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Die EBEL-Nationen im direkten Vergleich

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Es ist das Traumlos für Österreichs Eishockey Nationalmannschaft. Die Truppe von Teamchef Manny Viveiros trifft am Dienstag in der Qualifikation für das Viertelfinale um 9:00 Uhr MEZ auf Slowenien und somit auf die einzige Nation bei diesen Olympischen Spielen, die neben Österreich nicht erstklassig spielt.

Seit Jahren teilen sich die Auswahlen der beiden Nachbarländer dasselbe Schicksal einer Fahrstuhl-Nation. Im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren treffen sich die Cracks im Kampf um den Aufstieg in die A-Gruppe bei den B-Weltmeisterschaften.

„Wir kennen Slowenien sehr gut. Beide Mannschaften haben in den letzten Jahren viele Spiele gegeneinander bestritten“, weiß auch Viveiros.

Doch die Bekanntheit kommt nicht nur von den direkten Duellen der beiden Nationalmannschaften. Da Slowenien mit Olimpija Ljubljana und lange Jahre mit HK Jesenice auch Mitglied der Erste Bank Eishockey Liga ist, kennen sich die Spieler teilweise aus dem Effeff.

Nummer Name derzeitiger Verein Liga EBEL-Vergangenheit
8 Ziga Jeglic ERC Ingolstadt DEL HK Jesenice
9 Tomaz Razingar IF Troja-Ljungby SWE HK Jesenice, VSV
11 Anze Kopitar Los Angeles Kings NHL -
12 David Rodman IK Oskarsham SWE Linz, HK Jesenice, Caps
16 Ales Music Olimpija Ljubljana EBEL Ljubljana
19 Ziga Pance HC Bolzano ITA Ljubljana
22 Marcel Rodman Schwenninger Wild Wings DEL Graz, Jesenice, Caps
24 Rok Ticar Kölner Haie DEL HK Jesenice
26 Jan Urbas EHC München DEL
  •   
39 Jan Mursak ZSKA Moskau KHL Ljubljana
55 Robert Sabolic ERC Ingolstadt DEL HK Jesenice
71 Bostjan Golicic Diables Rouges de Briancon FRA Ljubljana
91 Miha Verlic Olimpija Ljubljana EBEL Ljubljana
92 Anze Kuralt IC Epinal FRA HK Jesenice
Nummer Name derzeitiger Verein Liga EBEL-Vergangenheit
4 Andrej Tavzelj Rouen Dragons FRA Ljubljana
7 Klemen Pretnar VSV EBEL HK Jesenice, VSV
14 Matic Podlipnik HC Dukla Jihlava CZE -
15 Blaz Gregorc HC Pardubice CZE -
17 Ziga Pavlin IF Troja-Ljungby SWE Ljubljana
28 Ales Kranjc Kölner Haie DEL HK Jesenice, Caps
51 Mitja Robar Krefeld Pinguine DEL HK Jesenice
86 Sabahudin Kovacevic HK Saryarka Karagaranda KAZ HK Jesenice
Nummer Name derzeitiger Verein Liga EBEL-Vergangenheit
1 Andrej Hocevar IC Epinal FRA HK Jesenice
33 Robert Kristan HK Nitra SLO Zagreb
40 Luka Gracnar RB Salzburg EBEL Salzburg

Nur drei Cracks im aktuellen Kader von Teamchef Matjaz Kopitar haben nie in einer österreichischen Liga gespielt, vier nie in der EBEL. Einer von ihnen ist Trainer-Sohn Anze Kopitar, der Star des Teams, der bei den Los Angeles Kings unter Vertrag steht.

Der 26-Jährige Center wagte bereits mit 17 Jahren den Sprung ins Ausland und heuerte beim schwedischen Klub Södertälje an. Nach nur zwei Jahren in der SHL wurde er 2006 von den Kings in der ersten Runde an elfter Stelle gedraftet und spielt seither für die Franchise aus der Filmstadt.

Dort avancierte er binnen kurzer Zeit zum Leistungsträger und wurde 2008, nach nur zwei Jahren in der NHL, zum Assitant-Captain jener Mannschaft ernannt, mit der er in der Saison 2011/12 den Stanley Cup gewinnen konnte. Zum Triumph in der stärksten Liga der Welt trug der Stürmer einiges bei, denn mit 20 Punkten in 20 Spielen anvancierte der Slowene gemeinsam mit Teamkollege Justin Brown zum Playoff-Topscorer.

Bei diesen Olympischen Spielen hat der Superstar bisher mit 58:39 Minuten in drei Spielen hinter Verteidiger Mitija Robar (60:15) die meiste Eiszeit im Team. Auf dem Scoreboard konnte er bisher ein Tor und einen Assist verbuchen. Im letzten Duell der Gruppe C gegen die USA wurde Kopitar von einem Puck getroffen und konnte das Spiel nicht beenden. Anschließend ließ er sich noch in einem Krankehaus durchchecken, einem Einsatz scheint aber nicht im Wege zu stehen.

Name Bewerb Spiele Tore Assists Punkte POSpiele Tore Assists Punkte
Anze Kopitar Olympia 3 1 1 2 - - - -
Anze Kopitar NHL 581 190 333 523 44 13 21 34

Doch die slowenische Offensive ist nicht ausschließlich von ihrem Superstar abhängig. Trumpfkarte des kommenden ÖEHV-Gegners ist die mannschaftliche Geschlossenheit, mit der man in der Gruppenphase die Slowaken mit 3:1 bezwingen konnte.

Rang Team GP W OTW OTL L GDF GF:GA PTS
1 USA 3 2 1 0 0 +11 15:4 8
2 RUS 3 1 1 1 0 +3 8:5 6
3 SLO 3 1 0 0 2 -5 6:11 3
4 SVK 3 0 0 1 2 -9 2:11 1

„Wir haben Respekt vor Slowenien, das hier bei Olympia sehr gute Spiele gemacht hat. Wir werden erneut unser Bestes geben müssen, um eine Runde weiter zu kommen“, nehmen Viveiros und seine Co-Trainer den kommenden Gegner ebenso ernst wie die Kontrahenten in der Gruppenphase.

Dennoch ist auch den Österreichern bewusst, dass man gegen die andere B-Nation nicht unbedingt Außenseiter ist.

„Beide Mannschaften haben die gleiche Chance, ins Viertelfinale einzuziehen“, beziffert der Teamchef die Chancen auf ein Weiterkommen mit 50:50.

LAOLA1 hat einen Blick in die Statistiken geworfen und die beiden Nationalteams miteinander verglichen.

Geschichte Olympische Spiele

Mit der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens am 25. Juni 1991 folgte ein Jahr darauf die Gründung des Eishockeyverbands, dessen Auswahl seit 1993 offiziell an internationalen Turnieren teilnimmt. Die Spiele in Sotschi bedeuten die erste Olympia-Teilnahme in der Geschichte Sloweniens, während die Österreicher bereits zum 13. Mal vertreten sind und zuletzt 2002 in Salt Lake City den 12. Platz belegten.

Geschichte Olympia 2014

Beide Mannschaften haben ihre Gruppe mit einem Sieg und zwei Niederlagen und somit auf Rang drei beendet. Die beiden Angriffsreihen schenken sich nicht viel, Österreich hat in den drei Spielen sieben, die Slowenen sechs Treffer erzielt. In der Defensive zeigten sich die Jungs von Trainer Kopitar aber solider und kassierten elf Gegentreffer. Österreich hat mit 15 Toren die meisten im gesamten Turnier bekommen und hat in dieser Hinsicht einen klaren Nachteil. Die höchste Niederlage bezog Slowenien gegen die USA als man im letzten Gruppenspiel mit 1:5 unterlag, während Österreich das Spiel gegen Kanada mit 0:6 verloren geben musste und gegen Finnland sogar acht Tore kassierte.

Legionäre im Kader

 Lediglich zwei Spieler im aktuellen Kader der Slowenen stehen noch in der Heimat unter Vertrag. Ales Music und Miha Verlic spielen für Olympija Ljubljana und mit Luka Gracnar (Salzburg) sowie Klemen Pretnar (VSV) sind zwei weitere Akteure in der EBEL aktiv. Der Großteil des Aufgebots bilden DEL-Spieler, insgesamt sieben an der Zahl. Weiter spielen vier Cracks in Frankreich, drei in Schweden, zwei in Tschechien und jeweils einer in der NHL, KHL, Italien, Kasachstan und der Slowakei. Im 25-Mann-Kader der Österreicher stehen insgesamt neun Legionäre, wobei gleich drei in der NHL (Vanek, Grabner, Raffl) und drei weitere in der Schweiz (Herburger, Ulmer, Setzinger) über ein gültiges Arbeitspapier verfügen. Mit Bernhard Starkbaum spielt ein Crack in Schwedens höchster Liga, Thomas Hundertpfund verdient sein Geld in der zweiten Leistungsklasse. Mathias Lange ist Österreichs einziger DEL-Profi.

Verschiedene Torschützen

Die sechs Treffer der Slowenen verteilen sich auf fünf Schützen, einzig Ziga Jeglic traf doppelt und dies in einem Spiel gegen niemand geringeren als Gastgeber Russland. Bei den Österreichern ragt Michael Grabner heraus, der mit fünf Treffern derzeit die Torjäger-Liste des Turniers anführt. Mit Raffl und Hundertpfund feierten bisher nur zwei weitere ÖEHV-Profis einen erfolgreichen Abschluss.

Torhüter

Im Vergleich der Torhüter haben Lange und Starkbaum trotz ihrer 15 Gegentore im Save-Percentage die Nase vorn. Sie Slowenen haben mit dem Duo Robert Kristan und Luka Gracnar statistisch gesehen das schwächste Goalie-Gespann der Gruppenphase. Österreich liegt noch vor Norwegen auf dem elften Platz.

Nr Name GP MIP GA SVS SOG SVS% GAA
1 Andrej Hocevar 0 0 0 0 0 0 0
33 Robert Kristan 2 120 6 57 63 90.48 3.00
40 Luka Gracnar 1 60 5 23 28 82.14 5.00
Nr Name GP MIP GA SVS SOG SVS% GAA
24 Mathias Lange 2 80 1 49 50 98.00 0.75
29 Bernhard Starkbaum 2 100 14 69 83 83.13 8.40
30 Rene Swette 0 0 0 0 0 0 0

Effektivität

 Mit jedem zehnten Schuss verbucht Österreich einen Treffer, was die rot-weiß-rote Auswahl effizienter macht als so manche Startruppe. Nur die USA, Finnland und Schweden sind effizienter im Abschluss als die ÖEHV-Mannschaft, die jedoch mit 63 die drittwenigsten Versuche aufs Tor gebracht hat. Nur zwei Nationen sind schlechter, Lettland (59) und Slowenien (57). Letzterer zeigen sich aber auch recht effektiv, brauchen sie doch nur 9,52 Schüsse, um einen Treffer zu erzielen.

Strafen

Die Österreicher sind keine Kinder von Traurigkeit und schaffen es in der Bad-Boy-Wertung sogar aufs Stockerl. Hinter Lettland und Schweden verbringen die heimischen Cracks die meiste Zeit auf der Strafbank. Insgesamt saßen Andre Lakos und seine Kollegen 24 Minuten in der Kühlbox. Der Caps-Verteidiger saß ebenso wie Mario Altmann zweimal draußen. Die Slowenen hingegen haben mit 20 Strafminuten vier weniger auf dem Konto. In Überzahl waren beide Mannschaften einmal erfolgreich und auch in nummerischer Unterlegenheit mussten die beiden Kontrahenten jeweils zwei Gegentreffer hinnehmen.

Sebastian Rauch

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