Kanada sichert sich souverän Eishockey-Gold

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Das Finale glich einer Machtdemonstration. Kanada hat sein Olympiagold von Vancouver 2010 im Eishockey wiederholt.

Der Titelverteidiger setzte sich am Sonntag zum Abschluss der Olympischen Winterspiele in Sotschi in einem einseitigen Endspiel gegen Weltmeister Schweden mit 3:0 (1:0,1:0,1:0) durch.

Mit ihrem neunten Eishockey-Gold sind die Kanadier auch alleiniger Rekord-Olympiasieger.

Toews und Crosby treffen

Zu den Sieggaranten wurden zwei Spieler, die im Turnierverlauf bisher nicht ganz groß aufgezeigt hatten - Jonathan Toews, Kapitän von Stanley-Cup-Sieger Chicago Blackhawks, und Sidney Crosby, Superstar von den Pittsburgh Penguins. Beide erzielten im wichtigsten Spiel ihre ersten Turniertreffer. Für die endgültige Entscheidung im Bolschoi Ice Dome sorgte im Schlussabschnitt Chris Kunitz (50.).

Es war Kanadas achtes Eishockey-Gold bei Winterspielen, dazu kommt jenes von den Sommerspielen 1920 in Antwerpen. Dem Topfavoriten gelang die erste erfolgreiche Titelverteidigung seit mehr als 20 Jahren.

1992 hatte sich das vereinte GUS-Team der Nachfolgestaaten der Sowjetunion durchgesetzt. Davor triumphierte die Sowjetunion, die insgesamt siebenmal Gold einfuhr, auch 1984 und 1988.

Bärenstarke Defensive hält abermals

Die Kanadier diktierten das Spielgeschehen über ihre enorm starke Defensive, die im Turnierverlauf nur drei Gegentore zugelassen hat. Dazu kam endlich auch die Sturmlinie um Crosby in Fahrt.

Lediglich der überragende Goalie Henrik Lundqvist hielt die stark ersatzgeschwächten Schweden, immerhin amtierender Weltmeister, nach dem 0:1 durch Toews (13.) mit einigen sehenswerten Paraden noch im Spiel.

Toews hatte die Kanadier bereits vor vier Jahren im Olympia-Finale gegen die USA (3:2 n.V.) in Führung gebracht. Den entscheidenden Treffer erzielte damals Crosby.

Der Superstar sparte sich auch in Sotschi das Beste für den Schluss, hatte er davor doch nur zwei Assists verbucht. Nach einem Scheibenverlust der Schweden im Mitteldrittel nutzte Crosby die Chance, fuhr alleine auf Lundqvist zu und traf zum 2:0 (36.).

Bäckström mit positivem Dopingtest

"Das ist eine große Erleichterung. Wir haben an uns geglaubt, irgendwann musste es bei mir ja klappen", sagte Crosby. Bei den Schweden machte sich das Fehlen zahlreicher Topspieler, darunter Kapitän Henrik Zetterberg sowie die Offensivstars Henrik Sedin und Johan Franzen bemerkbar.

Dazu fiel für das Finale auch noch Topcenter Nicklas Bäckström aus. Der NHL-Star von den Washington Capitals gab einen positiven Dopingtest ab - ein Schock.

Laut eines schwedischen Teamsprechers soll Bäckström ein Allergiespray zum Verhängnis geworden sein, den er seit sieben Jahren verwendet.

Keine Ausrede für Schweden-Coach

Die Schweden mussten ihre Linien kurzfristig umstellen, war ihr bester Assistent doch erst nach dem Aufwärmen aus dem Kader genommen worden. "Wir werden uns aber nicht hinter dieser Sache verstecken", betonte Schwedens Teamchef Pär Marts. "Kanada war das bessere Team."

Die Schweden vermochten im Finish nicht mehr zuzusetzen, Kunitz traf mithilfe der Unterkante der Latte zur endgültigen Entscheidung.

Die Kanadier, die in der Gruppenphase auch Österreich keine Chance gelassen hatten (6:0), jubelten über ihr drittes Gold in den vergangenen vier Olympia-Turnieren.

Goalie Carey Price war wie schon im Halbfinale gegen die USA (1:0) nicht zu bezwingen. Bronze ging an Finnland.

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