Premieren-Sieg im 146. Versuch!

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Zuzulova schreibt Ski-Märchen am "Zauberberg"

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145 Mal hat es Veronika Velez-Zuzulova im Weltcup probiert, 145 Mal ist nichts passiert.

Den Großteil ihrer vergeblichen Versuche machte sie noch ohne Velez im Namen.

In Are fehlte eine Hundertstel

Sieht man einmal von 39 Top-Ten-Platzierungen und 13 Stockerlplätzen ab, die natürlich aller Ehren wert sind.

Aber für den Sieg der Slowakin hat es nie gereicht, wenngleich sie einige Male knapp dran war.

Letzte Saison fehlte der 28-Jährigen im Slalom in Are gar nur eine Hundertstel auf die Deutsche Maria Höfl-Riesch und also den ersten Erfolg ihrer Karriere, die vor mehr als zwölf Jahren in Sölden begann.

Mehr Masse, viel Klasse

Beim Flutlicht-Slalom am Semmering war es nun also endlich soweit!

Im 146. Weltcup-Rennen gab es den ersten Sieg für die Einzelkämpferin aus Bratislava, die der Beweis dafür ist, dass man auch mit etwas mehr Masse eine entsprechende Klasse in den technischen Disziplinen haben kann.

Nach ihrer Fahrt fiel Velez-Zuzulova, die erst im April diesen Jahres ihren französischen Trainer Romain Velez geheiratet hat, in den nassen PTX-Schnee und jubelte.

Wohlwissend, dass ihre Fahrt sehr gut war und sie der Halbzeitführenden Tina Maze aus Slowenien eine schwierige Aufgabe gestellt hatte.

Angst vor siegloser Karriere

Als die aktuelle Nummer 1 der Ski-Damen mit der drittschnellsten Gesamt-Zeit über den Zielstrich fuhr, fiel Velez-Zuzulova noch einmal in den Schnee und küsste die nasse, weiße Pracht.

In den vordersten Reihen des Zielbereichs herrschte Ausnahmezustand.

Die vielen extra für Velez-Zuzulova angereisten slowakischen Fans schwenkten ihre Fahnen, jubelten, brüllten, tranken und feierten gemeinsam mit den Zettel-Fans eine große Party am Fuße des „Zauberbergs“.

Mittendrin eine überglückliche Veronika Velez-Zuzulova, die so lange auf diesen Tag warten musste.

„Ich habe schon gedacht, dass ich meine Karriere einmal ohne Sieg beenden muss. Speziell nach Are, wo mir nur eine Hundertstel gefehlt hat. Aber jetzt hat das Warten ein Ende, für mich ist ein Traum wahr geworden!“

"Fühle mich hier zuhause"

Die 28-Jährige wusste, dass Zettel in Führung lag und sie wusste aufgrund der Reaktion des Publikums auch, dass die Lokalmatadorin eine super Fahrt hingelegt haben musste.

„Bei den Rennen in Österreich weiß man sehr genau, was die Österreicherinnen gemacht haben“, lacht Zuzulova, die 2009 bei der Hallen-Europameisterschaft im französischen Amneville den bislang einzigen Sieg ihrer Karriere auf internationaler Bühne feiern konnte.

Dass das slowakische Ski-Märchen ausgerechnet am „Zauberberg“ geschrieben wurde, für Zuzulova ist es kein Zufall.

„Ich fühle mich hier ein bisschen zuhause, mit den vielen Fans, die extra wegen mir anreisen, ist es mein Heim-Rennen.“

Mit-Favoritin für WM-Gold

In zwei Jahren möchte die 28-Jährige wiederkommen und ihren Titel am Semmering verteidigen.

Bis dahin sollen aber noch weitere Erfolge dazu kommen, wünscht sich die Salomon-Pilotin dass „das neue Jahr so weitergeht, wie das alte aufgehört hat.“

Und vielleicht kehrt sie sogar als Weltmeisterin zurück. „Ich hoffe auf einen guten Tag bei der Ski-WM, den Hang mag ich jedenfalls sehr gerne.“

Bei der WM-Generalprobe in der letzten Saison wurde sie – ja, richtig geraten – Zweite …

 

Stephan Schwabl

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