Mit Beaver Creek noch eine Rechnung offen

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Er kam, sah und knallte gleich einmal eine erste Bestzeit auf die schnellste Raubvogelpiste aller Zeiten.

Didier Cuche ist mit seinen 37 Jahren der klare Favorit für die zweite Saisonabfahrt in Beaver Creek.

Die "Birds of Prey" fehlt dem Eidgenossen noch in seiner Abfahrts-Siegersammlung, am kommenden Freitag (19.00 Uhr MEZ) soll sich das endlich ändern.

Kampf gegen weiße Flecken

Gleich vier Mal hat der großartige Schweizer die schwierigste Abfahrt in Kitzbühel gewonnen.

Klassiker wie Beaver Creek, Wengen, Bormio oder Gröden (jeweils 2. Plätze) fehlen dem Routinier hingegen noch in der Sammlung.

"Ich hatte es oft in der Hand, habe es aber immer wieder knapp hergegeben", will Cuche endlich die weißen Flecken auf seiner Abfahrts-Landkarte tilgen.

Der Triumph in Lake Louise kam da gerade recht. "Nach diesem Traumstart ist der Hunger auf diesen Sieg hier noch größer", sagte Cuche, der in Beaver Creek bisher lediglich im Super-G (2002) triumphiert hat.

Geschichtsträchtiger Boden

Auch Aksel Lund Svindal hat schon einen Teil der Raubvogel-Geschichte mitgeschrieben. 2007 verletzte sich der Norweger bei einem Trainingssturz so schwer, dass er mehrmals operiert werden musste und für die Saison ausfiel.

Ein Jahr später später holte er sich in Colorado Siege in Abfahrt und Super-G und am Saisonende die große Kristallkugel.

Oder Carlo Janka - 2009 gewann der Schweizer mit Abfahrt, Riesentorlauf und Superkombi alle drei Beaver-Rennen und am Saisonende ebenfalls den Pott.

Rot-weiß-rote Premierensiege

Für Österreichs Speed-Fraktion hat die Birds of Prey auch abseits der Bravourstücke von Herman Maier (8 Siege) eine besondere Bedeutung.

Sowohl Stephan Görgl (derzeit verletzt) 2004 als auch 2005 Hannes Reichelt (gewann 2007 nochmals) feierten hier jeweils im Super-G ihre ersten Weltcupsiege, im Vorjahr gewann Georg Streitberger.

Abfahrts-Titelverteidiger ist aber immer noch Janka, nachdem im Vorjahr die Abfahrt erstmals in der Geschichte abgesagt werden musste.

Gute Sicht

Für diesen Freitag ist in Colorado aber Schönwetter angekündigt.

Ein Abfahrtsmatch der Extraklasse kündigt sich zur besten europäischen Sendezeit an, in dem neben Weltmeister Erik Guay (CAN) oder dem im Training mehrfach schwer gestürzten Südtiroler Christof Innerhofer ("Ich fahre noch nicht so, wie ich es kann") auch Österreichs verjüngte Garde will mitmischen will.

Alles in eigener Hand

Topmann Klaus Kröll kam mit zwei fünften Plätzen aus Kanada nach Colorado.

"Lake Louise ist aber ein eigenes Kapitel. Die Ergebnisse dort hat niemand überbewertet", machte der 31-jährige Steirer klar, dass die Wetterlotterie in Kanada für ihn kein Maßstab war.

"Hier in Beaver Creek muss man richtig Skifahren. Wenn das Wetter passt, gibt es keine Ausreden, weil man alles selber in der Hand hat", freute sich der Weltranglisten-Zweite hinter Cuche schon auf das Steilhang-Derby am Freitag.

"Ich fühle mich gut, mein Ziel ist das Podium. Wenn alles passt, sollte das auch funktionieren."

Eine Nummer größer

Kröll, Streitberger ("Die Piste ist extem schnell aber auch so gut, dass es gar nicht so schwierig ist"), Reichelt und der selbst erst 25-jährige Weltranglisten-Dritte Romed Baumann sind praktisch die vier Routiniers im von den Ausfällen Mario Scheibers und Hans Gruggers geschwächten ÖSV-Abfahrtsteam.

Junge Läufer wie Joachim Puchner (24), Matthias Mayer (21), Max Franz (22), Manuel Kramer (22) usw. müssen sich eine Woche nach der starken Vorstellung in Kanada nun auf einer der schwierigsten Abfahrten der Welt beweisen.

Feuer unterm Hintern

Bernhard Graf (23) ist allerdings nach einem Trainingssturz angeschlagen, einigen anderen stellte Cheftrainer Mathias Berthold nach dem ersten Training trotz aller Vorschuss-Lorbeeren gleich die Route ins Fenster.

"Einige müssen sich noch steigern, sonst sehe ich keinen Wert darin, dass sie da runter fahren", so der Vorarlberger streng.

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