Kröll dominiert Abschluss-Training in Bormio

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Schon vor Wochen hatte er es angekündigt, nun hat sich Klaus Kröll mit einer Bestzeit im Abschlusstraining tatsächlich zum Favoriten für die schwierige Weltcup-Abfahrt am Donnerstag (11.45 Uhr) in Bormio gemacht.

Der Steirer war am Mittwoch rund eine Sekunde schneller als die beiden Schweizer Patrick Küng und Didier Cuche, nachdem der zweitgereihte Kanadier Robbie Dixon einen Torfehler begangen hatte.

"Hoffentlich nicht zu früh"

Die Hoffnung auf den ersten rot-weiß-roten Abfahrts-Saisonsieg kurz vor dem Jahreswechsel lebt also.

"Das war eine gute Fahrt. Hoffentlich nicht einen Tag zu früh", sagte Kröll. Der 31-Jährige liebt harte, eisige und brutale Pisten und das bekommt er auf der 3.270 Meter langen Stelvio zur Genüge geboten.

Stelvio fordert Läufer

Zwar präsentierte sich die WM-Abfahrtstrecke von 2005 bei strahlendem Sonnenschein im zweiten Training bereits kompakter und schöner als am Vortag, dennoch wird die dritte Saisonabfahrt (Gröden wurde abgebrochen) wohl nicht nur eine der kräfteraubendsten sondern insgesamt eine der härtesten des Winters.

"Das Wichtigste ist, dass man gesund im Ziel ist", urteilte auch Hannes Reichelt nach Platz sieben (mit Dixon in der Wertung) am Mittwoch.

Auch der Salzburger war überzeugt, dass man Krölls Linie studieren müsse um am Renntag erfolgreich zu sein.

Nicht überbewerten

Kröll winkte aber ab. "Ein Training darf man nie überbewerten weil man nie weiß, wie es die anderen anlegen. So schön es ausschaut, aber ganz so überlegen ist das nicht gewesen", sagte der "Bulle" aus Öblarn, der vor allem den oberen Teil perfekt erwischt hatte.

"Unten habe ich aber sicher noch Reserven", gab sich Kröll zuversichtlich. "Der Schlüssel wird sein, zu kämpfen ohne Ende", nahm sich der Österreicher vor.

"Ich habe schon in Beaver Creek gewusst, dass ich gut in Form bin. Deshalb war vorher schon klar, dass ich hier zu den Favoriten zählen werde", erklärte Kröll, der mit den Plätzen 5 (Lake Louise) und 3 (Beaver Creek) gut in die Saison gestartet ist.

Allerdings wird es am Renntag nicht ganz so schön wie im Training, selbst leichter Schneefall ist möglich.

Baumann in den Top 10

Neben Kröll und Reichelt zeigten auch Romed Baumann (9.) und Joachim Puchner (12.), aber auch Mario Scheiber (17.) ansprechende Trainingsleistungen.

Vor allem für die vielen jungen Österreicher wie Matthias Mayer wird die Stelvio eine große Herausforderung, der sie aber auch wegen der neuen Mentoren-Tätigkeit von Michael Walchhofer etwas gefasster entgegenblicken können.

"Ein Zweiminuten-Kampf"

Dem Engagement des dreifachen Bormio-Siegers und zurückgetretenen "Titelverteidigers" wird mittlerweile vorbehaltlos positiv begegnet.

"Auch ich werde vor dem Rennen sicher noch mit ihm sprechen", sagte etwa Puchner. "Es ist ja ein Zweiminuten-Kampf hier herunter und Klaus ist sicher einer der Topfavoriten."

Walchhofer findet in neue Rolle

Walchhofer war am Dienstag erstmals als "Mentor" am Hang gestanden und nahm auch am zweiten Tag eine normale Trainerposition an der Piste ein.

"Es spielt sich recht gut ein. Es wird aber auch noch einige Zeit brauchen, abzustimmen, wie sehr ich auf jemand zugehe oder sie zu mir kommen", sagte der 36-jährige Salzburger, der versicherte: "Jeder kann zu mir kommen, egal ob jung oder alt. Am Hang sieht man sehr viel mehr als am Video, ich versuche, so es geht, auf der Piste und auch beim Videostudium Tipps zu geben."

Cuche lobt Walchhofer

Selbst ein Kröll hat diesbezüglich keine Berührungsängste. "Er hat so viel  Erfahrung und weiß sicher einige schnelle Linien. Ich werde mit ihm reden, vielleicht bringt es was."

Auch Cuche findet Walchhofers Tätigkeit klasse. "Das kann für junge Fahrer sicherlich sehr wertvoll sein, gerade auf so schwierigen Strecken", meinte der Schweizer.

Ergebnis des 2. Trainingslaufs:

Läufer Nation Zeit
1. Klaus Kröll AUT 1:59.80 Min
2. Robbie Dixon CAN +0,85
3. Patrick Küng SUI +0,92
4. Didier Cuche SUI +1,03
5. Adrien Theaux FRA +1,18
6. Stephan Keppler GER +1,19
7. Hannes Reichelt AUT +1,24
8. Christof Innerhofer ITA +1,34
9. Romed Baumann AUT +1,39
10. Peter Fill ITA +1,55
11. Matteo Marsaglia ITA +1,57
12. Joachim Puchner AUT +1,58
13. Mattia Casse ITA +1,62
14. Erik Guay CAN +1,67
15. Aksel Svindal NOR +1,72
. Yannick Bertrand FRA +1,72
17. Mario Scheiber AUT +1,74
24. Beat Feut SUI +2,63
26. Bode Miller USA +2,72
29. Georg Streitberger AUT +2,95
Manuel Kramer AUT +3,67
Johannes Kröll AUT +4,07
Markus Dürager AUT +4,91
Max Franz AUT +5,59
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