Tirolerin Agerer sorgt im Italien-Rennanzug für Furore

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Die Entscheidung für Italien und gegen Österreich ist bereits früh gefallen.

Schon 2006/2007 feierte die gebürtige Tirolerin Lisa Magdalena Agerer ihr FIS-Debüt.

Fünf Winter später feiert die 20-Jährige den größten Erfolg ihrer Karriere und holt überlegen den Gesamtsieg im Europacup.

Die Saison-Bilanz liest sich beeindruckend: 9 Siege, davon 8 in Serie und 7 binnen 14 Tagen, insgesamt 15 Mal in den Top-Ten.

20.000 Sachen, 10.000 Kilometer

„Es ist einfach genial, ich kann das alles gar nicht glauben“, hat Agerer keine Erklärung für ihren Lauf.

Am Freitag gab es beim Europacup-Finale im italienischen Pila zum Abschluss einer erfolgreichen Saison noch einen zweiten Platz im Super-G.

Gleich danach ging es mit einem Betreuer nach Verona, wo sie zu ihrem Riesentorlauf-Trainer umstieg, der sie nach Schladming gebracht hat.

„Ich habe 20.000 Sachen mit und war mir nicht sicher, ob wir alles ins Auto bekommen. Aber zum Glück hat alles reingepasst“, lacht die sympathische Allrounderin, die bereits seit zwei Monaten nicht mehr daheim in Nauders war.

"Freue mich auf das Finale"

Wer denkt, dass das Leben als Ski-Talent ein feudales ist, der irrt gewaltig. Die meiste Zeit hat Agerer „on the road“ verbracht, also im Auto.

Nur zum Weltcup-Zwischenstopp in Aare ist sie geflogen – und dort durch die Tore.

Laufbestzeit im zweiten Durchgang des Riesentorlaufs, damit gelang ihr der Sprung von Rang 28 auf 7 und also mitten in die Weltspitze.

„Ich wollte endlich einmal meine Trainingsleistung auch im Rennen umsetzen, das ist mir zum Glück gelungen. Die Bestzeit hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, jetzt freue ich mich auf das Finale in Schladming vor vielen, vielen Fans.“

Unterstützung von den Eltern

Wie das wäre, als Österreicherin in der WM-Stadt von 2013 an den Start zu gehen, darüber macht sich Agerer, die einen österreichischen Ski fährt und einen Tiroler Helmsponsor hat, keine Gedanken.

Der italienische Ski-Verband hat sie auf ihrem Weg nach oben immer unterstützt, wie auch ihre Eltern.

Mutter Christina, eine Italienerin, und Vater Gerd, die in Nauders Appartments vermieten, sind immer hinter ihrer talentierten Tochter gestanden und werden auch in Schladming dabei sein.

„Das Finale ist Belohnung und Draufgabe, für diese Rennen steht man jeden Tag auf und arbeitet hart.“

Hobby: Häkeln und Stricken

Entspannt wird, richtig, im Auto. Wenn sie nicht gerade mit ihrer jüngeren Schwester Julia telefoniert, kommt sie einem für eine 20-Jährige eher ungewöhnlichen Hobby nach: Häkeln und Stricken.

Hauben und Handschuhe „made by Lisa Magdalena“ sind im Freundes- und Bekanntenkreis sehr beliebt.

Die Nachfrage ist groß, aber die Lieferzeiten sind immer abhängig von ihren Begleitern, lacht Agerer: „Es kommt immer auf den Fahrstil an, bei manchen kann ich einfach nicht Stricken!“

Stephan Schwabl

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