Atomic trotz "Aderlass" angriffslustig

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Bei strahlend schönem Herbstwetter hat Atomic am Freitag und damit einen Monat vor dem alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden am Firmensitz in Altenmarkt die Teams für den kommenden Skiwinter präsentiert.

Zwar sind Alpin-Asse wie Daniel Albrecht, Marc Berthod, Felix Neureuther und Lara Gut zu anderen Herstellern abgewandert, dafür meldeten sich Verletzte wie Benjamin Raich, Carlo Janka, Mario Scheiber oder Marcel Hirscher "fit wie noch nie" zurück.

"Das beste Team der Welt"

"Wir sind nach wie vor das beste Team der Welt", glaubt Technik-Spezialist Hirscher.

Der Salzburger war wie Raich und Scheiber ("Ich war kurz vor dem Aufhören, jetzt will ich meinen ersten Weltcupsieg") eines der prominenteren Verletzungsopfer des vergangenen Winters, brennt jetzt aber wieder vor Ehrgeiz.

Der Osttiroler Speedspezialist Scheiber bezeichnet sich selbst als "fit wie noch nie".

Janka fit wie lange nicht

Janka hatte sich seit seinem Weltcup-Gesamtsieg von vor zwei Jahren mit einem rätselhaften Virus und letztlich auch mit eklatanten Herzproblemen herumgeschlagen. Dieses Problem scheint behoben zu sein.

"Meine physischen Werte sind besser als vor zwei Jahren, die Vorbereitung war optimal", machte der Schweizer klar, dass in der kommenden Saison ohne Großereignis der Weltcup-Gesamtsieg auch für ihn wieder das große Thema ist.

"Natürlich ist mein Ziel, möglichst schnell wieder in den Kampf um den Weltcup involviert zu sein", sagte der Eidgenosse.

Moser-Pröll schaut vorbei

Der größte Star des Atomic-Kickoffs am Salzburger Firmensitz war sicherlich Jahrhundertsportlerin Annemarie Moser (Pröll), die sich ihre Nachfolger/Innen interessiert ansah.

Während sich die Olympiasiegerin und sechsfache Weltcup-Gesamtsiegern heutzutage hauptsächlich der Jagd im Wald widmet, jagen Raich und Co. in vier Wochen schon wieder nach Weltcuppunkten.

"Frisch, motiviert und konkurrenzfähig"

Zumindest hofft Raich das. Der Tiroler kam direkt vom Gletschertraining in Sölden zur Präsentation und berichtete strahlend: "Ich fühle mich frisch, motiviert und konkurrenzfähig."

Dem 32-Jährigen hat die sechsmonatige Ski-Zäsur nach der Knieverletzung im vergangenen Februar auf anderer Ebene offenbar sehr gut getan.

"Die Verletzung war sicherlich ein Schnitt, aber auch eine Zeit zum Durchschnaufen. Aber dadurch sind auch meine Fitness-Werte besser als jemals."

Erstes Ziel: Sölden

Raichs erstes Saisonziel ist es, beim Saisonauftakt-RTL Ende Oktober in Sölden dabeizusein. Die Chancen stehen gut.

"Ich bin am 17. August zurückgekehrt und seitdem gut und viel Skigefahren. Ich kann nur hoffen, dass weiterhin alles gut mitspielt", sagte der Pitztaler.

Material natürlich ein Thema

Zur unumgänglichen Materialdiskussion entkommen Raich mittlerweile vor allem Seufzer. Er hatte bekanntlich als einiger von ganz wenigen schon seit Jahren vor den breiteren Ski gewarnt, erst zahlreiche Verletzungen, darunter seine eigene, haben nun zu einem Umdenken geführt.

Ab 2012/13 werden die Ski wieder länger, schmäler und weniger tailliert. "Es wird sicher weiter Verletzungen geben. Aber es hätte sicher auch weniger gegeben, hätte man früher auf mich gehört", ist Raich überzeugt.

Nummer 1 bei Alpin-Skiern

Atomic bezeichnete sich bei der Präsentation auch als "erfolgreichste Skimarke der Welt".

General Manager Wolfgang Mayerhofer berichtete, dass man weltweit die Nummer eins bei Alpin-Skiern sei und das vor allem auch auf die Leistungen der Athleten zurückzuführen sei.

Atomic trägt Material-Reform mit

Im Langlauf ist Atomic Nummer zwei, dort hat man um 25 Prozent mehr verkauft als im Vorjahr.

Bei Skischuhen, dem am schnellsten wachsenden Wintersportartikel-Segment, liegt man bereits auf Platz drei. Auf dem für Atomic neuen Helmmarkt (Protectives) hat man den Umsatz verdoppelt.

Dass aus Sicherheitsgründen für übernächste Saison völlig neue Ski zu bauen sind, wird von Atomic mitgetragen.

Mayerhofer: "Der Skisport muss sicherer werden, aber auch attraktiv bleiben."

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