Streit um die Schuhe

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Material-Check sorgt für Aufregung

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 Mit gegenseitigem Applaus, Lob und Dank haben sich am Mittwochabend (Ortszeit) der Ski-Weltverband (FIS) und die Organisatoren der auf sechs Rennen ausgeweiteten Mini-WM in Beaver Creek voneinander verabschiedet.

Vail/Beaver Creek habe bewiesen, dass es zu Recht für die WM 2015 ausgewählt worden sei, lobte FIS-Renndirektor Günter Hujara.

Streit zum Abschluss

Das letzte Meeting endete am Vorabend des ersten Saisonslaloms dennoch mit einem Misston.

Grund war, dass viele Teamchefs eine zusätzliche Kontrolle des Slalommaterials, speziell der Schuhe, gewünscht hatten.

Denn bei der ersten Messung war die Standhöhe bei einigen Läufern zu hoch gewesen. Würden sie damit im Rennen antreten, wäre Disqualifikation die Folge.

Check vor dem Rennstart

Die zweite Kontrolle wurde von der Rennjury aber nicht wie von den Coaches gewünscht noch am Vorabend, sondern erst in der Früh direkt am Rennstart angesetzt.

Österreichs Herrenchef Mathias Berthold trug seine Kritik darüber derartig deutlich vor, dass Hujara nach einer ebenso heftigen Gegenreaktion dem Vorarlberger nicht mehr das Wort erteilte.

Angebot, kein Muss

Hujara berief sich darauf, dass die Materialkontrolle durch die FIS lediglich ein Angebot und kein verpflichtendes Muss sei.

"Ich kenne keine Jury der Welt, die das vorher überprüft", alterierte sich Hujara, der sich vor allem am Ton von Berthold stieß. "Das ist mit Sicherheit die falsche Botschaft", betonte Hujara.

Laut Hujara hätten die Teams mehrere Möglichkeiten zu Materialtests nicht genutzt. "Wenn sie jetzt ein Problem damit haben, dass sie früher aufstehen müssen, ist das nicht unsere Schuld. Das ist nicht die Verantwortung der Jury", sagte der Deutsche.

Athleten in der Pflicht

"Wenn der Läufer zusammen mit der Firma nicht gewährleisten kann, dass das Material den Regeln entspricht, darf er eben nicht ans Limit gehen, sondern muss auf der sicheren Seite bleiben", ergänzte der FIS-Funktionär.

"Es ist ausschließlich und erste Pflicht des Athleten, sein Material so zu überprüfen, dass es den Regeln entspricht."

Manche Trainer und Läufer seien schlicht zu bequem, ließ Hujara nicht locker.

"Ich wehre mich daher sehr strikt dagegen, dass die FIS oder die Jury angegriffen wird. Hier sind alleine die Läufer in der Verantwortung und niemand anders."

"Geht um Bruchteile von Millimeter"

Allerdings gaben viele Slalom-Coaches Berthold recht.

"Es ist speziell beim ersten Rennen des Jahres wichtig, dass für die Kontrolle genügend Zeit zur Verfügung ist. Das war hier leider nicht so", erklärte der Österreicher seinen Vorstoß.

"Gerade am Saisonbeginn stimmt bei vielen das Material noch nicht, und wenn der zweite Messtermin unmittelbar vor dem Rennen erfolgt, wird es schwer, noch was zu ändern. Wir reden hier von Bruchteilen von Millimetern, das ist schwierig", erklärte Berthold.

Disqualifikation im Riesentorlauf

Wie rigoros die FIS auf ihre Regeln achtet, beweist die Disqualifikation des Norwegers Truls Ove Karlsen im zweiten Beaver-Creek-Riesentorlauf wegen nicht regelkonformen Materials.

Vor zwei Jahren war der Österreicher Mario Scheiber um seinen zweiten Platz in Bormio umgefallen, weil er wegen zu hoher Standhöhe disqualifiziert worden war.

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