Olympia in Sotschi: Ein Zwischenfazit

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Kinder, wie die Zeit verfliegt.

Die Olympischen Spiele in Sotschi sind schon wieder eine Woche alt.

Österreichs größtes Aufgebot aller Zeiten ist stark in die Wettkämpfe am Schwarzen Meer gestartet und gewann an den ersten fünf Tagen jeweils eine Medaille.

Die Serie ist allerdings gerissen, bis dato kam keine weitere hinzu. Wir werfen einen Blick zurück auf die ersten sieben Wettkampf-Tage dieser Spiele.

In welchen Sportarten dürfen die Verantwortlichen zufrieden sein? Wo spielen sich Dramen ab? Wer hat die Nerven weggeschmissen?

SKI ALPIN

Die Goldmedaille von Matthias Mayer in der Abfahrt überstrahlt alles. Also Silber für Nicole Hosp in der Kombination ebenso wie das Debakel der Herren in selbiger Disziplin. Ausgerechnet Mayer, der die Kombination eher als Warm-Up für den Super-G mitgenommen hat, wurde als 13. bester Österreicher. Medaillenkandidat Romed Baumann enttäuschte – wie auch die ÖSV-Damen in der Abfahrt, in der wiederum Hosp mit Platz neun für das beste Abschneiden sorgte.

NOTE: GUT

 

SKISPRINGEN

Haarscharf schrammten die Youngsters Thomas Diethart (Rang vier) und Michael Hayböck (Platz fünf) auf der Normalschanze an Edelmetall vorbei. Im Fokus stehen derzeit aber nicht die sportlichen Leistungen, sondern Machtspielchen sowie ein Spionage-Vorfall. Der ÖSV macht dabei keinen besonders glücklichen Eindruck, was wiederum den Druck auf die Athleten erhöht, mit Medaillen den Fokus aufs Sportliche zu lenken. Einen Lichtblick bildet freilich Daniela Iraschko-Stolz mit ihrer Silbermedaille im Damen-Bewerb.

NOTE: BEFRIEDIGEND

 

BIATHLON

"So ein Scheiß", haderte Dominik Landertinger nach dem fünften Platz im Einzel. Der Tiroler befindet sich in absoluter Topform und hat bereits Silber im Sprint in der Tasche. Teamkollege Simon Eder ist ähnlich gut drauf, wird aber vom Pech verfolgt. Dreimal Top 8, aber kein Edelmetall. "Irgendwann geht's schon auf", hofft er auf Edelmetall in den weiteren Bewerben. Die Mannschaft hinterließ generell einen guten Eindruck, was vor allem für die Staffel hoffen lässt.

NOTE: GUT

 

NORDISCHE KOMBINATION

Sportlich gesehen war Sotschi für unserer Kombinierer bislang noch keine Reise wert. Mannschaftlich geschlossen (alle in den Top 20), doch individuell nicht stark genug für eine Medaille (keiner in den Top 10) - so lautet das Fazit des ersten Bewerbs. Hinzu kam die Diskussion um eine Aussage von Felix Gottwald, die für mächtig Wirbel sorgte.

NOTE: NICHT GENÜGEND

LANGLAUF

Die größte Chance auf eine Medaille (50er der Herren) steht noch aus, doch Österreichs Langlauf-Team wusste auch bislang durchaus zu punkten. Joe Dürr startet mit dem achten Rang im Skiathlon in die Spiele, Bernhard Tritscher wurde im Sprint sogar Siebenter ("Es macht mich überglücklich"). Die Damen konnten die Erwartungen hingegen (noch) nicht erfüllen, Katerina Smutna, Terese Stadlober und Co. blieben ohne Spitzenplatz.

NOTE: BEFRIEDIGEND

 

EISHOCKEY

Denkbar schwierig gestaltete sich die Auslosung für unser Eishockey-Team. Erst gegen Finnland, dann gegen Kanada. Gegen die Nordeuropäer setzte es eine herbe 4:8-Pleite, woraufhin Thomas Vanek Torhüter Bernd Starkbaum kritisierte ("Er muss versuchen, weniger Tore zu bekommen"). Gegen die Kanadier folgte die nächste Pleite (0:6). Der Teamkapitän ortete eine leichte Besserung: "Wir haben bis zum Schluss gekämpft, das ist mal ein gutes Zeichen." Entscheidend wird das Spiel gegen Norwegen am Sonntag.

NOTE: NICHT GENÜGEND 

 

RODELN

Der Medaillengarant hat auch in Sotschi abgeliefert. Seit Calgary 1988 brachten die Rodler jedes Mal zumindest eine Medaille heim. Andreas und Wolfgang Linger erwiesen sich einmal mehr als Konstante im Doppelsitzer – nach zwei Mal Gold gab es heuer Silber. Im Herren-Bewerb hatte Reinhard Egger nach Tag eins die Bronzemedaille noch im Blick, in den Läufen drei und vier fiel der Tiroler zurück. Das Damen-Rennen endete wie befürchtet mit einer Pleite. Nina Reithmayr wird von Kurve 5, die sie vier Mal abwarf, noch länger träumen. Im abschließenden Teambewerb reichte es nur für Platz sieben.

NOTE: GUT

 

FREESTYLE

Ein bisschen bunter und ein bisschen lauter als die restlichen Sportarten in der ersten Woche präsentierten sich die Freestyler. Bei den Snowboardern sorgte Anna Gasser mit der höchsten Punktezahl in der Qualifikation. Im Finale lief für die Kärntnerin leider nicht viel zusammen – Platz 10. Die Herren verpassten allesamt die Medaillenentscheidung, für Adrian Kreiner endete der Bewerb auf Krücken. Bei den Skifahrern hatte Philomena Bair Pech mit dem extrem hohen Niveau bei den Frauen, Luca Tribondeau hatte kein Glück mit den Judges. Das Finale erlebten beide nur als Zuschauer.

NOTE: GENÜGEND

EISSCHNELLLAUF/SHORT TRACK

Über 1.000 m belegte Vanessa Bittner beim Überraschungssieg der Chinesin Zhang Hong Platz 24. Mit dieser Leistung war sie weit mehr zufrieden als mit dem Sprint über 500 m, wo es nur zu Rang 27 reichte. "Ich war nicht mehr so nervös", so die 18-jährige Tirolerin, die am Samstag noch über die 1.500 Meter im Einsatz sein wird. Über 3.000 Meter belegte Anna Rokita trotz eines Bänderrisses im Sprunggelenk, den sie sich im Rahmen der Eröffnungsfeier zuzog, Rang 22. "Ich habe das Beste daraus gemacht“, lautet ihr Fazit nach ihrem einzigen Olympia-Auftritt. Short-Trackerin Veronika Windisch verpasste trotz guter Form den Aufstieg über 500 m und hofft nun am Samstag auf ihrer bevorzugten Distanz, den 1.500 m, auf den Einzug ins Halbfinale.

NOTE: GENÜGEND

 

EISKUNSTLAUF

Viktor Pfeifer reiste mit einer Verstauchung und einem Bändereinriss im Fuß, zugezogen beim Training in den USA, nach Sotschi. Dennoch peilte er im Kurzprogramm einen Top-20-Platz an, den er jedoch mit 56,60 Punkten und Rang 26 verpasste. Wegen eines Fehlers beim Lutz schaffte der 26-Jährige nicht den Sprung in die Kür. Miriam Ziegler und Severin Kiefer belegten im Paarlauf Rang 17, sie schieden ganz knapp nach dem Kurzprogramm aus und verpassten ebenfalls die Kür. "Es war ein toller Auftritt, wir sind schon stolz“, freute sich Kiefer dennoch.

NOTE: GENÜGEND

 

SKELETON

Europameistern Janine Flock blieb weit hinter ihren (Medaillen-) Erwartungen zurück, nach den ersten beiden Läufen nur auf dem 13. Zwischenrang, belegte sie am Ende Platz neun. „Ich habe gespürt, dass meine Lockerheit verloren geht und die Beine verkrampfen“, beschrieb die 24-Jährige ihren ersten Olympia-Lauf, mit dem sie sich bereits um alle Chancen brachte. Ihr Freund Matthias Guggenberger findet sich zur Halbzeit auf dem 16. Rang wieder, Raphael Maier hält nach zwei Läufern an 18. Position.

NOTE: GENÜGEND

 
Henriette Werner/Stephan Schwabl/Christoph Nister 

 

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