ÖSV-Ärger über Hirscher-Theater

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Ärger im ÖSV-Team über Hirschers Super-G-Theater

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Marcel Hirschers Ambitionen im Super-G sorgen auch für Aufregung.

Dass sich der Salzburger Skistar seinen erstmaligen Start am Samstag in Beaver Creek bis zum Schluss offenließ, irritierte Teamkollegen und Trainer.

"Das spielt es natürlich nicht. Wenn er sich entscheidet auf der Tafel zu stehen, wird er auch fahren", hielt Herrenchef Mathias Berthold deshalb am Freitagabend nach der Auslosung fest.

Hirscher wollte es sich offen lassen

Hirscher ist seit zwei Wochen in den USA, um zu trainieren und ausgiebig Material zu testen, aber auch um sich auf seinen ersten Speed-Start auf der berühmten Birds of Prey vorzubereiten.

Von Anfang an hatte sich der 23-jährige Weltcup-Titelverteidiger aber vorbehalten, kurzfristig seinen Start auch wieder abzusagen.

"Ich möchte es mir bis zur Besichtigung offenhalten, weil ich die Kurssetzung abwarten möchte", hatte Technik-Spezialist Hirscher vor dem Super-G erklärt.

Seine Begründung: "Teilweise wird ja im Super-G mit Abfahrts-Ski gefahren, das ist nicht mein Spezialgebiet."

"Geht mir auf die Nerven"

Für Berthold war das unakzeptabel. Alleine die aufgekommene Diskussion, ob sich Abfahrtstrainer Burkhard Schaffer bei der Kurssetzung an den Abfahrern oder am Techniker Hirscher orientieren sollte, nervte.

"Diese Diskussion lasse ich nicht in meine Mannschaft reinbringen. Das geht mir ein bisschen auf die Nerven", sprach Berthold klare Worte.

Schaffer hat sich mit 42 Toren für 37 Richtungsänderungen entschieden, was wenig überraschend einem eher flotten Super-G entspricht.

Für Berthold war das aber auch aus anderen Gründen kein "Freibrief" für einen Verzicht des ohnehin mit der guten Nummer sechs ausgelosten Salzburgers.

Des einen Freud, der anderen Leid

Immerhin verhindere Hirscher mit seinen Ambitionen den Start eines anderen Österreichers, so Berthold.

Etwa den von Otmar Striedinger. Oder den von Stephan Görgl, einem ehemaligen Super-G-Sieger in Beaver Creek.

"Wir haben auch andere Läufer, die auch gerne Super-G fahren möchten", bekräftigte Berthold.

Puchner schießt gegen Hirscher

Auch Läufer wie Joachim Puchner waren von der Diskussion um Hirscher nicht entzückt.

"Ich sehe keinen Grund, warum immer auf Hirscher hin gearbeitet werden sollte. Wir sind alle gut drauf und können alle auf's Podest fahren", sagte der Salzburger Abfahrer.

"Es gibt also kein Grund, um für den Einen oder den Anderen stecken zu lassen."

"Kein Riesentorlauf, keine Abfahrt"

Auch der kritische FIS-Renndirektor Günter Hujara nahm den Schaffer-Kurs sofort und problemlos ab.

Berthold selbst beendete die Diskussion mit dem Hinweis.

"Das ist kein Riesentorlauf und keine Abfahrt. Sondern ein schöner Super-G."

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