprotokoll nachträglich

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Ein dem "WirtschaftsBlatt" vorliegendes Protokoll soll bestätigen, dass die Mercedes-Kampagne von Ski-Superstar Anna Fenninger mit dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) besprochen war.

"Der ÖSV änderte dieses nachträglich", berichtete die Zeitung am Mittwochabend vorab auf ihrer Homepage.

Dem "WirtschaftsBlatt" liegen die Protokolle der rund sieben Stunden dauernden Sitzung vom 10. Juni in Anif vor. An diesem Aussprache-Gipfel hatten Fenninger (AF), ihr deutscher Manager Klaus Kärcher, ÖSV-Sportdirektor Hans Pum und ÖSV-Generalsekretär Klaus Leistner sowie Anwälte von beiden Seiten - Markus Wekwerth für Fenninger und Herbert Hübel für den ÖSV - teilgenommen.

Zusatz im ÖSV-Protokoll

In der Mitschrift von Fenningers Seite findet sich laut "WirtschaftsBlatt" der entscheidende Satz: "Dem Verband wird mitgeteilt, dass aufgrund der Vorgänge von, um und mit Audi ein unüberwindbarer Vertrauensverlust eingetreten ist und AF künftig mit MBÖ (Mercedes-Benz Österreich, Anm.) und Laureus zusammenarbeiten wird. Im Rahmen dieser Kooperation zugunsten der sozialen Projekte von AF werden auch Anzeigenkampagnen geschaltet."

Im Protokoll des ÖSV findet sich danach der Zusatz: "Das entspricht nicht dem Gesprächsinhalt. Vom Verband wird auf die bestehenden Reglements und das entsprechende Offizialisierungserfordernis hingewiesen."

Ebenso ist in der ÖSV-Version ergänzt: "Von Seite AF wird vermeint, man könne Sportperson und Privatperson trennen, was der Verband verneint." Wie aus dem Textverarbeitungsprogramm hervorgehen soll, sollen diese Sätze im Nachhinein vom ÖSV in das Protokoll eingefügt worden sein.

Der ÖSV beantwortete Fragen zu den Anifer Gesprächen nicht, gibt aber am Donnerstag um 10.30 Uhr eine Pressekonferenz in Wien.

Von Audi übergangen

Fenninger hätte nichts gegen einen Sponsorenvertrag mit Audi gehabt, sagte ihr Manager Kärcher. Aber Audi wolle offenbar seit drei Jahren nichts mit ihr zu tun haben. Auch der ÖSV nimmt darauf im Anifer Protokoll Bezug: "AF sei bei mehreren Gelegenheiten von Audi übergangen worden, daher der Vertrauensverlust."

Fenninger hatte am Dienstagabend mit einer scharf formulierten persönlichen Stellungnahme auf die Streitigkeiten ihres Managements mit dem ÖSV reagiert. "Wenn wir ehrlich sind zählt meine Meinung nicht - mir wird sowieso das Wort im Mund umgedreht. Ehrlichkeit hat hier keinen Platz - ich bin müde und kann nicht mehr. Ich habe all diese Lügen satt!", schrieb die Salzburgerin, die am Donnerstag 26 Jahre alt wird.

"Sieben Stunden an einem runden Tisch bespricht man Punkt für Punkt inklusive dem Laureus/Mercedes-Thema. Die Herrschaften zeigen sogar Verständnis und doch ist wieder alles ganz anders. Jetzt verstehe ich auch, warum neutrale Personen an diesem Tisch nicht erwünscht waren", hatte sich Fenninger dabei auch zum Gespräch in Anif vor einer Woche geäußert.

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