SPLITTER: Helis gegen Nebel?

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SPLITTER: Hubschrauber gegen den Nebel?

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Noch am Sonntag hatte Lukas Klapfer über die warmen Bedingungen geschwärmt. "Es ist fast so, als wenn du im März Skifahren gehst und auf einer Skihütte sitzt, weil es so warm ist", sagte der Kombinierer. Schon am Tag darauf sah es anders aus - Hochnebel und kühleres Wetter trübten die Aussichten. Christoph Bieler hat schon eine Lösung parat: "Schauen wir, ob sie ein paar Flieger oder Hubschrauber schicken, die die Wolken verziehen lassen", sprach der Tiroler mögliche Manipulations-Versuche der Organisatoren an.

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Nur zwei Sportler des 130-köpfigen österreichischen Olympia-Aufgebots sind nicht in Österreich auf die Welt gekommen. Langläuferin Katerina Smutna ist in Jablonec/Tschechien geboren und hat seit März 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft. Der Vorarlberger Snowboarder Alessandro Hämmerle kam in Frauenfeld in der Schweiz zur Welt, der Sohn einer Schweizerin und eines Österreichers lebte bis zum Alter von neun Jahren in der Nähe von Zürich. Eishockey-Spieler Brian Lebler ist während des Gastspiels seines Vaters Ed Lebler in Klagenfurt geboren, ist aber mit vier Jahren mit der Familie zurück nach Kanada gezogen und erst im Sommer 2011 wieder nach Österreich gekommen.

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Die im Vergleich zu Langläufern und Biathleten um 800 m tiefer gelegene Loipe der Nordischen Kombinierer erspart offenbar ein Nebelrennen. Aber die Loipe direkt neben der Schanze erfreut nicht nur deshalb ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen: "Wir sind generell froh, die Strecke Sprungschanze zur Loipe, das wären zwei Stunden täglich hin und retour gewesen."

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Für Paparazzi ist Sotschi keine Reise wert. Nur ein paar gekrönte Häupter lassen sich bisher blicken. Auch das Glamour-Paar Angelina Jolie und Brad Pitt fand anders als vorab angekündigt noch nicht ans Schwarze Meer. In Vancouver 2010 und London 2012 hatten die VIP-Jäger noch Überstunden schieben müssen. "Terminator" Arnold Schwarzenegger machte gleich beiden Spiele seine Aufwartung. Der dankbarste Lieferant in Sotschi ist Event-Hopper Wladimir Putin. Singend im Österreicher-Haus oder mit einem Glas Rotwein in der US-Olympia-Residenz - Russlands Präsident genießt seine Spiele.

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Für viele Besucher in Sotschi ist es die spannendste Nebenbeschäftigung: das Sammeln neuer Pins. Die Anstecker gibt es jedes Mal in unzähligen Varianten. Zu den begehrtesten Pins gehören Anstecker des Olympia-Informationsdienstes "Around the Rings" (ATR). Sie zeigen Karikaturen von Wladimir Putin auf Kufen, auf Skiern, als Bobfahrer und sogar im Judo-Anzug auf dem Snowboard. Der Kremlchef muss die Karikaturen als Hommage an seine Sportbegeisterung empfunden haben. "Sonst wären wir wohl nicht mehr hier", sagte Karen Rosen von ATR.

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Der Olympiasieg des nun für Russland startenden ehemaligen südkoreanischen Short-Track-Stars Viktor An hat in seiner Heimat Verärgerung ausgelöst. Auf der Homepage des nationalen Skating-Verbands (KSU) häuften sich wütende Proteste der Fans. Ahn Hyun-soo war nach dreimal Gold in Turin 2006 für Vancouver 2010 wegen sportlicher Kriterien nicht berücksichtigt worden und nach einem Streit mit der KSU nach Russland gewechselt. Nun ordnete Südkoreas Präsidentin Park Geun-hye eine Untersuchung in der Causa an. Das Sportministerium kündigte an, den Verband auf "Korruption und Machtkämpfe" zu überprüfen.

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Die fünffache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat ihr Medaillen-Ziel für die Winterspiele in Sotschi relativiert. Vor dem Rennen über die 5.000 Meter am Mittwoch sah sich die 41-jährige Deutsche nur als Außenseiterin. Grund für die zurückgeschraubten Erwartungen: Der Untergrund. "Dieses Eis hier hat alles verändert. Für manche mag es wie die Suche nach einer Ausrede klingen, aber es ist lediglich eine Tatsachenbeschreibung", betonte Pechstein.

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Bode Miller kamen die Tränen - der fragenden Journalistin gab der US-Skistar dafür aber keine Schuld. Nach Bronze im Super-G hatte NBC-Reporterin Christin Cooper ihn auf seinen toten Bruder Chelone angesprochen. Nachdem Cooper und der TV-Sender dafür in sozialen Netzwerken angefeindet wurden, verteidigte Miller sie: "Sie hat gefragt, was alle gefragt hätten."

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