Bilanz mit gemischten Gefühlen

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Berthold legt seinem Team die Latte höher

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Philipp Schörghofer hat als Dritter die Erwartungen nach einem Podestplatz erfüllt, Marcel Hirscher ist nach seinem Kahnbeinbruch fast schon wieder der Alte und Benjamin Raich nach dem Kreuzbandriss auf dem Weg zurück.

Nach der Rennabsage vor einem Jahr erlebte der alpine Herren-Ski-Weltcup auf dem Sölder Rettenbachferner einen perfekten Weltcup-Auftakt 2011.

Der US-Amerikaner Ted Ligety setzte seinen Erfolgslauf mit einem "Heimsieg" fort, und Ivica Kostelic machte deutlich, dass bald auch der erste Sieg im Riesentorlauf fällig ist.

Zufrieden? "Ja und Nein!"

Bis Mitte der Woche soll das gute Wetter im Ötztal anhalten, wie die Damen werden auch Österreichs Skiherren zum Trainieren auf dem Gletscher bleiben.

Für Hirscher und Co. steht als nächstes Rennen in knapp drei Wochen der Slalom in Levi auf dem Programm, sechs Athleten sind Fixstarter, vier Plätze werden am Dienstag ausgefahren.

Was den Riesentorlauf am Sonntag betraf, bilanzierte der sportliche Leiter Mathias Berthold zwiespältig.

"Ja und nein", lautete seine Antwort, ob er zufrieden mit dem ersten Rennen in Sölden sei.

"Mit dem Podium können wir auf jeden Fall zufrieden sein. Da sollte schon noch was kommen von der Mannschaft."

Mehr drinnen gewesen

Im Detail betrachtet, sagte Berthold, dass bei Schörghofer "vielleicht noch mehr" drinnen gewesen wäre.

Hirscher (6.) kam ein Fehler im ersten Durchgang in den Weg. Bei Raich (19.) bemerkte der Cheftrainer einen Schritt nach vorne, jedoch noch fehlendes Selbstvertrauen im steilen Gelände.

Romed Baumann (11.) habe den zweiten Durchgang verschlafen und Hannes Reichelt (20.) "leider wieder einen langsamen Start in die Saison" gehabt.

Baumann setzt auf Speed

Während Hirscher und Raich ("Werde nun vermehrt Slalom trainieren") sich auf Finnland vorbereiten, hat Baumann seinen nächsten Einsatz erst Ende November in Kanada.

"Bis Übersee setze ich den Schwerpunkt nun auf das Speed-Training. Vom Riesentorlauf-Block zehre ich bis in den Dezember, ich mache nur zwischendurch ein paar Auffrischungseinheiten", erzählte der Tiroler.

Pinturault beeindruckt

Frisch und munter aufs Sölden-Podest gehüpft ist der 20-jährige Alexis Pinturault, der saisonübergreifend in zwei Weltcup-Rennen in Folge Zweiter wurde.

"Auf ihn war ich brutal gespannt, im Training der Franzosen hat er dominiert", berichtete Berthold.

Auch Hirscher, selbst erst 22 Jahre, meinte: "Wenn man sieht, welche Jungen nachkommen, dann heißt es Gas geben für mich."

"Fast schon beängstigend"

Pinturault, Junioren-Weltmeister von 2009 und 2011 im Riesentorlauf, unterstrich, warum das Team der "Bleus" für diesen Winter so hoch gehandelt wird (vier Läufer unter den ersten 14).

"Er ist ein erstaunlicher Bursche, es ist schon fast beängstigend, ihn fahren zu sehen", sagte Ligety, der bei seinem Erfolg in Sölden "durchaus von einem Heimsieg" sprach, hat doch der US-Skiverband für drei Jahre einen Vertrag mit Ötztal Tourismus abgeschlossen.

Kostelic mit Laufbestzeit

Gesamtweltcupsieger Kostelic startete mit einem fünften Platz in seine Titelverteidigung, es war sein ex-aequo zweitbestes Ergebnis in dieser Disziplin.

2008 stand er in Adelboden als Zweiter bereits einmal auf dem Podest, heuer war er ebenfalls in Adelboden bereits einmal Fünfter.

Um in allen Disziplinen im Weltcup gewonnen zu haben, fehlen Kostelic noch erste Plätze in Abfahrt und Riesentorlauf.

Auf dem Rettenbachferner hat der 31-Jährige mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang gezeigt, dass ein weißer Fleck bald getilgt werden könnte.

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