ÖSV-Damen "flüchten" vor der Hitze nach Neuseeland

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Die Technik-Skidamen haben das Privileg, der mitteleuropäischen Sommerhitze mit einem Flug in den neuseeländischen Winter zu entkommen.

Kathrin Zettel, Michaela Kirchgasser und Co. düsen am Montag via Dubai und Sydney auf die Kiwi-Südinsel, wo rund um Wanaka vier Wochen lang trainiert wird.

Bemerkenswert ist, dass eine Woche später auch der komplette Europacup-Kader folgt, womit auch im Slalom/Riesentorlauf-Bereich die Handschrift von Neo-Damenchef Jürgen Kriechbaum erkennbar wird.

Auch Europacup-Damen nach Übersee

"Wir versuchen die jungen Mädchen heranzuführen und den Respekt vor dem Weltcup zu minimieren", erklärte Kriechbaum die "nicht selbstverständliche" Maßnahme, mit gleich 13 Europacup-Mädchen zum Sommertraining nach Neuseeland zu fliegen.

Kriechbaum hat auch im Speed-Bereich Nachwuchsfahrerinnen wie Cornelia Hütter, Mirjam Puchner, Tamara Tippler oder Stephanie Venier in den Weltcup integriert.

Schritt in den Weltcup verkürzen

"Unsere Talente haben in der Vergangenheit für den Sprung in den Weltcup zu lange gebraucht oder es gar nicht geschafft. Diesen Schritt wollen wir verkürzen, den Respekt minimieren", erklärte Kriechbaum.

Der gebürtige Oberösterreicher ist überzeugt: "Wenn die Mädchen diese Wertschätzung spüren, werden sie noch mehr Einsatz zeigen."

"Trainer in Lehre" Mario Scheiber

Zu den jungen Technikmädchen zählen Talente wie Nina Ortlieb (18), Tochter des Abfahrts-Olympiasiegers Patrick Ortlieb. Europacup-Chef ist Thomas Trinker, einer seiner neuen Coaches Ex-Abfahrts-Ass Mario Scheiber. Für den Osttiroler ist es der zweite Schneekurs.

"Mario ist Trainer in Lehre", erklärte Trinker, der die Neuseeland-Premiere der Europacup-Damen natürlich begrüßt.

"Der Vorteil liegt auf der Hand, dort ist es Winter. Das Ganze ist ein Schritt, der notwendig ist, um konkurrenzfähig zu bleiben. Denn das tun viele anderen Nationen auch", erklärte Trinker. Deshalb sind diesmal auch die ÖSV-C-Herren in Neuseeland.

Schild verzichtet auf Neuseeland-Trip

Im südpazifischen Inselstaat fehlen werden Slalom-Königin Marlies Schild, Nicole Hosp und Jessica Depauli.

Schild hat schon einige Schneewochen hinter sich und tankt in den kommenden Wochen zusammen mit ihrem Lebensgefährten Benjamin Raich in der Heimat Kondition.

Die frühere Riesentorlauf- und aktuelle Team-Weltmeisterin Hosp geht Ende August mit der Abfahrtsgruppe nach Südamerika.

Tür für Depauli offen

Die dreifache Staatsmeisterin Depauli hat mit nur 21 Jahren ihre Karriere überraschend beendet.

Wiewohl laut Kriechbaum die Tür für die "mit außergewöhnlichem Talent ausgestattete" Tirolerin nach wie vor offen ist, rechnet der neue Damenchef nicht mehr mit einem Meinungsumschwung Depaulis.

"Sport ist nicht alles. Ihren Rücktritt muss man akzeptieren und sich auf die konzentrieren, die etwas erreichen wollen."

Reise-Sommer für den Chef

Auf Kriechbaum kommt ein reiseintensiver Sommer zu. Nach der Rückkehr aus Neuseeland am 23. August geht es am 5. September nach Chile (La Parva) und Argentinien (Ushuaia).

Denn die von Anna Fenninger und Elisabeth Görgl angeführten Speed-Damen trainieren ab Ende August ebenso in Südamerika wie ab bereits Monatsmitte die ÖSV-Abfahrts-Herren, die diesen Sommer mit Marcel Hirscher einen ungewohnten Gast haben.

Während Raich der Tempobolzerei wieder den Rücken kehrt, will der Slalom-Weltmeister und zweifache Weltcup-Gesamtsieger seine Sinne für den Speed und das Springen schärfen.

Deshalb nahm der Salzburger auch schon am Gletschertraining in Zermatt teil, wo Klaus Kröll nach seinem im März erlittenen Oberarmbruch sein Comeback auf Schnee gab.

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