"Laufen, bis Lichter ausgehen"

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"Bauchspeck zum Frühstück ist jetzt nicht so meins"

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Während Norwegens Skilanglauf-Star Petter Northug wegen Magenproblemen seine Teilnahme am traditionellen Wasalauf absagen musste, laufen für den Österreicher Thomas Steurer die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren.

Am Sonntag fällt um 8 Uhr der Startschuss zum größten Volkslanglauf der Welt. Über 61.000 Athleten aus 40 Nationen stellen sich in unterschiedlichen Klassen der Herausforderung.

Über die klassische Distanz trennen Hobbyläufer und Profis vom Startschuss in Sälen 90 kräfteraubende Kilometer vom Zielportal in Mora, das sie mit dem Motto des Laufklassikers „In den Spuren der Väter, für die Siege der Zukunft“ (I fäders spår - för framtids segrar)  begrüßt.

„Ganz heiß drauf“

Mitten drin, statt nur dabei ist Steurer.

„Ich bin schon ganz heiß drauf! Habe jetzt ein ganzes Jahr dafür trainiert und endlich ist es soweit“, zeigt sich der Tiroler auf seiner Homepage begeistert.

Die Vorbereitungen auf das Langstreckenrennen haben bereits im vergangenen Sommer begonnen. Radfahren, Laufen, Berglaufen, Skirollen und Krafteinheiten standen auf dem Programm. Im Herbst begannen Skitests und erste Trainingseinheiten auf Schnee, ehe im Dezember mit den ersten Vorbereitungsrennen die Saison eröffnet wurde.

Steurer ist bereits seit einigen Tagen in Schweden und zeigt sich begeistert. „Die Bedingungen sind gewohnt kühl, aber nicht so kalt wie in den letzten Jahren. Taugt mir gut. Der Schnee ist super.“

Bauchspeck zum Frühstück

Die Tage bis zum Startschuss sind bis ins kleinste Detail geplant. Ski- und Wachstest sowie die Streckenbesichtigung lassen die letzten Stunden schnell vergehen. Eine spezielle Diät soll im Rennen für den nötigen Extraschub sorgen.

Von Montag bis Donnerstag stand deshalb sehr hartes Training auf dem Programm, Kohlenhydrate waren tabu.

„Es ist ein bissl zach, wenn man nur Eiweiß und Fett essen darf. Bauchspeck zum Frühstück ist jetzt nicht so meins.  Ich bin eher der Typ für ein Honigbrot. Aber das hilft nix, da muss ich durch.“

Ziel war, die Energiespeicher zu leeren. Am letzten Tag der Diät, stand ihm noch ein unangenehmer Akt bevor.  „Ich muss mich ‚leer‘ machen. Ich laufe im Wettkampftempo und schneller, bis mir die Lichter ausgehen. Das ist nicht so toll, aber es funktioniert“, weiß der Langstreckenspezialist aus den Erfahrungen der letzten Jahre.

Am Abend war dann das "große Fressen" angesagt. Mit Pasta und Kartoffeln wurden die Energiespeicher wieder aufgefüllt, damit am Sonntag aus dem Vollen geschöpft werden kann.

Im Vorjahr erreichte er in 4:13,29 Stunden als 74. das Ziel. Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass er mit dieser Zeit in den Jahren 2006 -2008 den Sieg geholt hätte. Die Bestzeit des Schweden Jörgen Brink, der seinen Erfolg aus dem Jahr 2010 wiederholen konnte, lag bei 3:51,51.

Das Geheimnis der grünen Mütze

Während des Wettkampfes über zugefrorene Seen, lichte Wälder und Berge wird der 35-Jährige 8 Liter Elektrolytgetränke und einen halben Riegel zu sich nehmen.

Um bestens versorgt zu werden, trägt Steurer eine grüne Mütze. „Die Idee wurde beim Wasalauf 2004 geboren, bei dem 16.000 Athleten an den Start gingen.  Dementsprechend schwierig ist es, in der Spitzengruppe von rund 100 Langläufern vom Betreuerteam erkannt zu werden. Alle machen die gleiche Bewegung und so war ich immer, auch trotz meiner Größe, schlecht zu sehen“, erklärt der Salomon-Athlet, wie er zu seinem Markenzeichen kam.

Am Sonntag wird sich zeigen, wie nah Steurer seinem Ziel, beim Wasalauf einmal ganz oben auf dem Stockerl zu stehen, gekommen ist.

 

Martina Gugglberger

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