Merighetti jubelt, Fenninger ist erleichtert

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Die Damen-Abfahrt in Cortina d'Ampezzo ist am Samstag - wie befürchtet - zu einer Windlotterie geworden.

Am Ende feierte die 30-jährige Italienerin Daniela Merighetti überraschend vor US-Olympiasiegerin Lindsey Vonn (+0,21 Sek.) sowie der Deutschen Maria Höfl-Riesch (0,40) ihren ersten Weltcup-Sieg.

Österreichs Ski-Damen landeten dagegen im geschlagenen Feld, Weltmeisterin Elisabeth Görgl (0,79) wurde als beste Achte.

"Heut war nicht mehr drin"

"Ich war mit meiner Fahrt zufrieden, habe wirklich keinen Fehler gemacht. Aber vor allem im Mittelteil habe ich sehr böigen Wind gespürt.

Heute war einfach nicht mehr drin wegen des starken Windes", betonte Görgl, die vor einer Woche in Bad Kleinkirchheim ihre erste Weltcup-Abfahrt gewonnen und im Abschlusstraining am Vortag noch Bestzeit erzielt hatte.

Favoriten vom Winde verweht

Die 30-jährige Steirerin war aber nicht die einzige Topfavoritin, die vom Winde verweht wurde.

"Mich hat oben eine fürchterliche Böe erwischt und vor dem Schlusssprung eine weitere. Der Wind war brutal, es war schwierig zu fahren. Ich habe aber gekämpft und bin sehr zufrieden mit dem zweiten Platz. Es ist leider nicht immer so, dass die Sonne scheint und es windstill ist", erklärte etwa Vonn.

Vonn als faire Verliererin

Zum Überraschungserfolg von Merighetti meinte die 27-Jährige, die ihre Führung in der Gesamtwertung um 80 Punkte ausbaute und nun bereits 244 Zähler vor der zweitplatzierten Slalom-Seriensiegerin Marlies Schild aus Salzburg liegt:

"Ich will nicht sagen, dass sie wegen des Windes gewonnen hat. Sie kann ganz gut fahren und hat eine Superleistung gebracht heute. Ich gratuliere ihr deshalb zum Heimsieg."

Erleichterung bei Fenninger

Super-Kombinations-Weltmeisterin Anna Fenninger war dagegen im Ziel froh, dass sie bei ihrem Ausfall einen Sturz hatte vermeiden können. "Es überwiegt bei mir die Erleichterung, dass nichts passiert ist.

Das hätte auch anders ausgehen können", wusste die 22-jährige Salzburgerin, die etwas rätselte, ob es ein Fahr- oder ein Materialfehler war, der sie einen möglichen Spitzenplatz kostete.

Innenski gefressen, Außenski weggeschnitten

"Ich wollte die Kurve zumachen, doch auf einmal hat es mir den Innenski gefressen und den Außen-Ski weggeschnitten. Es ist schwer zu sagen, warum das passiert ist. Vielleicht war meine Belastung falsch oder Kante etwas zu scharf. Bei diesem aggressiven Schnee muss die Abstimmung ganz genau passen", erläuterte Fenninger, die sich bereits auf den Super-G am Sonntag freute.

"Das ist im Moment meine stärkste Disziplin, außerdem habe ich hier in Cortina vor drei Jahren mit Rang zwei im Super-G meinen ersten Podestplatz im Weltcup geschafft", sagte die Dritte von Bad Kleinkirchheim.

"Super-G nicht meine Disziplin"

Abfahrts-Triumphatorin Merighetti, die wegen der Heimrennen in Cortina sogar die Operation ihres gebrochenen linken Daumes auf Montag verschoben hat, rechnete sich dagegen für den Super-G nichts aus.

"Das ist zwar meine absolute Lieblingsstrecke hier, aber der Super-G ist nicht so meine Disziplin", meinte die 30-Jährige, die bisher nur am 6. März 2003 in Aare als Riesentorlauf-Zweite auf dem Weltcup-Podest gestanden war.

"Der Knochen steht weg"

Mit ihrem Sieg am Samstag sorgte sie für den ersten Erfolg einer Italienerin in der Abfahrt seit Elena Fanchini, die am 2. Dezember 2005 in Lake Louise ihren ersten und bisher einzigen Weltcup-Erfolg gefeiert hatte.

"Es ist unglaublich, das erste Mal auf dem Podium in einer Abfahrt und dann gleich ganz oben", frohlockte Merighetti, die im Zielraum gleich mehrmals ihren einbandagierten linken Daumen präsentieren musste. "Der Knochen steht weg, aber ich fahre ja Gott sei Dank mit den Beinen Ski."

Neben der Siegerin strahlte in erster Linie Höfl-Riesch, die bewies, dass sie ihren grippalen Infekt vollständig überwunden hat. "Dieser dritte Platz ist sehr wichtig, denn es ist mein erstes Podium in einer Speed-Disziplin in dieser Saison", gab die 27-jährige Deutsche zu Protokoll.

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