Pinturault stürmt zum Sieg, Raich verpasst Podest

Aufmacherbild
 

Alexis Pinturault hat am Freitag die Siegesserie von Ivica Kostelic in Wengen beendet.

Der Franzose gewann die Super-Kombination auf dem Lauberhorn in überlegener Manier 1,15 Sekunden vor dem Kroaten.

Die Schweizer Hausherren durften über den ersten Podestplatz des Männer-Teams im WM-Winter jubeln, Carlo Janka wurde Dritter (1,49). Der Tiroler Benjamin Raich schrammte als Vierter um 0,02 Sekunden am Stockerl vorbei.

Dritter Weltcupsieg

Für Pinturault war es der dritte Weltcup-Sieg seiner Karriere, davor hatte das 21-jährige französische Supertalent 2012 den City-Event in Moskau sowie den Slalom in Val d'Isere gewonnen.

In der Kombi-Abfahrt am Vormittag landete Pinturault auf Rang 22, im von ÖSV-Trainer Rainer Gstrein schwierig gesetzten Slalom am Nachmittag drehte er dann aber groß auf und distanzierte die Konkurrenz deutlich.

"Slalom ist wirklich gut gelungen"

"Der Slalom ist mir wirklich gut gelungen, da habe ich meine Stärken perfekt ausgespielt", meinte Pinturault.

Für Kostelic blieb da "nur" Rang zwei. Der Kroate durfte sich aber mit einem weiteren Stockerlplatz auf seinem Lieblingsberg trösten. Kostelic hat in Wengen zweimal die Super-Kombi (2011, 2012) und viermal den Slalom (2002, 2010, 2011, 2012) gewonnen, hinzu kommen nun zwei zweite und drei dritte Plätze.

"Ich freue mich sehr über das erste Podestergebnis in dieser Saison, das war eine gute Leistung. Die Formkurve Richtung WM scheint zu stimmen, darauf liegt mein Fokus", meinte der 33-jährige Routinier.

Raich: "War durchwachsen"

Bei Raich hatte sich nach dem Ausscheiden im Adelboden-Slalom am vergangenen Sonntag etwas Frust breitgemacht.

"Da war ich schon ziemlich enttäuscht", gestand der Tiroler, der sich dann mit guten Trainingseinheiten wieder in die Spur brachte.

In der Abfahrt legte Raich am Freitag eine deutliche Steigerung gegenüber den Trainingsläufen hin, im Slalom zeigte der Doppel-Olympiasieger 2006 dann eine solide Fahrt.

"Die Leistung heute war durchwachsen, ich hatte einmal mehr zu wenig Zug am Ski", bilanzierte Raich.

Reichelt zweitbester Österreicher

Zweitbester Österreicher war Hannes Reichelt als Zwölfter. Der Salzburger legte mit der zweitschnellsten Zeit in der Abfahrt den Grundstein, ein "saublöder Fehler" im Slalom kostete ihn dann eine noch deutlich bessere Platzierung.

"Da hab' ich sehr viel Zeit liegengelassen, dadurch bin ich aus dem Rhythmus gekommen", meinte Reichelt.

WM-Start ein Thema?

Eigentlich war ein WM-Start in der Super-Kombi für Reichelt kein Thema. Aufgrund des dichten Programms (Super G, Abfahrt und eventuell Riesentorlauf) wollte der 32-Jährige Kräfte sparen.

"Vielleicht sollte ich mir das doch noch einmal überlegen", sagte Reichelt, der zunächst abwarten möchte, wie er in den WM-Abfahrtstrainings in Schladming zurecht kommt.

Im Slalom war Reichelt mit einer selbst bemalten Startnummer 6 unterwegs, das Original hatte er nach der Mittagspause im ÖSV-Quartier vergessen.

Weltcup-Punkte gab es auch noch für Reichelts Teamkollegen Matthias Mayer (20.), Joachim Puchner (21.), Romed Baumann (22.) und Florian Scheiber (28.).

Erster Schweizer Podestplatz

Die Schweizer Männer feierten ausgerechnet in Wengen ihr erstes Top-Drei-Ergebnis in dieser Saison.

"Das gibt uns sicher Zuversicht. Auch in der Abfahrt am Samstag haben wir einige heiße Eisen am Start", meinte der drittplatzierte Janka optimistisch. Zudem ist Janka seit Freitag Inhaber des neuen Geschwindigkeitsweltrekords im Weltcup.

Im Haneggschuss wurde der 26-Jährige mit 158,8 km/h "geblitzt", die bisherige Bestmarke hatte der Italiener Stefan Thanei 2005 an gleicher Stelle ebenfalls in der Kombi-Abfahrt aufgestellt.

Hirschers Verfolger patzen

Auf dem Lauberhorn geht es am Samstag (12.30 Uhr) mit dem Abfahrts-Klassiker weiter, am Sonntag (10.15 und 13.15 Uhr) steht der Slalom mit Marcel Hirscher auf dem Programm.

Der Salzburger wird dabei als Leader im Gesamt-Weltcup an den Start gehen, denn der Norweger Aksel Lund Svindal musste sich in der Super-Kombi mit Rang 14 begnügen und weist vor der Abfahrt 108 Punkte Rückstand auf Hirscher auf.

Der Weltcup-Dritte Ted Ligety verspielte aufgrund eines Materialfehlers einen möglichen Podestplatz und wichtige Punkte, beim US-Amerikaner ging während des Slalom-Durchgangs die Bindung auf.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen