Klaus Kröll gewinnt Abfahrts-Kristall

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Platz sieben hat Klaus Kröll genügt, um nach einer "Zitterpartie" erstmals in seiner Karriere den Gesamtsieg im Abfahrtsweltcup sicherzustellen.

Abfahrtsgewinner beim dramatischen alpinen Weltcup-Finale in Schladming wurde am Mittwoch der Norweger Aksel Lund Svindal vor dem Schweizer Beat Feuz, Hannes Reichelt belegte als bester Österreicher Platz drei.

Während Feuz damit in der Gesamtwertung seine Führung auf 135 Punkte ausbaute, war Didier Cuche der große Verlierer.

Schweizer haben Nachsehen

Der Schweizer eröffnete zum Auftakt des Finales und am ersten strahlend schönen Sonnentag mit Nummer 20 den Dreikampf um die Abfahrts-Kristallkugel.

Aber ausgerechnet in seiner 150. und letzten Weltcupabfahrt reihte der Routinier Fehler an Fehler und wäre beinahe sogar gestürzt.

Während Landsmann Feuz die Kugel letztlich hauchdünn und um nur einen Platz verpasste, war Cuche als 17. chancenlos.

Sieben Punkte Vorsprung

Auch der als Gesamtführender ins Finale gegangene und daher favorisierte Kröll fuhr auf seinem Hausberg Planai alles andere als perfekt.

Ihm genügte beim Ritt über die vielen Wellen der WM-Piste 2013 aber am Ende eine solide Leistung zum Kugelgewinn.

48 Punkte hatte er vor dem Finale gehabt, am Ende setzte sich der Steirer knapp und um nur noch sieben Punkte vor Feuz durch.

Kein Drama für den ÖSV

Damit geht erstmals seit Michael Walchhofer 2009 die Abfahrtskugel wieder nach Österreich.

Und der ÖSV steht bei den Herren jetzt schon besser da als in der kugellosen Vorsaison.

Um den Erfolg musste Kröll freilich einige Zeit bangen. Wären nur zwei der noch oben stehenden Läufer zwischen ihn und Feuz gefahren, wäre die Kugel verloren gewesen.

Ihm und dem ÖSV blieb aber ein Drama wie im Vorjahr, als Cuche im letzten Rennen Walchhofer die Kugel noch entrissen hatte, erspart.

"Hab's nicht mehr geglaubt"

"Wahnsinn. Ich dachte zuerst, es ist bereits gelaufen für mich", atmete Kröll tief durch, nachdem man ihm das weiße Siegertrikot angezogen und die Kristallkugel überreicht hatte.

"Es waren noch so viele oben. Ich hab's schon nicht mehr geglaubt. Am Ende war es knapp, aber es ist sich gut ausgegangen", freute sich der 31-jährige Lokalmatador aus dem nahen Öblarn.

"Das ist weitaus mein größter Erfolg. Das Ganze auch noch in meiner Heimat, das ist ein Traum", jubelte Kröll, der vom halben Ort und seiner Familie unterstützt worden war.

Geschenk für den Sohnemann

Lebensgefährtin Silvia jubelte im sonnenüberfluteten Ziel ebenso mit wie Sohn Tim.

"Ich denke, ich habe ihm ein schönes Geschenk zu seinem sechsten Geburtstag gemacht", schmunzelte der Herr Papa.

Ein starkes Finale lieferten auch Reichelt als Dritter und Benjamin Raich als Fünfter ab.

"Die vielen Kurven und Wellen liegen mir", erklärte Raich seine erstaunlich starke Leistung auf der deutlich härter gewordenen Abfahrt.

Fairer Verlierer Cuche

Cuche hingegen verließ das Ziel mit hängendem Kopf und schmerzender Schulter.

"So einen Abschied habe ich mir natürlich nicht gewünscht. Ich bin enttäuscht, aber nicht wegen der Kugel, sondern wegen meiner Leistung", sagte der 37-Jährige.

"Ich möchte in erster Linie Klaus gratulieren, er hat es verdient", gab sich der nun doch nur vierfache Abfahrts-Weltcupsieger fair.

Feuz: Ein großer Schritt

Feuz verpasste die Abfahrtskugel zwar knapp, jubelte aber über Platz zwei wie über einen Sieg.

Sein "Achtzigpunkter" verschaffte ihm vor dem Super-G am Donnerstag 135 Punkte Vorsprung auf Marcel Hirscher.

Gelingt Feuz das am Donnerstag neuerlich, kann bereits alles zu seinen Gunsten entschieden sein.

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