Baumann: "Ein Stockerl in Kitz ist Wahnsinn!"

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Das „Dschungelcamp“, an den letzten Abenden Pflichttermin für Romed Baumann und Zimmerkollege Mario Scheiber, muss am Samstag ausfallen.

Zumindest für Baumann, der nach Platz zwei in der Abfahrt durch den Gratulations-Dschungel muss.

Von lästiger Pflicht kann aber trotz Promi-Dickicht keine Rede sein.

„Ich genieße das total und sauge all die Momente auf. Didier Cuche hat recht, wenn er von der verrückten Luft in Kitzbühel spricht. Genau das brauchen wir“, freut sich der Tiroler über den größten Erfolg seiner Karriere.

Alles eng beisammen

Den er lange nicht glauben wollte: „Hoffentlich ist es nicht wie in Lake Louise, wo ich in letzter Sekunde vom Stockerl gestoßen wurde.“

Nein, war es nicht, diesmal hatte Baumann die Hundertstel auf seiner Seite.

„Ich wusste, dass ich mir keinen Fehler erlauben darf, weil es sich durch die Verkürzung extrem zusammenschieben wird.“

So kam es dann auch: Zwischen Sieger Cuche und Didier Defago auf Rang 20 lagen nur 91 Hundertstel.

Baumann wusste auch ohne Video-Analyse, wo er die 24 Hundertstel auf den Schweizer Rekord-Sieger verloren hatte. „Nach der Hausbergkante und in der Traverse.“

"So konnte ich keine Fehler machen"

Dass es durch die Startverlegung zur Alten Schneise böse gesagt nicht viel mehr Schlüsselstellen gab, war Baumann herzlich egal.

„Streif ist Streif, Kitzbühel das Mekka des Skisports. Wenn du hier in der Abfahrt am Stockerl stehen darfst, ist das ein Wahnsinn.“

Wahnsinnig machte den seit einer Woche 26-Jährigen die hohe Fehlerquote in dieser Saison. Alles vergessen.

„Vielleicht war es ein Vorteil, dass auf verkürzter Strecke gefahren wurde, so konnte ich nicht so viele Fehler machen“, so der Skifahrer aus der gut 30 Autominuten entfernten Biathlon-Hochburg Hochfilzen.

Die erste Gams als Bub

Auch wegen der Nähe hat Baumann ein ganz besonderes Verhältnis zur Gamsstadt.

„Ich bin schon als kleiner Bub hier Bezirks-Cup gefahren, schon damals gab es für die Sieger eine kleine Gams“, erinnert er sich.

Nur einmal, ausgerechnet an seinem Geburtstag, Kitzbühel wurde damals noch vor Wengen gefahren, war die Enttäuschung groß, denn: „Ich war zwar am Stockerl, aber es hat normale Pokale gegeben.“

Gute Chancen in der Kombination

In der Abfahrt holte sich Baumann die zweite „echte“ Gams seiner Karriere nach Platz drei in der Kombination im Vorjahr.

„Das war auch ein super Erfolg, aber ich konnte mich nicht so richtig darüber freuen, weil der Hans (Grugger, Anm.) im Koma gelegen ist.“

Am Sonntag schnallt er nach langer Zeit wieder die Slalom-Ski an, die Chancen auf eine zweite Gams an diesem Wochenende stehen gut.

Dass es aber auch zum Hahnenkamm-Sieg reicht, glaubt Romed Baumann trotz 1,78 Sekunden Vorsprung auf Titelverteidiger Ivica Kostelic nicht.

„Da könnte ich sechs Sekunden Vorsprung haben, würde es sehr schwer werden.“

Stephan Schwabl

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