Reichelt schickt Kampfansage an "Mr. Riesentorlauf"

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Na, das fängt ja gut an! Hannes Reichelt startete am Sonntag so gut wie nie zuvor in einen Weltcup-Winter.

Rang sechs beim Saison-Auftakt in Sölden, damit hatte der Salzburger selbst nicht gerechnet.

Umso größer dann die Freude, dass es doch gleich mit dem erhofften Spitzenergebnis klappte.

"Bin extrem runtergewackelt"

Und der 32-Jährige machte (fast) dort weiter, wo er letzte Saison aufgehört hat.

Denn wenn Reichelt in diesem Kalenderjahr im Riesentorlauf ins Ziel kam, war er nie schlechter als Fünfter.

„Ich bin extrem runtergewackelt, war mit einem Fuß schon draußen. Aber bei den Bedingungen hat außer Ted Ligety keiner gut ausgeschaut“, lacht ein mehr als zufriedener Salzburger im Gespräch mit LAOLA1.

3,60 Sekunden hinter Ligety

Das Lachen ist ihm auch beim Blick auf die Rückstände nicht vergangen.

3,60 Sekunden fasste der Radstädter auf den siegreichen US-Amerikaner aus.

„Mir war klar, dass er schnell sein wird, das hat man schon im ersten Durchgang gesehen, wo er trotz schlechter Verhältnisse ganz vorne war.“

Kampfansage an "Mr. Riesentorlauf"

Dass der Sieger also wie schon im Vorjahr Ted Ligety heißt, war für Reichelt keine Überraschung.

„Auf dem Hang ist er einfach eine Macht. Aber das wird sich in Beaver Creek schon wieder ändern“, schickte der Teilzeit-Pilot mit Bodenhaftung eine Kampfansage in Richtung des US-Amerikaners.

Um den „Mr. Riesentorlauf“ auf amerikanischem Schnee aber wirklich fordern zu können, bedarf es einer umfassenden Analyse.

„Sein Vorsprung hat sicher auch mit dem Handling des neuen Materials zu tun. Auf den ersten Blick schaut es schlimm aus für uns, aber so schlecht fahren wir auch nicht Ski.“

Erst Training, dann Begräbnis

Angesichts des tödlichen Unfalls von Teamkollege Björn Sieber waren Platzierung und Rückstand für Hannes Reichelt sowieso nur Nebensache.

„Ich habe am Start an ihn gedacht und auch unten im Ziel, als ich abgeschwungen bin. Aber dazwischen habe ich – so hart es klingt – versucht, meinen Job zu machen.“

Bis Mittwoch wird noch in Sölden trainiert, dann fährt die Mannschaft zum Begräbnis des 23-Jährigen nach Vorarlberg.

"Super-G ist Lieblingsdisziplin"

Am Montag reist Reichelt, der nicht nur für ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ein ernstzunehmender Kandidat für den Gesamt-Weltcup ist, nach Wien, wo der neue ÖSV-Song der schottischen Kult-Rocker Nazareth präsentiert wird.

Dann geht es schon weiter in die USA, wo sich die Speed-Fahrer den Feinschliff für die schnellen Disziplinen holen.

„Der Super-G ist nach wie vor meine Lieblingsdisziplin – und in der Abfahrt möchte ich zeigen, dass ich es über den Sommer nicht vergessen habe.“

 

Stephan Schwabl

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