Ärger über Manöver bei Ofner

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Ärger und Enttäuschung bei den Skicross-Damen

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Einen Tag nach den Herren haben am Freitag auch Österreichs Skicross-Damen die erhoffte Olympia-Medaille verpasst.

Knapp dran war die Steirerin Katrin Ofner, die nach ihrem Halbfinal-Out vor Wut schäumte und sich am Ende mit Platz sechs begnügen musste. Bereits im Achtelfinale gescheitert sind die Oberösterreicherinnen Andrea Limbacher (22.) und Christina Staudinger (23.).

Gold ging an die Kanadierin Marielle Thompson, die vor ihrer Landsfrau Kelsey Serwa und der Schwedin Anna Holmlund gewann.

Hartes Manöver gegen Ofner

Die 1,83 Meter große Schwedin war es im Halbfinale gewesen, die in einem engen Kampf kurz vor dem Ziel gegen Ofner die Oberhand behielt und ihr somit den Weg zu einer möglichen Medaille versperrte.

Ofner war zunächst fuchsteufelswild, schlug mit den Skistöcken mehrmals in den Schnee. Ein Protest gegen die Rennwertung blitzte ab. Die Jury, in der auch zahlreiche Ex-Athleten sitzen, wertete das Manöver von Holmlund als regelkonform.

Und auch Sabine Wittner, die sportliche Leiterin der ÖSV-Truppe, meinte nach genauem Studium der Super-Slow-Motion-Videoaufnahmen: "Katrin war hinten, Holmlund vorne. Holmlund hat dann zugemacht. Es war hart, aber im Rahmen des Erlaubten."

"Ski ist gelaufen wie Sau"

Ofner selbst sah die Sache mit etwas Abstand schon ein wenig entspannter.

"Ich bin ein sehr emotionaler Mensch, der gleich einmal alles rauslassen muss. Ich kann mich fürchterlich ärgern, dann geht's wieder. Aber ich wäre keine gute Sportlerin, wenn ich mich nicht über die knapp verpasste Medaille ärgern würde", meinte die 23-Jährige über ihre Emotionen unmittelbar nach dem Rennen.

"Zu hundert Prozent sauber war's aber sicher nicht", merkte Ofner bezüglich Holmlunds Manöver noch einmal an. "Was insofern ärgerlich ist, weil mein System heute perfekt funktioniert hat. Ich war skifahrerisch super drauf, und der Ski ist gelaufen wie Sau, das war eine echte Rakete."

Am Kreischberg soll sichs ausgleichen

Ofner hat damit bei Großereignissen weiter kein Glück.

Bei der WM 2011 in Deer Valley brach sie sich die Hand, fuhr weiter und wurde am Ende Vierte. Zwei Jahre später war sie bei der WM in Voss Myrkdalen als Halbfinal-Führende auf dem Weg Richtung Medaille, ehe ihr die Schweizerin Katrin Müller über die Ski fuhr und die Medaillenträume beendete - Rang sechs.

Und nun stand der Vereinskollegin von Renate Götschl (SC Obdach) Holmlund im Weg.

"Wenn nächstes Jahr bei der Heim-WM alles zurück kommt, dann passt's wieder", meinte Ofner. 2015 geht es für die Ski-Crosser auf dem Kreischberg um die WM-Medaillen.

Holmlund (vorne) drängte Ofner (hinten) etwas ab

Probleme ganz oben

Limbacher war bitter enttäuscht, weil sie ihre Chancen gleich am Start liegen ließ. Die 24-Jährige rutschte mit einer Hand am Griff des Starttores aus, konnte daher nicht wie gewünscht Schwung und Tempo aufnehmen und fuhr von Anfang an hinterher.

"Am Start, wo ich mir eigentlich am sichersten bin, hab ich alles versaut. Ich hab den gesamten Sommer hart gearbeitet, um einen schnellen Start hinzubekommen. Und dann passiert mir so etwas ausgerechnet bei Olympia", ärgerte sich Limbacher, die 2010 in Vancouver 24. war.

"Der Traum hat leider viel zu kurz gedauert", bilanzierte auch Staudinger unzufrieden. Warum es mit dem Aufstieg ins Viertelfinale nicht klappte, begründete die 26-Jährige so: "Im Training hat es lang gedauert, bis ich die Startsektion in den Griff bekommen habe. Im Rennen hat es dann geklappt. Und davon war ich so überrascht, dass ich dann gleich die darauffolgenden Wellen verhaut habe."

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