"Beat Feuz geht gnadenlos ab!"

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Mader: "Wir wollen zumindest eine Kugel holen!"

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Gratulationen nimmt Günther Mader noch keine entgegen. Obwohl Salomon den Marken-Weltcup bei den Herren mit 3275 Punkten überlegen anführt.

Der Rennchef traut dem Braten noch nicht ganz. „Es schaut ganz gut aus, aber noch sind ja ein paar Rennen zu fahren“, stapelt der Tiroler im Gespräch mit LAOLA1 tief.

Auch weil er sich erst an den Gedanken gewöhnen muss: „Im Prinzip haben wir mit diesem Bereich noch nie etwas zu tun gehabt“, lacht Mader.

Aktuell beträgt der Vorsprung auf das mit Stars gespickte Head-Team 805 Punkte, Atomic liegt bereits 1330 Punkte zurück.

Feuz-Aufstieg keine Überraschung

„Wenn man es genau nimmt, könnten wir noch weiter vorne sein, denn ein Hannes Reichelt hätte sicher das eine oder andere Rennen gewinnen können, und Romed Baumann hat ein bisschen gebraucht, bis er in die Saison gekommen ist.“

Dazu kommen ein paar starke Franzosen und natürlich der Schweizer Shooting-Star Beat Feuz. „Der geht in diesem Winter so richtig ab“, freut sich der Salomon-Rennchef für seinen in Innsbruck lebenden Schützling.

Dass der durch die verletzungsbedingte Auszeit von Ivica Kostelic jetzt sogar der große Favorit auf den Gesamt-Weltcup ist, damit konnte man nicht rechnen, aber:

„Wir haben schon vor vier Jahren gewusst, wie gut er ist. Leider hat er sich dann zwei Mal hintereinander verletzt, das ist ziemlich blöd gelaufen für den Burschen. In der letzten Saison hat er aber schon angedeutet, dass er stark im Kommen ist, und heuer bringt er es gnadenlos runter.“

"Hoffe, dass wir eine Kugel holen"

Deshalb mischt der „Kugelblitz“ im Kampf um die große und zwei kleine (Abfahrt und Super-G; Anm.) Kristallkugeln mit.

Aber auch Klaus Kröll und Romed Baumann in der Abfahrt und der junge Franzose Alexis Pinturault im Riesentorlauf dürfen sich noch Hoffnungen auf ein kugelrundes Saisonende machen.

Und im Super-G ist bei noch fünf ausstehenden Rennen sowieso alles offen.

„Für uns als Skifirma sind Kugeln genauso das Ziel wie für die Läufer auch. Chancen haben wir in mehreren Disziplinen, deshalb hoffe ich schon, dass wir mindestens eine Kugel holen.“

In Reihe zwei tut sich einiges

Sollte am Ende nur der Marken-Weltcup bei den Herren übrig bleiben, wäre es trotzdem ein Zeichen, das man setzt. Nämlich, dass der nicht immer einfache Aufbau der letzten Jahre Früchte trägt.

„Unsere Leute fahren eigentlich immer gut vorne mit, wir haben ständig jemanden am Stockerl. In dieser Saison ist es wirklich so, dass sehr viel aufgeht.“

Das soll, wenn es nach Günther Mader geht, auch in den nächsten Jahren so bleiben. „Mit Pinturault wartet der nächste auf den Durchbruch, wenn er sich an den Weltcup gewöhnt hat, hat er eine große Zukunft vor sich.“

Aber auch aus rot-weiß-roter Sicht kommt im Salomon-Team einiges nach. „Wir haben eine sehr starke Europacup-Truppe um Flo Scheiber und Frederic Berthold, die zuletzt einige Erfolge gefeiert hat.“

Stars selber machen statt kaufen

Das Engagement in der zweiten Ski-Liga genießt bei Salomon großes Ansehen, deshalb wird im Gegensatz zur Konkurrenz auch weiterhin investiert.

„Wir sind eine der wenigen Skifirmen, die im Europacup einen eigenen Servicemann dabei haben.“

Mader weiß aber auch um das Risiko: „Unser Weg ist natürlich ein bisschen steiniger, als fertige Stars zu kaufen."

"Nicht jeder junge Läufer entwickelt sich so, wie man das gerne hätte, manche packen es gar nicht. Aber wir wollen die Jungen nach oben bringen und uns die Stars selbst machen.“

Transfer-Poker hat bereits begonnen

Dass er das aktuelle Aushängeschild Beat Feuz nach der Saison verliert, weil Head-Boss Johan Eliasch bereits mit dem prallgefüllten Geldkoffer winkt, glaubt Mader nicht.

„Wir werden schauen, dass wir unsere Läufer halten, das hat für mich absolute Priorität. Und wenn uns das gelingt, sind wir auch für den nächsten Winter gut aufgestellt.“

Ausschließen, dass vielleicht die eine oder andere Verstärkung kommt, will der 47-Jährige nicht.

„Die Läufer sehen, dass wir beim Material nicht nur mithalten, sondern ganz vorne dabei sind. Von daher haben wir sicher gute Karten!“

Und die Nummer 1 im Marken-Weltcup wäre ein weiteres Ass im Transfer-Poker …

Stephan Schwabl

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